Der "Zauberzwerg" ist von einer Riesenlast befreit: Rechtzeitig vor dem EM-Halbfinale der deutschen U-21 am Freitag in Helsingborg gegen Italien (20:45 Uhr) weiß Marko Marin endlich, wo seine sportliche Zukunft liegt. Nach einer wochenlangen Hängepartie ist der Wechsel des sechsmaligen Nationalspielers von Borussia Mönchengladbach zu seinem Wunschverein Werder Bremen perfekt. Der DFB-Pokalsieger überweist Spekulationen zufolge rund acht Millionen Euro an den Niederrhein, Marin soll bei Werder einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013 unterschreiben.

Werder-Sportdirektor Klaus Allofs hatte sich intensiv um die Verpflichtung des 20-Jährigen bemüht und im Transferpoker sämtliche Mitbewerber bereits frühzeitig ausgestochen. Einzig das grüne Licht aus Gladbach ließ lange auf sich warten. Am Ende scheinen nun aber alle Parteien zufrieden.

Eberl: "So ist das Geschäft"
"Es ist immer schade, wenn man einen so guten Spieler verliert. Aber so ist das Geschäft. Wir hatten am Dienstag noch ein vernünftiges Gespräch mit Bremen und haben dabei eine gute Einigung gefunden. Damit können alle leben", sagte Borussen-Geschäftsführer Max Eberl dem "sid" und hat in dem venezolanischen Nationalspieler Juan Arango vom spanischen Erstligisten RCD Mallorca angeblich schon einen möglichen Ersatz im Visier.

Die Bremer haben derweil nach dem Abgang von Spielmacher Diego, der für 24,5 Millionen Euro zum italienischen Rekordmeister Juventus Turin wechselt, einen ersten Hochkaräter an Land gezogen. Zuvor war Werder bisher einzig bei der Verpflichtung des bolivianischen Nationalstürmers Marcelo Moreno, der auf Leihbasis von UEFA-Cup-Sieger Schakhtar Donezk kommt, auf dem Transfermarkt aktiv geworden. Marin soll künftig gemeinsam mit seinem U-21-Teamkollegen Mesut Özil das Kreativspiel der Hanseaten beleben.

Offensivallrounder Marin stand in Gladbach eigentlich noch bis zum 30. Juni 2010 unter Vertrag, hatte jedoch bereits in den vergangenen Wochen verstärkt auf seinen Wechsel nach Bremen gedrängt. Dass die Vollzugsmeldung dennoch lange auf sich warten ließ, schien den sensiblen Dribbelkünstler zuletzt nicht unerheblich zu belasten. Im abschließenden EM-Vorrundenspiel der U-21 am vergangenen Montag gegen England (1:1) hatte ihn Trainer Horst Hrubesch erst in der 68. Minute eingewechselt.