Der verlorene Sohn Aleksandr Hleb kehrt zum VfB Stuttgart zurück und lässt den schwäbischen Bundesligisten wieder von einer goldenen Zukunft träumen. "Ich will maximale Ziele erreichen und Titel gewinnen", sagte der Mittelfeldstar bei seiner Heimkehr mit strahlenden Augen. Der 28-Jährige wechselt für ein Jahr auf Leihbasis vom UEFA Champions League-Sieger FC Barcelona zurück an den Neckar und soll den VfB gemeinsam mit dem noch immer gesuchten Nachfolger für Mario Gomez im August durch die Qualifikation in die Königsklasse führen.

Der lange erwartete erste große Transfer nach den geplatzten Deals mit den Wunschspielern Patrick Helmes, Demba Ba, Milan Jovanovic und zuletzt auch Klaas-Jan Huntelaar wurde standesgemäß im Luxushotel Le Meredien in Stuttgart verkündet. VfB-Manager Horst Heldt atmete auf: "Wir haben Aleks nach Hause geholt. Er gehört zur Kategorie Weltklasse und wird uns helfen, unsere Ziele zu erfüllen."

Babbels "absoluter Wunschspieler"
Teammanager Markus Babbel bezeichnete den nach vier Jahren zurückgekehrten Hleb "als absoluten Wunschspieler". Dann bekam der Kapitän der weißrussischen Nationalmannschaft das VfB-Trikot mit der Rückennummer 23 überreicht.

Drei Monate hatten die Schwaben mit Hleb verhandelt, in dieser Woche schien der Deal wegen eines angeblichen Wechsels zu Inter Mailand schon geplatzt. Doch am Ende entschieden neben der Leihsumme von angeblich zwei Millionen Euro und der Übernahme des Großteils des auf vier Millionen Euro netto geschätzten Gehalts vor allem die Liebe zu seiner alten Heimat. Hleb besitzt ein Haus im schwäbischen 4.000-Einwohner-Ort Großaspach bei Backnang.

Ironischerweise spielt der VfB am Samstag im Erstrundenspiel des DFB-Pokals gegen den dort ansässigen Regionalligisten SG Sonnenhof. Doch Hleb wird beim Spiel in Heilbronn noch fehlen, weil er in Barcelona noch einige Dinge klären muss und noch ein Visum für Deutschland braucht. "Wir werden ihm die Zeit geben, bis er wieder 100 Prozent fit ist. Für Aleksandr ist es ein Schritt vorwärts, weil er endlich wieder zeigen darf, was er kann", sagte Babbel.

Hleb hatte von 2000 bis 2005 137 Bundesliga-Spiele für den VfB bestritten (13 Tore), wurde Vizemeister und spielte in der Champions League. Dann wechselte er zum FC Arsenal nach England. Von den Gunners zog er im vergangenen Sommer nach Spanien weiter, ehe er nun wieder in Stuttgart landete. Er soll längerfristig bleiben, auch wenn mit Barcelona vorerst keine Kaufoption vereinbart wurde.

Nächstes Ziel: Pogrebnyak
Nach der Verpflichtung von Hleb soll wahrscheinlich noch in dieser Woche der Erbe des für 35 Millionen Euro zu Bayern München gewechselten Nationalstürmers Gomez vorgestellt werden. Favorit soll dabei Pavel Pogrebnyak von Zenit St. Petersburg sein. Der russische Nationalstürmer soll trotz seines im Dezember auslaufenden Vertrages stolze zehn Millionen Euro kosten und könnte einen Vier-Jahres-Vertrag beim VfB unterschreiben. "In zwei Tagen fällt eine Entscheidung", wird Pogrebnyak im Fachmagazin "kicker" zitiert.

Sein Berater Oleg Artemov verwies allerdings auf Angebote aus England und kündigte in der "Stuttgarter Zeitung" eine Entscheidung in den "nächsten zwei bis drei Tagen" an. Ersatzweise sind der türkische Nationalspieler Tuncay Sanli (FC Middlesbrough), Vagner Love von ZSKA Moskau und Roman Pavlyuchenko (Tottenham Hotspur) als Gomez-Nachfolger im Gespräch. Doch darüber wollte nicht nur Heldt am Donnerstag in der allgemeinen Freude über Hlebs Rückkehr nicht reden: "Heute geht es nur um Aleksandr."