Wenn in gut einem Jahr die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ beginnt, ist dies für Afrika eines der größten sportlichen Ereignisse überhaupt in der Geschichte des Kontinents. Schon jetzt spürt man die Begeisterung im Gastgeberland Südafrila - und auch bei den Nationen, die noch um ein WM-Ticket in der Qualifikation kämpfen.

Mehr als 1,6 Millionen Kartenbestellungen sind bis zum 31. März bei der FIFA eingegangen, 30% stammen dabei aus Südafrika. Es scheint, als würde der gesamte Kontinent diesem Turnier entgegenfiebern. Und so darf man gespannt sein, welches Fest die Fans im fussballverrückten Afrika erleben werden.

Doch schon jetzt begeistern Wochenende für Wochenende herausragende Akteure vom WM-Kontinent die deutschen Anhänger in der Bundesliga. FIFA.com stellt Ihnen an dieser Stelle die besten Akteure vor.

Aus zwei mach' drei
Das wohl beste Gespann afrikanischer Fussballer steht derzeit bei 1899 Hoffenheim unter Vertrag. Der Nigerianer Chinedu Obasi und der Franco-Senegalese Demba Ba spielten eine herausragende Hinrunde und hatten großen Anteil an der Herbstmeisterschaft des Aufsteigers. Ba sammelte bereits 17 Scorerpunkte in dieser Spielzeit, und wenn Obasi nicht mit vielen Verletzungen zu kämpfen gehabt hätte, würden sicherlich mehr als sechs Treffer und drei Torvorlagen auf seinem Konto stehen.

In der Winterpause wurde aus dem furiosen Afrika-Duo ein Trio. Nach der schweren Verletzung von Top-Torjäger Vedad Ibisevic entschied sich Trainer Rangnick für ein Ausleihgeschäft des Ivorers Boubacar Sanogo. Der 26-Jährige spielt bereits seit 2005 in Deutschland und erzielte in 92 Bundesliga-Partien 25 Treffer für den 1. FC Kaiserslautern, den Hamburger SV und zuletzt Werder Bremen.

Ein Pharao in Dortmund
Ein weiterer Torjäger und Publikumsliebling ist ebenfalls seit 2005 in der Bundesliga zu Hause. Der Ägypter Mohamed Zidan wechselte zu Beginn der Saison 2008/09 vom Hamburger SV zu Borussia Dortmund, wo er unter seinem ehemaligen Trainer Jürgen Klopp (die beiden arbeiteten schon beim FSV Mainz 05 zusammen) zu alter Stärke zu finden scheint.

Nach einem durchwachsenen Jahr in der Hansestadt, wo er in 21 Begegnungen nur zwei Mal erfolgreich war, läuft es beim momentan Tabellenneunten besser. Fünf Treffer in bisher 20 Partien lassen auf ein erfolgreiches Saisonende des 18-fachen Nationalspielers hoffen.

Sambias Kapitän in Bielefeld
Ein echter Kapitän einer afrikanischen Nationalmannschaft steht in den Reihen von Arminia Bielefeld, das sich mitten im Abstiegskampf befindet. Christopher Katongo aus Sambia kam im vergangenen Sommer von Bröndby IF nach Westfalen, wo er gemeinsam mit dem Polen Artur Wichniarek auf Torejagd gehen soll. Jedoch konnte der 26-Jährige bislang nur zweimal über einen eigenen Treffer jubeln.

Umso besser läuft es für den 1,69 Meter großen Techniker mit der sambischen Auswahl. In der letzten Runde der Afrika-Qualifikation startete man mit einem beachtlichen 1:1 auswärts in Ägypten. Katongo rackerte 90 Minuten auf dem Platz in Kairo und hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg seines Teams.

Algerier in Bochum und Gladbach
Zwei algerische Internationale verdienen sich ihr Geld beim VfL Bochum bzw. Borussia Mönchengladbach. Während der achtfache Nationalspieler Karim Matmour bei den Fohlen aus Gladbach in der Offensive Akztente setzen soll, liegt die Hauptaufgabe von Bochums Antar Yahia in der Defensivarbeit.

Voll auf WM-Kurs mit Tunesien liegt nach dem ersten Spieltag der finalen Afrika-Phase Karim Haggui von Bayer Leverkusen. Dank des 2:1-Auswärtserfolges in Kenia darf der Innenverteidiger der Werkself auf das Ticket für Südafrika 2010 hoffen. Derweil läuft es auf der Klub-Ebene nicht wirklich rund. In dieser Saison kam der 25-Jährige nur auf magere sechs Einsätze, konnte dabei aber immerhin ein Tor erzielen.

Kölner Quintett und Hamburger Quartett
Gleich fünf Akteure aus Afrika stehen bei Aufsteiger 1. FC Köln unter Vertrag. Kurios: Mit Manasseh Ishiaku (Nigeria), Pierre Wome (Kamerun), Wilfried Sanou (Burkina Faso) und Derek Boateng (Ghana) stießen gleich vier Afrikaner vor der aktuellen Spielzeit zu den Rheinländern. Nur Adil Chihi, der bislang ein Länderspiel für Marokko absolvierte, ist seit 2004 im Verein.

Mit Timothee Atouba, Guy Demel, Collin Benjamin und Jonathan Pitroipa stehen auch beim Hamburger SV Profis vom WM-Kontinent im Kader. Der Kameruner Atouba laboriert schon seit einigen Monaten an einem Achillessehnenriss, auch der 17-fache ivorische Internationale Demel war zuletzt angeschlagen und verpasste das 5:0 im WM-Qualifikationsspiel gegen Malawi. Namibias Benjamin kann sich in der Zwischenzeit voll auf seinen Verein konzentrieren, da seine Nationalmannschaft nicht mehr im Rennen um ein WM-Ticket ist. Anders sieht das beim erst 21-jährigen Pitroipa aus. Beim HSV kommt der Mittelfeldspieler immer besser in Fahrt, und mit Burkina Faso gehört er zu den positiven Überraschungen in der Afrika-Qualifikation.

WM-Gastgeber in der Bundesliga
Auch zwei Mitglieder der Bafana Bafana stehen in Deutschland Woche für Woche auf dem Platz. Defensiv-Spezialist Bradley Carnell kämpft mit dem Karlsruher SC aktuell gegen den Abstieg, darf sich jedoch schon jetzt auf die FIFA WM 2010 im eigenen Land freuen. Auch Torhüter Rowen Fernández von Arminia Bielefeld macht sich weiterhin Hoffnungen, auf den südafrikanischen WM-Zug zu springen.

Ihre Meinung zählt
Wer ist in Ihren Augen der beste afrikanische Fussballer in der Bundesliga? Ist es ein Mitglied des Hoffenheimer Trios? Oder doch ein anderer Akteur?