In Europa wird der Titel des besten Torschützen wieder einmal hart umkämpft sein. Drei Monate vor Saisonende wirft FIFA.com einen Blick auf die derzeit besten Torjäger, die ihren Vereinen mit ihren Treffern zum Erfolg verhelfen.
Einige Top-Stürmer haben nach einer eher mäßigen Spielzeit wieder zu alter Stärke zurückgefunden, beispielsweise der Kameruner Samuel Eto'o oder der Franzose Nicolas Anelka. Andere wie der Österreicher Marc Janko, der Italiener Marco Di Vaio oder der Schotte Kris Boyd bleiben auch weiterhin an der Spitze der Torjägerliste ihrer jeweiligen Liga.
Die Sternstunde des Marc Janko
Red Bull Salzburg marschiert mit Riesenschritten auf den Titelgewinn in der österreichischen Bundesliga zu. Eines der Erfolgsgeheimnisse der Salzburger ist der Torriecher des Nachwuchsstürmers Marc Janko. Er allein hat die Hälfte aller Tore seiner Mannschaft erzielt und ist mit 32 Treffern in 25 Partien derzeit bester Torschütze der europäischen Ligen.
Das beste Beispiel für seine hervorragende Beziehung zum Ball datiert vom 19. Oktober 2008, als er beim 4:3-Erfolg seines Klubs gegen SCR Altach alle vier Treffer erzielte. Der 25-Jährige verliert trotz dieser Erfolgsserie nicht die Bodenhaftung. "Die Mannschaft arbeitet sehr viel für mich. Aber die Zeiten ändern sich. Stürmer machen auch oftmals lange Durststrecken durch", erklärte er vor einigen Monaten in einer österreichischen Zeitung.
Das Comeback von Eto'o und Anelka
Aber Janko ist nicht der einzige Torjäger, dem in dieser Saison viele Tore auf einen Streich gelangen. Im Kampf um den Goldenen Schuh in Europa erzielte Samuel Eto'o am zehnten Spieltag der spanischen Liga vier Tore gegen Real Valladolid. Damit kehrt Samu in den elitären Kreis der besten Torjäger zurück.
Der Kameruner, der in der letzten Saison beim FC Barcelona aussortiert worden war, packte die Gelegenheit beim Schopf, die er vom neuen Trainer Josep Guardiola erhielt, und zeigte sein ganzes Können. Gemeinsam mit Lionel Messi und Thierry Henry bildet er nun ein "Trio Infernale", das jeder Gegner fürchtet. Eto'o hat insgesamt 23 Tore auf dem Konto, dazu kommen 18 von Messi und 14 von Henry. Alle drei zusammen haben mit 55 Treffern mehr Tore erzielt als jede Mannschaft der Primera División, einmal abgesehen von Real Madrid.
Pep Guardiola verriet, was sich hinter dem radikalen Wandel von Eto'o von einer Saison zur nächsten verbirgt: "Samuel hat ein fantastisches Jahr, und damit meine ich nicht nur seine Tore. Er ist ein hervorragender Torjäger, und ich freue mich darüber, dass er glücklich ist und uns hilft. Ich habe nur versucht, ihn davon zu überzeugen, dass er auf sich allein gestellt keinen Blumentopf gewinnen würde."
Ein weiterer Stürmer, der sich derzeit wieder in Top-Form befindet, ist der Franzose Nicolas Anelka. Dass der Niederländer Guus Hiddink zur Saisonmitte auf der Trainerbank des FC Chelsea Platz nahm, hat der Treffsicherheit von Anelka keinen Abbruch getan. Nicht zuletzt dank seiner bislang 15 Treffer können sich die Londoner auch weiterhin Hoffnungen auf den Titel machen. Die Sturmreihe der Blues wird durch die Rückkehr des Ivorers Didier Drogba sogar noch gefährlicher werden.
"Es kommt darauf an, Tore zu schießen und Spiele zu gewinnen. Wer die Treffer erzielt, ist letztendlich egal. Heute bin ich das vielleicht, morgen Didier. Ich hoffe, dass wir beide gemeinsam viel erreichen können", so Anelka nach der Rückkehr seines Mannschaftskameraden.
Neue Namen
Außer diesen Stürmern, die bereits einen großen Namen haben, machten auch noch einige weniger bekannte Angreifer auf sich aufmerksam. Der Bosnier Vedad Ibisevic kämpfte mit seinen 18 Treffern noch bis vor kurzem Seite an Seite mit Janko und Eto'o um die Torjägerkrone in Europa. Dann wurde der Spieler der TSG 1899 Hoffenheim jedoch durch eine schwere Knieverletzung für den Rest der Saison außer Gefecht gesetzt.
In den Niederlanden war der 24-jährige Marokkaner Mounir El Hamdaoui einer der Erfolgsgaranten von AZ Alkmaar in der Eredivisie. 20 Tore gehen bislang auf sein Konto, und das Team von Louis Van Gaal ist nach 28 Jahren Wartezeit ganz nah am Titelgewinn.
Marco Di Vaio, einer der Globetrotter der Fussballwelt, erlebt bei Bologna gerade seinen "zweiten Frühling". Auf das Konto des 32-Jährigen gehen nach seinem Hattrick am letzten Spieltag insgesamt 19 Treffer. Damit lässt er Konkurrenten wie Zlatan Ibrahimovic und Alberto Gilardino hinter sich.
Der Schotte Kris Boyd ist im Kreis der besten Torjäger Europas kein Unbekannter mehr. Er ist in der schottischen Premier League ganz nah dran, sich zum dritten Mal in vier Jahren die Torjägerkrone zu sichern. Für die Glasgow Rangers erzielte er insgesamt 21 Treffer.
In Frankreich macht der Nachwuchs weiterhin von sich reden. Der 23-jährige Andre Pierre Gignac vom FC Toulouse trat in die Fußstapfen des letztjährigen Torschützenkönigs Karim Benzema und rangiert mit 16 Treffern an der Spitze der Torjägerliste der Ligue 1. Auf Rang zwei folgt mit einem Tor weniger Guillaume Hoarau von Paris St. Germain.
Bis zum Ende der Saison kann sich allerdings noch viel tun. Vielleicht tauchen noch neue Gesichter auf, oder die Routiniers erleben weitere Glanzmomente. Sicher ist nur, dass die Tore in den europäischen Ligen auch weiterhin fallen werden.
