Europas Fussballprofis kehren allmählich aus dem Urlaub zurück, um mit ihren jeweiligen Klubs die Vorbereitungen auf die neue Spielzeit in Angriff zu nehmen. Sie werden auf neue Gesichter und verlassene Spinde treffen, Ergebnisse des sich immer schneller drehenden Transferkarussells im Sommer. FIFA.com präsentiert einen Überblick über die wichtigsten Zu- und Abgänge der vergangenen zwei Wochen.

Seit der Rückkehr von Florentino Perez an die Spitze von Real Madrid sorgt der spanische Traditionsklub mit spektakulären Transfers für Schlagzeilen. Nach einer kurzen Zeit der Zurückhaltung hat Real nun erneut zugeschlagen: Als weiteren Baustein für den künftigen Luxus-Sturm um Cristiano Ronaldo und Kaká wurde der Franzose Karim Benzema verpflichtet. Doch auch die Abwehr erhielt durch den Zugang des spanischen Nationalverteidigers Raul Albiol vom Ligakonkurrenten FC Valencia namhafte Verstärkung.

Aus Barcelona werden ebenfalls Neuverpflichtungen gemeldet, allerdings betreffen diese die zweite Kraft der katalanischen Metropole: Espanyol sicherte sich die Dienste von Shunsuke Nakamura und verstärkt seinen Kader somit durch einen Spieler von internationalem Rang. Nach vier Spielzeiten bei Celtic Glasgow, wo der Linksfuß die Herzen der Fans eroberte, sucht der Mittelfeldakteur in der spanischen Liga eine neue Herausforderung. Mit ihm wird der junge Stürmer Ben Sahar von der Insel nach Barcelona wechseln. Der junge Israeli wurde beim FC Chelsea ausgebildet, konnte sich aber dort nicht durchsetzen. Atlético Madrid wiederum sicherte sich die Dienste des beliebten Verteidigers von Betis Sevilla, Juanito, der seinem Klub nicht in die zweite Liga folgt, während das junge Talent Miguel de las Cuevas die Colchoneros verlässt und bei Sporting Gijón anheuerte.

Aber auch in England wird kräftig mit den Scheinen gewedelt, in erster Linie in Manchester. Der lukrative Verkauf von Ronaldo ermöglichte es United, den Ecuadorianer Luis Antonio Valencia zu verpflichten, der zu den großen Überraschungen der FIFA WM 2006 gehörte und in den vergangenen drei Spielzeiten das Spiel bei Wigan Athletic dirigierte. Stadtrivale Manchester City wiederum nahm den Ex-Bayern Roque Santa Cruz unter Vertrag, der zuvor bei den Blackburn Rovers zwei erfolgreiche Spielzeiten bestritt. West Ham United einigte sich mit Inter Mailand auf ein Leihgeschäft für den chilenischen Mittelfeldspieler Luis Jimenez, Wigan Athletic verstärkte sein Mittelfeld mit dem Spanier Jordi Gomez von Espanyol und Birmingham City verpflichtete den ecuadorianischen Verteidiger Giovanny Espinoza von Barcelona SC Guayaquil.

Auch der FC Liverpool verstärkte seine Defensive mit dem jungen Nationalverteidiger Glen Johnson, dessen Karriere nach einer frustrierenden Zeit als Ersatzspieler in Chelsea beim FC Portsmouth neuen Schwung aufgenommen hat. Der FC Arsenal wiederum bleibt seiner Personalpolitik treu und verpflichtete erneut ein junges Talent, den belgischen Nationalspieler Thomas Vermaelen, der von Ajax Amsterdam kommt. Der Ersatztorhüter von Aston Villa schließlich, Stuart Taylor, wechselt in der kommenden Saison zu Manchester City, wo er wieder auf seinen ehemaligen Mannschaftskapitän Gareth Barry trifft.

Wie in der Premier League sind auch bei den Klubs der italienischen Serie A lateinamerikanische Fussballer besonders begehrt. Lazio Rom sicherte sich die Dienste des erfahrenen argentinischen Torhüters Albano Bizarri, der von Calcio Catania wechselt, während Landsmann Nicolas Bertolo seinen Klub CA Banfield in Richtung US Palermo verlässt. Udinese Calcio setzt künftig auf den Chilenen Fabian Orellana sowie den Kolumbianer Victor Ibarbo, die von Audax Italiano La Florida beziehungsweise Atletico Nacional Medellin kommen. Der Brasilianer Nene von Nacional Madeira verstärkt Cagliari Calcio, während der SSC Neapel, der seit der Zeit eines gewissen Diego Maradona ohnehin gerne mit Südamerikanern arbeitet, den kolumbianischen Verteidiger vom AC Siena, Camilo Zuñiga, unter Vertrag nahm. Die Azzurri holten aber auch den italienischen Nationaltorhüter Morgan de Sanctis nach Gastspielen beim FC Sevilla und bei Galatasaray Istanbul wieder nach Italien zurück. Der Klub vom Bosporus hat in dem Argentinier Leo Franco, der von Atlético Madrid kommt, bereits gleichwertigen Ersatz für die Torwartposition gefunden und auch seinen Angriff verstärkt: Kader Keita von der Elfenbeinküste, der zuletzt bei Olympique Lyon eher enttäuscht hat, wechselt in die Türkei.

