Im fussballverrückten Honduras steht CD Olimpia wie kaum ein anderer Verein für den Erfolg. Der Klub aus Tegucigalpa steht auch dieses Jahr im Play-off-Finale der nationalen Liga und strebt nach einem weiteren Titel.

Nach dem ersten Platz in der Meisterschaftsrunde Apertura hat sich CD Olimpia trotz einiger Rückschläge vor dem gegnerischen Tor den Weg durch die Play-offs gebahnt und spielt nun im Hin- und Rückspiel um die Fussballkrone Honduras. Für den Klub aus Tegucigalpa ist dies kein Neuland, schließlich genießt er in Honduras einen Ruf wie Liverpool in England oder Real Madrid in Spanien. Kurz gesagt, Olimpia ist die dominierende Mannschaft des zentralamerikanischen Landes, wovon nicht zuletzt der Trophäenschrank zeugt, der schon jetzt aus allen Nähten platzt.

Dabei wäre es noch eine Untertreibung, die Pokal- und Trophäensammlung des Hauptstadtklubs als umfangreich zu bezeichnen. Die "Leones" (Löwen) von Olimpia haben nämlich nicht nur die letzten beiden Titel gewonnen, sondern insgesamt 27 Mal die Meisterschaft für sich entschieden, seitdem sie 1957 zum ersten Mal ganz oben standen. Damit spielen sie so konstant wie kein anderer Verein in Honduras. Auch wenn sieben dieser Titel aus der Zeit stammen, als es in Honduras lediglich eine Amateurliga gab, ist die Leistung des beliebtesten Vereins im Land nicht minder beeindruckend.

Um die herausragende Stellung des Klubs in der Liga zu verdeutlichen, sei nur erwähnt, dass der Verein in den Jahren, wo es nicht zum Gewinn der Liga reichte, immerhin 13 Mal die Meisterschaft als Zweiter abschloss. Zudem haben die "Löwen" ein Mal die SuperCopa geholt, sie gewannen zwei Mal den nationalen Pokalwettbewerb und konnten darüber hinaus auch international Akzente setzen. Olimpia hat nicht nur vier Mal die halbjährlich stattfindende zentralamerikanische UNCAF-Klubmeisterschaft gewonnen, sondern sich auch drei Mal als Sieger des CONCACAF Champion Cup (1958, 1972 und 1988) eingetragen.

Die "Löwen" können außerdem von sich behaupten, das erste Team in Honduras zu sein, das Spieler an europäische Vereine abgegeben hat. David Suazo, ehemaliger Stammspieler und zweimaliger honduranischer Meister mit Olimpia, genießt derzeit das milde italienische Klima bei Cagliari in der Serie A. Der "schwarze Panther" Suazo hatte als Top-Scorer einen wesentlichen Anteil am rasanten Aufstieg seines Vereins während der vergangenen Saison. Der Klub aus Sardinien erntet nun die Früchte der harten Arbeit und rangiert in einer komfortablen Position im Tabellenmittelfeld.

Olimpia ist zudem der einzige honduranische Klub, der im legendären Aztekenstadion von Mexiko-Stadt gewonnen hat, wo man Cruz Azul auf dem Weg zum Gewinn des CONCACAF Champions Cup 1988 mit 2:1 bezwang.

Nachdem sich Honduras 1982 zum ersten und bisher einzigen Mal für die Endrunde einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™qualifiziert hatte, wo gegen Gastgeber Spanien und Nordirland jeweils ein Unentschieden heraussprang, wurde die Mannschaft bereits als kommende Großmacht der CONCACAF-Zone gehandelt. Olimpia hat wie kaum ein anderer Verein in Honduras dazu beigetragen, ein starkes Nationalteam zu formen. Die aktuelle Mannschaft bildet da keine Ausnahme: Milton Palacios, Oscar Bonieck Garcia und Rony Morales sind in den vergangenen 12 Monaten alle für die "Garra Catracha" aufgelaufen.

Anfangsjahre
Gegründet wurde Olimpia 1912, allerdings in einer ganz anderen Sportart. Am Anfang handelte es sich vor allem um einen Baseballklub. Erst 1924 machte man den entscheidenden Schritt und entschloss sich, ein größeres Spielgerät über den grünen Rasen rollen zu lassen. Der Rest der stets in Weiß auflaufenden Mannschaft ist Geschichte.

Der Verein wurde ursprünglich von Santiago Chavarria zu Ehren der Olympischen Spiele 1896 in Athen "Olimpia National" genannt. Nachdem sich 1924 schließlich der Fussball durchgesetzt hatte, musste der Verein nur noch zwei Jahre warten, um sich die erste Landesmeisterschaft zu sichern - der Anfang einer unglaublichen Erfolgsserie.

1928 setzte sich Olimpia im Titelkampf gegen San Pedru Sula durch und begründete damit eine der stärksten Rivalitäten der CONCACAF-Zone. Darüber hinaus gibt es auch noch das Derby gegen Motagua, das ebenfalls aus Tegucigalpa kommt. Mit dieser Mannschaft, auf die man in den Play-offs treffen könnte, teilt der Klub das Stadion Tiburcio Carias Andino, das Platz für 35.000 Zuschauer bietet.

Die aktuelle Mannschaft von Olimpia steckt voller Talente, so etwa die beiden Abwehrrecken Maynor Figueroa und Wilson Palacios. In einer Mannschaft, die praktisch nur aus gebürtigen Honduranern besteht, war Wilmer Velasquez mit seinen elf Toren in der Apertura der entscheidende Akteur. Aber auch sein Nationalmannschaftskollege Palacios konnte sich bereits neun Mal in die Torschützenliste eintragen.

Nachdem der Verein in der UNCAF-Klubmeisterschaft hinter Puntarenas aus Costa Rica den zweiten Platz belegen konnte, geht es nun 2007 im Viertelfinale des CONCACAF Champions Cup gegen DC United aus den USA. Auch wenn man sich die kontinentale Krone bereits drei Mal aufgesetzt hat, datieren diese Erfolge noch aus der Zeit vor der FIFA Klub-Weltmeisterschaft. Olimpia hofft nun auf die Möglichkeit, seine nationale und regionale Sonderstellung 2007 auch auf globaler Ebene unter Beweis stellen zu können.

Eine weitere Erfolgsserie im Champions Cup würde ihnen diese Gelegenheit bieten. Aber jetzt gilt es erst einmal, die Herausforderungen der nahen Zukunft in Angriff zu nehmen. Die Mannschaft muss entweder gegen den ewigen Rivalen und Nachbarn aus Motagua (Zweitplatzierter der Apertura) oder gegen den Drittplazierten Hispano antreten, um am 9. und 16. Dezember den honduranischen Meister in Hin- und Rückspiel auszumachen.

"Wir sind ganz heiß darauf, wieder im Finale zu stehen", gestand Palacios, nachdem Olimpia sich im Halbfinale mit nur zehn Feldspielern gegen San Pedro Sula durchgesetzt hatte. "Wir werden alles für den Titel geben."

Wer würde bei dieser Dominanz und angesichts der beeindruckenden Trophäensammlung schon dagegen wetten, dass sich die "Löwen" von Olimpia auch den 28. Meistertitel krallen?