In den vergangenen Jahren gehörten in der K-League stets drei Teams, die alle in oder um die Hauptstadt der Republik Korea beheimatet sind, zu den Top-Favoriten auf den Gewinn des Titels. Dementsprechend standen auch in der vergangenen Saison die Suwon Samsung Bluewings, der FC Seoul und Seongnam Ilhwa Chunma zum Abschluss der Spielzeit auf den ersten drei Plätzen. Am Ende sicherten sich die Suwon Bluewings nach einem Finale mit Hin- und Rückspiel gegen den Erzrivalen und Titelverteidiger FC Seoul ihre vierte Meisterschaft.
Seongnam, das knapp das Nachsehen und den insgesamt achten Titel verpasst hatte, verpflichtete daraufhin umgehend Shin Tae-Yong als Trainer, der den Drittplatzierten in der Vergangenheit als Spieler bereits zu sechs Titeln führte. Die Erwartungen an den ehemaligen Mannschaftskapitän Shin sind im Vorfeld des Eröffnungsspiels beim FC Daegu dementsprechend hoch.
Der amtierende Meister Suwon beginnt das Projekt Titelverteidigung mit einer kniffligen Aufgabe gegen den koreanischen Pokalsieger Pohang Steelers, während der Vizemeister FC Seoul auswärts in Gwangyang gegen die Chunnam Dragons antreten muss. Doch das Spiel des Tages der Auftaktrunde ist sicherlich das Aufeinandertreffen zwischen dem neuen K-League-Teilnehmer FC Gangwon und Jeju United.
Neue Trainer mit hohen Zielen
Auch wenn viele Gangwon nicht zutrauen, die drei traditionellen "Schwergewichte" herauszufordern, hofft der Neuling von der Ostküste dennoch darauf, in der Debütsaison einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. "Wir werden versuchen, als Newcomer frischen Wind in die Liga zu bringen und für die ein oder andere Überraschung zu sorgen", sagte Trainer Choi Soon-Ho, der einst bei den Pohang Steelers an der Seitenlinie stand und im letzten Jahr den Zweitligisten Ulsan Mipo Dockyard zur Meisterschaft führte. "Ich war derart erfolgsbesessen, dass ich mit Pohang nicht erreichen konnte, was ich wollte. Doch nun verfüge ich über die Erfahrung und das Wissen, um Spiele zu gewinnen und das Team vorzubereiten."
Ähnliche Zuversicht zeigt auch Kim Ho-Gon, der nach sechs Jahren als Leiter des koreanischen Fussballverbandes wieder auf die Trainerbank zurückkehrt und Ulsan Hyundai Horangi betreuen wird. "Ich freue mich, wieder an die Seitenlinie zurückzukehren, auch wenn wir nicht viel Zeit für Verpflichtungen gehabt haben", sagte Kim. "Doch Ulsan gehörte in der Vergangenheit immer zu den stärkeren Teams in der oberen Tabellenhälfte. Ich bin sicher, dass wir in der Lage sein werden, unseren Fans, die uns durch dick und dünn begleitet haben, Freude zu bereiten."
Auch Incheon United gehört zu den drei Klubs, die im Winter auf die Verpflichtung eines neuen Trainers gesetzt haben, doch verständlicherweise ist der neue Übungsleiter Ilija Petkovic etwas zurückhaltender als seine Rivalen. "Ich weiß, wie schwer es in der K-League ist, doch unser Ziel ist es, unter die ersten Vier zu kommen. Ich möchte kein Trainer sein, der die Fans enttäuscht", sagte der Serbe. "Aber auch wenn es schwierig ist, den Titel zu versprechen, werden wir in jedem Match alles geben."
Rivalen aus Honam holen auf
Als wahrer Herausforderer der drei großen Klubs indes gilt der ehemalige AFC Champions League-Sieger Jeonbuk Hyundai Motors, der seinen Kader mit einigen klangvollen Namen verstärken konnte, unter ihnen Lee Dong-Gook und Kim Sang-Sik. "Wir hatten im vergangenen Jahr einen miserablen Saisonstart und haben es am Ende kaum bis in die Playoffs geschafft, doch dieser Fehler wird uns in dieser Spielzeit sicher nicht unterlaufen", versprach Trainer Choi Kang-Hee. "Es sind viele gute Spieler zu uns gestoßen, und die jungen Profis haben genug Erfahrung gesammelt. Wir möchten dieses Jahr glanzvoll in die Saison starten und die Topteams herausfordern."
Die Chunnam Dragons, die im ersten Honam-Derby gegen Jeonbuk, auch wenn es sich um ein Testspiel handelte, immerhin ein 1:1 erreichten, schlagen ihrerseits etwas leisere Töne an. "Unser Ziel ist es, unter die ersten sechs Teams zu kommen, die sich für die Playoffs qualifizieren. Dafür werden wir wohl etwa 42 Punkte benötigen, und ich habe einen ausgeklügelten Plan vorbereitet, um das zu erreichen", sagte Park Hang-Seo, Trainer des Teams.
Suwon Samsung Bluewings, FC Seoul, Pohang Steelers und Ulsan Hyundai sind in diesem Jahr alle auch in der AFC Champions League vertreten, die in der kommenden Woche den Spielbetrieb aufnimmt. Trotz der Herausforderung, gleichzeitig auf heimischem und internationalem Parkett bestehen zu müssen, geht jede der vier Mannschaften mit dem gebotenen Optimismus an die Aufgabe: den Gewinn des kontinentalen Titels.
