Nach jahrelangen finanziellen Schwierigkeiten geht am 21. Dezember in Bangladesch eine Profiliga an den Start, und alle hoffen, dass damit ein neues und spannendes Kapitel in der Fussballgeschichte des asiatischen Landes aufgeschlagen wird.
Bei der Ankündigung des Ligastarts betonte Anwarul Haq Helal, der Generalsekretär des Fussballverbandes von Bangladesch (BFF): "Wir sind hoffnungsvoll, dass die Profiliga dem Fussball die Popularität wiedergibt, die er an den Cricketsport verloren hat."
In der Dominanz des Cricketspiels in seinem Land sieht Helal die größte Herausforderung für die Entwicklung des Fussballs, obwohl er auf eine Fussballhistorie zurückblicken kann, die im Vergleich zu vielen anderen asiatischen Nationen viel weiter zurückreicht. Das schönste aller Spiele wurde in Bangladesch bereits im 19. Jahrhundert eingeführt und weckte schon bald die Aufmerksamkeit und das Interesse der nationalen Bevölkerung.
Diese Entwicklung setzte sich 1972 nach der Gründung des Fussballverbandes von Bangladesch fort. Bereits zwei Jahre später wurde das Land in den Kreis der FIFA-Familie aufgenommen. Von diesem Zeitpunkt bis Ende der 80er Jahre bewegte der Fussball gigantische Menschenmassen durch das ganze Land. Genauso wie in den anderen Ländern der Welt folgten die Bangladescher ihren Teams zu Auswärtsspielen, stimmten Stadiongesänge an und führten leidenschaftliche Diskussionen über die Spieler.
Diese goldene Ära sollte allerdings nicht lange Bestand haben. Schon bald konnte sich Cricket als Volkssport durchsetzen, vor allem ab 1997, als sich die Nationalmannschaft des Landes für die Cricket-Weltmeisterschaft qualifizieren konnte.
Das unentdeckte Potenzial des Fussballs lässt sich in einem Land, das 138 Millionen Einwohner zählt, indes nur erahnen. Mit der Unterstützung und unter der Leitung der Kommission "Vision Asia" des Asiatischen Fussballverbandes wurde für Bangladesch 2005 ein Projekt ins Leben gerufen, dass zum Ziel hat, den Fussball im Allgemeinen zu fördern und eine Profiliga zu gründen.
Nach zwei Jahren gemeinsamer Anstrengungen hat die harte Arbeit erste Früchte getragen. "Wir haben einen großen Schritt für den Fussball in Bangladesch gemacht", so Helal zu der neuen Liga. "Zum ersten Mal in der über 100-jährigen Geschichte des Fussballs in diesem Land können die Spieler den Sport als richtigen Beruf ausüben."
Mohammedan ist der große Favorit
Kurz vor der Eröffnungsbegegnung der neuen Profiliga steigen die Erwartungen im Land von Tag zu Tag. Diese Erwartungshaltung findet ihren Ausdruck in den zahlreichen Diskussionen darüber, welche der 12 Mannschaften am Ende der Saison ganz oben stehen, obwohl für die meisten Mohammedan Sporting als großer Favorit in diese erste Saison startet.
Mohammedan wurde 1933 als einer von acht Vereinen aus der Hauptstadt Dhaka gegründet und spielte seitdem immer eine herausragende Rolle. Nach dem Gewinn der ersten Meisterschaft im Jahre 1962 hat der Hauptstadtklub weitere 15 Male die Liga gewonnen und landete am Ende der Saison zwölf Mal auf dem zweiten Platz.
Für jeden Fussballfan in Bangladesch stellt sich somit kurz vor dem Saisonauftakt die Frage, ob es überhaupt eine Mannschaft gibt, die dieses Team aufhalten kann.
Diese 12 Mannschaften spielen in der neuen Profiliga Bangladeschs um den Meistertitel:
Abahani
Arambagh Krira Sangha
Badda Jagoroni Sangsad
Bangladesch Muktijoddha Sangsad Krira Chakra
Brothers Union
Chittagong Mohammedan Sporting Club
Chittagong Abahoni Limited
Faridpur District Sports Association
Jalalabad Football Limited
Khulna Abahoni Limited
Mohammedan Sporting Club
Shiekh Rasel Krira Chakra