In Griechenland haben sich die Profiklubs mit zahlreichen großen Namen verstärkt, um künftig die europäische Elite herausfordern zu können. Panathinaikos Athen zählt künftig auf die Dienste des Franzosen Djibril Cissé, der nach einer Saison auf Leihbasis beim FC Sunderland von Olympique Marseille kommt, sowie des Brasilianers Leonardo von Ajax Amsterdam, der gemeinsam mit dem Franzosen das neue Angriffsduo bilden wird. Die neuen Offensivkräfte sollen künftig von einem ehemaligen Europameister mit guten Zuspielen versorgt werden: Kóstas Katsouránis kehrt nach drei Spielzeiten bei Benfica Lissabon wieder nach Griechenland zurück. Der amtierende Meister Olympiakos Piräus war ebenfalls nicht untätig und sicherte sich für das Projekt Titelverteidigung die Dienste des erfahrenen schwedischen Verteidigers Olof Mellberg. Auch Panionios Athen und Aris Saloniki schlugen auf dem internationalen Transfermarkt zu und verpflichteten den kroatischen Torjäger Boško Balaban von Dinamo Zagreb beziehungsweise den irischen Stürmer Ian Daly von Manchester City.

In Portugal haben sich Sporting und Benfica Lissabon vorgenommen, die Hegemonie des FC Porto zu beenden. Die Löwen konnten das chilenische Riesentalent Matias Fernandez gewinnen, der bei seinem bisherigen Arbeitgeber FC Villarreal meist auf der Bank Platz nehmen musste. Die Adler wiederum werden das einstige Traumpaar von River Plate wieder zusammenführen, indem sie ihrem Mittelfeld-As Pablo Aimar seinen ehemaligen Partner Javier Saviola zur Seite stellen, der ebenfalls nicht länger die Ersatzbank von Real Madrid drücken wollte. Die beiden Argentinier werden außerdem von der Schnelligkeit und Technik des jungen Brasilianers Ramires profitieren, der erst kürzlich mit seinen exzellenten Auftritten für die Seleção beim FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009 auf sich aufmerksam machte. Eine weitere gute Nachricht für die Rivalen des FC Porto ist, dass der herausragende Akteur der vergangenen Saison, der Argentinier Lucho Gonzalez, den portugiesischen Meister verlässt und zu Olympique Marseille in die Ligue 1 wechselt.

In Frankreich selbst stehen vor allem die Torhüter im Mittelpunkt des Interesses. Paris Saint-Germain lässt Nationalkeeper Mickaël Landreau zum OSC Lille ziehen, hat aber in dem siebenmaligen französischen Meister Grégory Coupet, der sich bei Atlético Madrid nicht durchsetzen konnte und wieder in die Heimat zurückkehrt, vollwertigen Ersatz gefunden. Nach einer hervorragenden Saison in Toulouse wechselt Cédric Carrasso zum aktuellen französischen Meister Girondins Bordeaux, sein Nachfolger bei den Südfranzosen ist Yohann Pelé von Le Mans UC. Ganz ähnlich die Situation bei AS Saint-Etienne, dessen Torhüter Jodi Viviani nach Grenoble wechselt und von Vincent Planté, der den Absteiger SM Caen verlässt, ersetzt wird.

Doch in Frankreich herrscht selbstverständlich auch auf den anderen Positionen Bewegung im Transfermarkt. AS Monaco zum Beispiel bietet dem ehemaligen Stürmer von SM Caen, Steve Savidan, eine neue Herausforderung, während Paris Saint Germain die neue Heimat des türkischen Stürmers Mevlut Erding wird, der von Sochaux kommt. Der japanische Mittelfeldspieler Junichi Inamoto wiederum setzt nach Gastspielen bei Arsenal, Galatasaray Istanbul und Eintracht Frankfurt bei Stade Rennes seine Europa-Tournee fort.

Besagte Frankfurter fanden in Selim Teber, der in der vergangenen Saison bei der TSG Hoffenheim auf sich aufmerksam machte, einen Nachfolger für den Japaner. Hoffenheim optierte beim jüngsten Transfergeschäft für die Erfahrung von 222 Bundesligaspielen für Hertha BSC Berlin und sicherte sich den altgedienten kroatischen Abwehr-Recken Josip Šimunić. Borussia Mönchengladbach musste zwar Hoffnungsträger Marko Marin zu Werder Bremen ziehen lassen, konnte aber in dem Venezolaner Juan Arango, der fünf Spielzeiten lang Stammkraft beim RCD Mallorca in der spanischen Primera División war, einen namhaften Nachfolger an sich binden.

Abschließend ein Blick auf den Spielermarkt in Mexiko, dessen Primera Division in der neuen Spielzeit einen leicht afrikanischen Touch erhält. Der Kameruner Alain N'Kong verstärkt die Indios Juarez und der Angolaner António Mendonça will sich beim FC Puebla durchsetzen. Unter den weiteren Transfers sind noch der Wechsel des kolumbianischen Verteidigers Aquivaldo Mosquera vom FC Sevilla zum CF America sowie der des argentinischen Stürmers Emanuel Villa von Derby County zu Cruz Azul erwähnenswert.