Der Pokal für den Gewinn der englischen Premier League ist vor dem 38. und letzten Spieltag bereits vergeben und dürfte seinen Platz in einer Glasvitrine von Manchester United gefunden haben. Die UEFA Champions League-Tickets zwei und drei gingen zum FC Liverpool und zum FC Chelsea. Langeweile pur auf der Insel? Mitnichten!

Während der FC Fulham gegen den FC Everton und Tottenham Hotspur beim FC Liverpool im Fernduell um den letzten Platz in der neuen UEFA Europa League buhlen, rangeln der AFC Sunderland (gegen Chelsea), Hull City (gegen ManU), Newcastle United (bei Aston Villa) und der FC Middlesbrough (bei West Ham United, alle 17:00 Uhr) um die letzten drei Startplätze in der kommenden Premier-League-Saison.

Trainerwechsel zeigt wenig Wirkung
Es war kein Aprilscherz: Nach Kevin Keagan, Joe Kinnear und Chris Hughton übernahm Newcastle-Legende Alan Shearer am Ersten des vierten Monats des Jahres die bis dato arg gerupften Magpies. Zwischen 1996 und 2006 absolvierte der heute 38-Jährige 303 Partien für die Toon Army und erzielte dabei 148 Tore. Seine Mission: den Absturz in Liga zwei verhindern. Nach nur 29 eingefahrenen Zählern aus 30 Spielen hechelte der viermalige Meister dem rettenden Ufer zwei Punkte hinterher.

Nach sieben Spielen unter Shearer ist die Ausgangsposition aber nur unwesentlich besser: Newcastle belegt einen Spieltag vor Saisonende weiterhin Platz 18, liegt mit 34 Punkten jetzt einen Zähler hinter der rettenden 17. Position, die Hull City inne hat. Der Blick auf die nackten Zahlen prophezeit den sechsten Abstieg in der Vereinsgeschichte, den ersten nach 1988/89. Die letzten fünf Partien auf fremden Platz konnten die Magpies nicht gewinnen, aus den letzten zwölf Spielen sprang überhaupt nur ein "Dreier" heraus. Gegner Aston Villa kassierte in den letzten sechs Spielen nur eine Niederlage.

Hull empfängt Champions, Huth-Klub taumelt am Abgrund
Vielleicht reicht Newcastle aber auch ein Punkt, vorausgesetzt Hull City kassiert eine Heimpleite gegen den alten und neuen Champion Manchester United. Auf dem Papier eine fast unlösbare Aufgabe, doch könnten die Tigers davon profitieren, dass die Red Devils bereits das Finale der europäischen Königsklasse in Rom gegen den FC Barcelona im Kopf haben. Hull hat die letzten neun Spiele nicht gewonnen, bot ManU im Hinspiel in Old Trafford beim knappen 3:4 aber mächtig Paroli. Meister Manchester holte aus den vergangenen acht Ligaspielen satte 22 Punkte.

Nur noch Außenseiterchancen im Existenzkampf besitzt das Team von Robert Huth, der FC Middlesbrough. Bei drei Punkten Rückstand und einer um vier Tore schlechteren Tordifferenz im Vergleich zu Hull müsste Boro bei West Ham United schon hoch gewinnen und zusätzlich auf Schützenhilfe in den anderen Partien hoffen. Der letzte "Dreier" des UEFA-Pokalfinalisten von 2006 liegt allerdings bereits sechs Partien zurück, am 18.4. gab es ausgerechnet gegen Hull einen 3:1-Heimerfolg.

Liverpooler Klubs spielen Zünglein an der Waage um Platz sieben
Die besten Karten im Abstiegskampf hat zweifellos der AFC Sunderland. Vor dem Abschluss-Spieltag, an dem der FC Chelsea im Stadium of Light gastiert, liegen die Black Cats mit 36 Punkten zwei Zähler vor dem ersten Abstiegsrang. Aus den letzten zwölf Spielen sprang für Sunderland nur ein Sieg heraus, aber sowohl Hull als auch Newcastle müssten schon gewinnen um den sechsmaligen Meister noch abzufangen.

Um den siebten Rang und den damit letzten Platz in der UEFA Europa League geht es für den FC Fulham (daheim gegen den FC Everton) und Tottenham Hotspur, die zum FC Liverpool müssen. Dank der besseren Tordifferenz könnte den Cottagers bereits ein Punkt genügen. Fulham hat die letzten beiden Partien gewonnen, Tottenham ist seit drei Spielen ungeschlagen.