In vielen südamerikanischen Ligen, etwa in Paraguay, Bolivien, Venezuela und Chile, sind die großen Vereine in die Erfolgsspur zurückgekehrt, während die Meisterschaft in Kolumbien einen völlig unerwarteten Verlauf nahm. FIFA.com lässt den Ausgang in diesen Ligen Revue passieren.
Paraguay: Nach vier Jahren wieder Cerro Porteño
Vier Jahre hat es gedauert, bis Cerro wieder feiern durfte. Mit dem Gewinn der Apertura 2009 hat die Mannschaft nun die paraguayische Meisterschaft geholt. Damit beendete El Ciclón die Vorherrschaft von Libertad und bringt es nun auf 28 Meisterschaften, zehn weniger als Olimpia, der große Rivale, der mittlerweile schon seit zehn Jahren auf den Titel wartet.
Die vom Argentinier Pedro Troglio betreute Mannschaft holte 46 Zähler, vier mehr als das zweitplatzierte Team Libertad, und zehn mehr als der Dritte, Nacional. Von 22 Spielen gewann man 14, spielte vier Mal unentschieden und verlor vier Partien. Bei nur 24 erzielten Treffern - 22 weniger als der nächste Verfolger - lag der Schlüssel zum Erfolg in der Abwehr, die nur elf Gegentore zuließ. Erfolgreichster Torschütze war dann auch ein Mittelfeldspieler, nämlich Spielführer Jorge Brítez, mit sechs Treffern, weit entfernt von den 15 des Torschützenkönigs der Liga Pablo Velázquez (Rubio Ñú).
Weitere herausragende Spieler bei Porteño waren Torhüter Roberto Junior Fernández, Verteidiger Diego Herner, Mittelfeldspieler Javier Villarreal und der junge Angreifer Pablo Noguera. "In der vergangenen Saison haben wir die beiden Klassiker gewonnen sowie eine Partie gegen Libertad und sind dennoch nicht Meister geworden. Dieses Mal ist die Sache gerecht ausgegangen", bekräftigte der Stratege.
Chile: Universidad feiert
Das Team von Universidad de Chile setzte einen Schlussstrich unter fünf enttäuschende Jahre und besiegte im Finale die Mannschaft von Unión Española (1:1 und 1:0), womit der Verein sich die 13. Meisterschaft holte. La U bestritt 23 Spiele, von denen man zwölf gewann bei fünf Unentschieden und sechs Niederlagen sowie einem Torverhältnis von 44:29. Der uruguayische Stürmer Juan Manuel Olivera, Schütze des entscheidenden Treffers beim Rückspiel, war mit elf Toren der erfolgreichste Angreifer des Teams.
Olivera, Torhüter und Spielführer Miguel Pinto sowie die beiden Mittelfeldspieler Marco Estrada und Wálter Montillo zählten zu den wichtigsten Spielern im Team von Sergio Markarián. "Dafür hat man uns geholt, und jetzt haben wir mit dieser tollen Mannschaft den Titel geholt. Mittlerweile ist La U für die Copa Libertadores 2010 qualifiziert, hätte fast die Copa Sudamericana geholt und ist nach fünf Jahren wieder Meister geworden. Viel mehr hätte man mit sechs Monaten Arbeit auch nicht erreichen können", erklärte der uruguayische Trainer der Mannschaft, der trotz des Titelgewinns seinen Hut nimmt und vom Argentinier José Basualdo ersetzt wird.
Bolivien: Der Riese erwacht zu neuem Leben
Zweieinhalb Jahre nach dem letzten Titel kehrt das Team von Bolívar mit dem Gewinn der Apertura 2009 wieder in die Schlagzeilen zurück. Ein Tor des Brasilianers Charles da Silva in der vierten Minute der Nachspielzeit sicherte den 2:1-Sieg der Celeste gegen Real Mamoré und damit den 16. Titelgewinn in der Geschichte des Vereins. Damit kehrt man auch zum ersten Mal seit 2006 in die Copa Libertadores zurück.
Das Team von Gustavo Quinteros holte 40 Zähler, einen mehr als Real Potosí, das bis zum Treffer von Da Silva an der Meisterschale schnuppern durfte. Von 22 Partien gewann man elf, spielte sieben Mal unentschieden und verlor vier. Das alles bei einem Torverhältnis von 36:22. Erfolgreichster Torschütze des Teams und der Meisterschaft war der Uruguayer William Ferreira mit 16 Treffern.
Der erfahrene Torhüter Carlos Arias, die Innenverteidiger Augusto Mainguyague und Alejandro Schiapparelli sowie die Stürmer Jair Reynoso und Aquilino Villalba waren weitere Schlüsselspieler des frisch gebackenen Meisters. "Ich habe den Glauben nie verloren und bin sehr stolz auf unsere Meisterschaft", verriet Quinteros nach den Jubelfeiern.
Kolumbien: Große Überraschungen
Als es den Anschein hatte, dass Júnior de Barranquilla nach vier titellosen Jahren wieder in die Erfolgsspur zurückkehren würde, schlug Once Caldas zu und holte sich den dritten Titel in der Vereinsgeschichte. Dem Team aus Manizales gelang gerade noch der Sprung in die Finalrunde der Apertura. Doch dann besiegte man sensationell El Tiburón in den beiden Endspielen mit 2:1 und 3:1.
"Wir haben Rückgrat bewiesen, gut gespielt und nie den Glauben an uns verloren", bekräftigte Trainer Javier Álvarez. Ausschlaggebend für den Erfolg waren die starken Leistungen von Héctor Landázuri im Tor, das disziplinierte Spiel von John Viáfara und der Torinstinkt von Johan Fano. Es ist das zweite Mal, dass Once Caldas das Team von Junior im Finale besiegt. Das erste Mal hatte man im Apertura-Turnier 2003 gewonnen.
Venezuela: Sieg der Rojos
Der FC Caracas bestätigte auch in dieser Saison seinen Ruf als große Mannschaft des Landes, indem man die zehnte national Meisterschaft holte, die sechste innerhalb eines Jahrzehnts. Der Gewinner der Clausura besiegte im Finale das Team von Deportivo Italia, Sieger des Apertura-Turniers, mit einem 1:1 im Hinspiel und einem 5:0 im Rückspiel.
Unter Trainer Noel Sanvicente und erfahrenen Spielern wie Renny Vega, José Manuel Rey, Gabriel Cichero, Darío Figueroa, Emilio Rentería und Rafael Castellín gelang Caracas das Kunststück, zwischen zwei Viertelfinalspielen um die Copa Libertadores den Titel zu holen. "Das war der schönste meiner bisherigen Siege. Es ist einfach das Größte und man genießt es besonders, weil es so verdient war", freute sich Sanvicente. Mit dem fünften Landesmeistertitel zog El Chita mit Walter Roque und Orlando Fantoni als erfolgreichste Trainer des venezolanischen Fussballs gleich.
