Wenn am Freitagabend der VfL Wolfsburg und der VfB Stuttgart die neue Bundesliga-Saison eröffnen, hat das lange Warten der Fussball-Fans im Land des Vize-Europameisters ein Ende. Favoriten auf den Meistertitel gibt es einige, nicht weniger als zehn Mannschaften haben die Klasse, um ins internationale Geschäft zu kommen, und der Rest bangt bereits vor dem Beginn der 47. Spielzeit um den Klassenerhalt.

FIFA.com blickt voraus auf eine spannende Saison, die vor allem im Hinblick auf die darauffolgende FIFA WM 2010 sehr viele interessante Facetten mit sich bringen und die Anhänger in ihren Bann ziehen wird.

Der Meister
Zum engsten Favoritenkreis zählt auch in diesem Jahr der amtierende deutsche Meister. Der VfL Wolfsburg spielte unter seinem ehemaligen Trainer Felix Magath eine fantastische Saison 2008/09 und profitierte vor allem vom magischen Offensiv-Dreieck um Torschützenkönig Grafite, Edin Dzeko und Zvjezdan Misimovic.

Den Niedersachsen gelang es in der Sommerpause, mit Trainer Armin Veh adäquaten Ersatz für Magath zu finden. Außerdem wurde der Meister-Kader zusammengehalten und sinnvoll ergänzt. Thomas Kahlenberg, Karim Ziani und Obafemi Martins verstärken das Mittelfeld sowie den Angriff der Wölfe.

Die Herausforderer
Wenn man über Titelanwärter spricht, führt auch auch in diesem Jahr kein Weg am deutschen Rekordmeister Bayern München vorbei. Der 21-fache Champion investierte eine große Summe in Neuzugänge wie Mario Gomez (35 Millionen Euro), Anatoliy Tymoschuk (11) oder Danijel Pranjic (7,7), um nach einer titellosen Saison die Konkurrenz nun wieder angreifen zu können.

Trainer Louis van Gaal, der aus den Niederlanden nach Deutschland kam, führt das Regiment und unterstrich nicht zuletzt durch das Aussortieren des brasilianischen Confed Cup-Siegers Lucio, dass er keine Rücksicht auf große Namen nimmt. Neben Italiens Weltmeister Luca Toni müssen auch gestandene Nationalspieler wie Martin Demichelis (Argentinien) sowie der Ukrainer Tymoschuk um einen Stammplatz bangen.

Ebenfalls ganz oben mitspielen werden wohl der VfB Stuttgart sowie die beiden Nordlichter Hamburger SV und Werder Bremen. Die Schwaben kompensierten den Verlust ihres Top-Torjägers Gomez mit den Verpflichtungen von Aleksandr Hleb (ausgeliehen vom FC Barcelona) und Pavel Pogrebnyak (Zenit St. Petersburg). Die beiden Ost-Europäer werden gemeinsam mit Leistungsträgern wie Torhüter Jens Lehmann, Abwehrspieler Serdar Tasci und den Mittelfeld-Arbeitern Thomas Hitzlsperger und Sami Khedira dafür sorgen, dass der Meister von 2007 ein ernstes Wort bei der Titelvergabe mitreden wird.

Einen Neubeginn wagt der HSV in der Saison 2009/10. Nach den Abgängen von Trainer Martin Jol (Ajax Amsterdam) und Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer (Ziel unbekannt), wurde Bruno Labbadia als neuer Coach verpflichtet. Die namhaften Neuzugänge Eljero Elia (Twente Enschede), Zé Roberto (Bayern München) und Marcus Berg (FC Groningen) sind sinnvolle Ergänzungen zu einem Kader, der bereits im vergangenen Jahr bewiesen hat, dass er zu den besten der Liga gehört.

Auch Werder Bremen muss im Zuge der Spitzenklubs genannt werden. Obwohl der amtierende Pokalsieger und UEFA-Cup-Finalist in der vergangenen Saison in der Bundesliga nur auf Rang zehn landete, ist die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf nicht zu unterschätzen. Das Prunkstück im Team ist dabei sicherlich das Mittelfeld mit den Nationalspielern Torsten Frings, Mesut Özil und Neuzugang Marko Marin. Hinzu kommt mit Tim Borowski (Bayern München) ein WM-Teilnehmer von 2006. In der Defensive bilden Tim Wiese, Naldo und Per Mertesacker ein starkes Dreieck, und im Angriff erwartet man sich von Neuzugang Marcelo Moreno eine Menge Tore.

Die Außenseiter
Borussia Dortmund und 1899 Hoffenheim bewiesen schon in der vergangenen Spielzeit, dass sie Ausrufezeichen setzen können. Der Aufsteiger aus Hoffenheim beendete die Hinrunde auf Platz eins, konnte in der zweiten Hälfte jedoch nicht die Konstanz an den Tag legen, die von Nöten gewesen wäre, um den Titel anzuvisieren. Die Rückkehr von Torjäger Vedad Ibisevic (Kreuzbandriss) sowie Neuzugang Josip Simunic (Hertha BSC Berlin) verleihen dem Kader von Trainer Ralf Rangnick noch mehr Klasse und lassen auf einen Platz im internationalen Geschäft hoffen.

Auch der BVB würde sich gerne einmal wieder auf der europäischen Bühne zeigen. In der vergangenen Saison verpasste man am letzten Spieltag nur denkbar knapp den Sprung in die UEFA Europa League. Welttorjäger Lucas Barrios (Colo Colo), der den zum FC Basel abgewanderten Alexander Frei ersetzen soll, hat die Klasse, um die Schwarz-Gelben unter die ersten Fünf zu schießen.

Dahin möchte auch Schalke 04 mit Meistermacher Felix Magath. Aufgrund des nur geringen Transferaufwands von knapp fünf Millionen Euro darf man jedoch keine Wunderdinge von den Königsblauen erwarten.

Die wichtigsten Transfers
Ziani und Martins sind sinnvolle Offensiv-Verstärkungen des deutschen Meisters. Vor allem der Nigerianer wird den etablierten Stürmern Grafite und Dzeko Druck machen. Nationalspieler Gomez ist der teuerste Neueinkauf Bayern Münchens. Er bewies schon in der Vorbereitung sowie im DFB-Pokal, wie wertvoll er sein kann.

Filigrantechniker Hleb und Sturmtank Pogrebnyak dürften dem Spiel der Schwaben Qualität verleihen und lassen Teamchef Markus Babbel auf eine erfolgreiche Zukunft hoffen. Der kroatische Nationalspieler Simunic wird derweil der Defensive von Hoffenheim mehr Stabilität geben, während der Argentinier Barrios für Tore des BVB sorgen soll.

Die Neuen
Felix Magath verließ den deutschen Meister, um bei Schalke 04 ein neues Erfolgskapitel zu schreiben. Als Trainer, Manager und Vorstandsmitglied in Personalunion will er in den kommenden vier Jahren für den ersten Meistertitel seit 1958 sorgen.

Ein weiterer Neuer ist ein alter Bekannter. Lukas Podolski kehrte für zehn Millionen Euro aus München zum 1. FC Köln zurück und sorgt bereits vor dem ersten Punktspiel für eine nie dagewesene Euphorie in der Domstadt. Sollte er an seine alten Leistungen aus früheren Geißbock-Jahren anknüpfen, könnte der FC den Sprung unter die ersten Zehn schaffen.

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