So spannend war es in der Bundesliga noch nie! Drei Spieltage vor dem Saisonende können theoretisch noch sechs Klubs deutscher Meister werden. Gerade einmal fünf Punkte trennen Spitzenreiter VfL Wolfsburg und den sechstplatzierten Hamburger SV. Dieses Titelrennen kann an Dramatik nicht mehr zu überbieten sein.

Felix Magath und seinen Wölfen scheint auf der Zielgeraden die Luft auszugehen. Seitdem öffentlich bekannt wurde, dass der Coach und Manager in Personalunion zu Schalke 04 wechseln wird, fehlt den Niedersachsen die vorher in beeindruckender Manier unter Beweis gestellte Konstanz. Nach zehn Siegen infolge ging man bei Energie Cottbus und beim VfB Stuttgart als Verlierer vom Platz. Und obwohl sie zwischenzeitlich zuhause gegen 1899 Hoffenheim gewinnen konnten, haben die Wolfsburger damit den kriselnden Rekordchampion Bayern München wieder ins Spiel gebracht.

An der Isar ist man derweil erleichtert. Seit der Trennung von Trainer Jürgen Klinsmann wirkt das Star-Ensemble um Franck Ribéry souveräner. Interims-Coach Jupp Heynckes setzt auf Altbewährtes und führte seine Mannschaft damit wieder in eine Situation, in der die Meisterschale zum Greifen nahe sein kann. Die Bayern sind punktgleich mit Wolfsburg und haben ebenso wie die Wölfe noch zwei Heimspiele vor der Brust. Am Ende könnte gar das Torverhältnis über Triumph und Trauer entscheiden.

Doch auch Hertha BSC Berlin und der VfB Stuttgart liegen noch gut im Rennen. Während die Hauptstädter aus den letzten vier Spielen zehn Punkte holten, verweisen die Schwaben auf einen Mario Gomez in Topform, denn der deutsche Nationalstürmer hat zuletzt beim 4:1-Sieg gegen Wolfsburg alle vier Tore geschossen. Für Berlin spricht das vermeintlich leichteste Restprogramm, Stuttgart muss dagegen am letzten Spieltag noch nach München. Und selbst Borussia Dortmund sowie die Bundesliga-Dinosaurier aus Hamburg könnten es noch schaffen, am Ende ganz oben zu stehen, schielen aber wohl eher in Richtung UEFA Champions League-Qualifikation.

"Wir sind selbstbewusst genug und wissen, was wir können", sagt Bayern-Coach Heynckes, um dann hinzuzufügen: "Es nützt uns nichts, jetzt irgendetwas hinauszuposaunen. Wer ein Spiel verliert in dem Vierkampf, spielt wohl nächste Saison im UEFA-Cup." Wolfsburgs Trainer Magath klingt da selbstbewusster: "Mal sehen, wer noch neun Punkte aus drei Spielen holt. Bei uns sehe ich da gute Chancen."

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