Es ist schon fast zur Tradition geworden, dass sich zahlreiche Klubs buchstäblich in letzter Sekunde vor Ablauf der Transferfrist noch mit dem einen oder anderen Spieler verstärken. FIFA.com fasst für Sie die wichtigsten Transfers im weltweiten Klubfussball zusammen, die erst kurz vor Toresschluss über die Bühne gingen.

Auf den britischen Inseln endete die Transferperiode 24 Stunden später als in den anderen Ligen der Welt. Dementsprechend heiß ging es dort am ersten September-Tag her. Bei Tottenham Hotspur, das perfekt in die neue Saison gestartet war, ist man guter Hoffnung, sich auch weiterhin an der Tabellenspitze behaupten zu können. Um dies zu erreichen, sicherte man sich die Dienste des Kroaten Niko Kranjcar (bisher FC Portsmouth), der die ohnehin starke Offensive der Spurs noch zusätzlich beleben soll. In Portsmouth dagegen nahmen die Klubverantwortlichen nach einem katastrophalen Saisonstart den israelischen Abwehrspieler Tal Ben Haim (bisher Manchester City) und den franko-algerischen Mittelfeldspieler Hassan Yebda (bisher Benfica Lissabon) unter Vertrag. Von beiden erhofft man sich, dass sie entscheidend zur Stabilisierung der Mannschaft beitragen können.

Was den Start in die neue Saison anbelangt, so erging es dem FC Everton und den Bolton Wanderers nicht viel besser. Wohl vor allem deshalb baute man dort auf erfahrene Profis, die von außerhalb nach England wechselten. So verstärkten die Toffees ihre Abwehr mit dem Niederländer Johnny Heitinga, der sich zuvor bei Atlético Madrid nicht durchsetzen konnte, und die Trotters holten den kroatischen Stürmer Ivan Klasnic, der mit dem FC Nantes gerade erst in Frankreichs Ligue 2 abgestiegen war. Aston Villa wiederum verpflichtete Abwehrspieler James Collins von West Ham United, während der finnische Mittelfeldspieler Teemu Tainio vom AFC Sunderland bei Villas Lokalrivalen Birmingham City anheuerte. Im Gegenzug vermelden die Black Cats aus Sunderland den Neuzugang von Michael Turner (bisher Hull City), während der Ire Paul Mc Shane in umgekehrter Richtung wechselte. Die Wolverhampton Wanderers schließlich, deren erklärtes Saisonziel der Klassenerhalt ist, bauen auf den österreichischen Angreifer Stefan Maierhofer, der von Rapid Wien auf die Insel wechselte, und den ecuadorianischen Mittelfeldspieler Segundo Castillo, der zuletzt bei Crvena Zvezda unter Vertrag stand.

Bei den schottischen Liga-Nachbarn ragt unter den Transfers der letzten Stunde besonders der des französischen Mittelfeldakteurs Jérôme Rothen hervor. Der Ex-Nationalspieler wurde von Paris Saint-Germain an die Glasgow Rangers ausgeliehen. Gleichzeitig wechselte ein anderer Blondschopf in die französische Ligue 1. Die Rede ist von Eidur Gudjohnsen, der zuletzt beim FC Barcelona nur noch zweite Wahl war und sein Glück künftig bei AS Monaco versuchen will. "Ich habe hier eine neue Herausforderung gefunden", so der Kapitän der isländischen Nationalmannschaft bei seiner Ankunft im Fürstentum. "AS Monaco ist ein traditionsreicher Verein, bei dem ich meine ganze Erfahrung einbringen und möglichst viele Tore schießen möchte." Ein weiterer Neuzugang bei den Monegassen ist Mittelfeldspieler Mathieu Coutadeur, der bisher bei Le Mans UC 72 aktiv war und dort durch den Senegalesen Badara Séne ersetzt wird, der bisher auf der Gehaltsliste des FC Sochaux stand. Genau dorthin führte der Weg von Benjamin Gavanon, dessen Karriere einst bei Olympique Marseille begonnen hatte. Zumindest von der geografischen Entfernung her hatte der in Marseille geborene Mittelfeldspieler wohl die kürzeste Strecke zurückzulegen, da er bislang bei AS Nancy spielte und nur ins benachbarte Departement Doubs wechselte.

Jenseits des Rheins machte vor allem Hertha BSC Berlin mit einem spektakulären Last-Minute-Transfer von sich reden. Wenige Stunden vor dem Ende der Transferperiode reagierte der Hauptstadtklub auf seinen schlechten Saisonstart und verpflichtete mit dem Mittelfeldspieler Florian Kringe (bisher Borussia Dortmund), dem Torjäger Adrian Ramos vom kolumbianischen Erstligisten América Cali und dem brasilianischen Mittelfeldstrategen César (zuletzt bei Al Ahli Dubai) gleich drei neue Spieler. Die TSG 1899 Hoffenheim meldet den Neuzugang des Finnen Jukka Raitala, der von HJK Helsinki in die kleine Stadt im Kraichgau wechselte. Dafür wird der Brasilianer Wellington, der vom niederländischen SC Heerenveen ausgeliehen worden war, künftig nicht mehr für die Überraschungsmannschaft der vergangenen Bundesligasaison auflaufen.

Ebenfalls noch kurz vor Ablauf der Transferfrist sicherte sich der VfB Stuttgart die Dienste des serbischen Mittelfeldakteurs und Nationalspielers Zdravko Kuzmanovic (bisher AC Florenz). Unterdessen verstärkte sich sein Ex-Klub mit dem deutschen U-20-Nationalspieler Savio Nsereko, der bei West Ham United in der vergangenen Saison nur auf neun Pflichtspieleinsätze gekommen war. Die genau umgekehrte Richtung wählte der franko-portugiesische Verteidiger Manuel Da Costa. Italiens meist beachteter Transfer der letzten Tage war indes die Rückkehr des linken Außenverteidigers Fabio Grosso, der Olympique Lyon den Rücken kehrte und fortan die Abwehr von Juventus Turin verstärken wird. Sicher eine gute Gelegenheit für ihn, dem Zusammenspiel mit Gianluigi Buffon, Fabio Cannavaro und Giorgio Chiellini den letzten Schliff zu geben, bevor er mit ihnen dann im nächsten Jahr eventuell die Reise nach Südafrika antreten kann. Gleichfalls in seine italienische Heimat zurückgekehrt ist Cristian Zaccardo, der vom amtierenden deutschen Meister VfL Wolfsburg zum FC Parma wechselt.

Auf dem spanischen Transfermarkt, der zuletzt in der Winterpause mit zahlreichen spektakulären Wechseln aufgewartet hatte, tat sich diesmal in letzter Minute nicht allzu viel. Erwähnenswert sind lediglich der Wechsel von Verteidiger Miguel Torres von Real Madrid zum FC Getafe und die Verpflichtung des Argentiniers Mateo Musacchio (bisher River Plate) durch den FC Villarreal, der sich somit durch einen weiteren Südamerikaner verstärkt hat.

Beenden wollen wir unsere Reise rund um den Globus in den Niederlanden, wo Ajax Amsterdam im letzten Moment nicht nur den serbischen Torjäger Marko Pantelic, der bislang erfolgreich für Hertha BSC stürmte, sondern auch den Brasilianer Kerlon von Inter Mailand unter Vertrag nahm. Letzterer wurde durch sein inzwischen berühmtes "Seehund-Dribbling" bekannt, bei dem er den Ball per Kopf über das halbe Spielfeld jongliert und dabei nicht zu stoppen scheint. Beim italienischen Traditionsklub jedoch blieb ihm die praktische Anwendung dieses Tricks versagt.