Als erste Jordanier im europäischen Fussball sind Abdallah Deeb und Odai Al-Saify Plätze in der Fussballgeschichte ihres Landes sicher. Mit seinem Wechsel vom jordanischen Verein Shabab Al-Ordon zum belgischen KV Mechelen im letzten Juni ebnete Deeb seinem Landsmann und ehemaligen Mannschaftskameraden den Weg, um kurze Zeit später vom griechischen Verein Skoda Xanthi für angeblich 800.000 US-Dollar unter Vertrag genommen zu werden.
In einem exklusiven Interview mit FIFA.com sprachen die beiden Jungstars über die Bedeutung, die dieser Wechsel für ihre Karrieren hat, und über die Situation des Fussballs in ihrem Land.
"In Belgien professionell Fussball zu spielen ist eine großartige Chance, meine Karriere zu entwickeln", so Deeb, der sich bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft in Kanada 2007 einen Namen machte. "Nur wenige kannten das Fussballniveau in meinem Land, bevor ich nach Mechelen kam, doch hoffentlich wird anderen jordanischen Spielern durch meinen Wechsel die Aufmerksamkeit geschenkt, die ihre guten Leistungen verdienen."
Erfahrungen in Bahrain und VAE gesammelt
Deebs früherer Mannschaftskollege bei Shabab Al-Ordon gab sich ebenso enthusiastisch, als er zu seinem Wechsel befragt wurde. "Bei Skoda Xanthi zu spielen wird mein Selbstvertrauen stärken und meiner Karriere neuen Auftrieb verleihen. In Europa zu sein ist furchtbar wichtig für jeden Spieler, der sich verbessern will, und ich denke, dort zu spielen macht mich auch für die jordanische Nationalmannschaft wertvoller", sagte Al-Saify.
Doch für das Duo ist dies nicht die erste Auslandserfahrung, da sie beide schon für andere professionelle Vereine in der Golfregion gespielt haben. Deeb verfeinerte sein Talent bei Riffa in Bahrain, während Al-Saify für den Klub Al Dhafra in den VAE tätig war. Nichtsdestotrotz stimmten die beiden darin überein, dass eine europäische Liga für sie eine völlig andere Erfahrung sein wird.
"Ehrlich gesagt werden die Erfahrungen, die wir auf dem alten Kontinent machen werden, ein Riesenunterschied zu dem sein, was wir gewohnt sind", so der 22-jährige Deeb. "Als ich in Bahrain war, habe ich den Profifussball nicht in vollem Umfang erlebt, von daher freue ich mich auf Europa, wo Fitness und strikte Ernährung noch stärker im Blickpunkt stehen."
"Kein Platz für negatives Denken"
Al-Saify wiederum, der am Donnerstag zu Skoda Xanthi stoßen soll, sagte: "Persönlich gesehen war mein Aufenthalt bei Al Dhafra eine Enttäuschung. Ich hatte dort viele Probleme, und anstatt in meiner üblichen Angriffsposition zu spielen, wurde mir eine Rolle als defensiver Mittelfeldspieler zugewiesen. Ich hoffe, dass in Griechenland alles anders wird. Dort ist alles gut organisiert, ich kenne das Team und wie es geführt wird; dies alles wird es mir ermöglichen, meine Fähigkeiten weiter zu entwickeln.
Auf die Frage, ob nun eventuell weitere jordanische Spieler - zuhause auch Nashama genannt - in ihre Fußstapfen treten werden, antwortete Deeb, dass sich andere Vereine ebenfalls für Spieler interessiert hätten und dass er fest an die Fähigkeiten wie auch an das Potenzial seiner Landsmänner glaube, in Europa spielen zu können.
"Im Kopf eines Fussballers ist kein Platz für negatives Denken", meinte der vielseitige Mittelfeldspieler. "Fussball ist heutzutage eine Karriere wie jede andere. Jeder Spieler, der von einem großen Verein im Ausland verpflichtet werden will, muss seine Fähigkeiten mit jeder Partie verbessern. Und in Jordanien gibt es viele Talente, die in der Lage wären, in Europa zu spielen."
"Leider ist es Tatsache, dass das Fussballniveau in Jordanien gesunken ist", erklärt Al-Saify. "Es ist daher unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sich die Dinge wieder verbessern. Danach, da bin ich mir sicher, wird man mehr jordanische Fussballer im europäischen Fussball sehen."

