Dass der Fussball auch als König aller Sportarten bezeichnet wird, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass dieser König Fussball die Sportwelt gewissermaßen wie ein Monarch beherrscht, der alle magisch anzieht. Dabei spielt es keine Rolle, ob man reich oder vermögend bzw. berühmt oder der Öffentlichkeit unbekannt ist. Jeder Fussballverein zählt neben den treuen Fans, die ihre Lieblingsmannschaft regelmäßig im Stadion anfeuern, auch ein paar Prominente zu seinen Verehrern. FIFA.com stellt Ihnen einige dieser Edelfans etwas näher vor.

Und wenn schon die Rede vom König ist, dann beginnen wir unsere Reise um die Welt auch in England. Der britischen Königin Elisabeth II. sagt man nach, dass ihr Fussballherz für den FC Arsenal schlägt. Dies dürfte die ebenfalls in London ansässigen Queens Park Rangers neidisch werden lassen, denen die Königin trotz der Namensgleichheit keine moralische Unterstützung gewährt. Anders die Rocksänger Pete Doherty und Robert Smith, die als treue Anhänger der Queens Park Rangers gelten. Und Englands Popstar Elton John hatte sich im Jahr 1976 sogar entschlossen, seinen Lieblingsverein, den FC Watford, zu kaufen. In den 32 Jahren, die er an der Klubspitze stand, führte er die Hornets, die er bereits als Kind ins Herz geschlossen hatte, von der vierten englischen Liga bis zum Vizemeister-Titel im Jahr 1983 und im Jahr darauf ins Finale des FA Cups, dass allerdings der FC Everton mit 2:0 für sich entschied.

Einen ähnlichen Aufschwung mag auch Robbie Williams im Visier gehabt haben, als er sich im Februar 2006 als Aktionär beim englischen Drittligisten Port Vale FC einkaufte, der in seiner Heimatstadt Stoke-on-Trent angesiedelt ist. "Ich lebe zwar in Los Angeles, doch mein Zuhause wird für immer Stoke-on-Trent bleiben", so der frühere Bandleader von Take That. "Es ist der Beweis dafür, dass ich mit dem Herzen immer noch dort bin. Deshalb werde ich für ewig ein großer Fan dieser Mannschaft bleiben." Was Liam und Noel Gallagher anbelangt, so verfügen beide bei Manchester City zwar über keine Anteile am Aktienpaket, was sie jedoch nicht davon abhält, bei jeder Gelegenheit als Fans der Skyblues in Erscheinung zu treten. So auch neulich bei einem Auftritt von Oasis, als die beiden Brüder ihren Song "Don't look back in anger" und davon vor allem die Passage "Don't you know you might find a better place to play?" (Meinst du nicht, dass Du Dir einen besseren Ort zum Fussballspielen suchen solltest?) Kaká widmeten, um den der Klub zu jener Zeit intensiv warb.

Der "Herr" von San Lorenzo
Die Gilde der Schauspieler steht den Stars aus der Musikszene keineswegs nach, wenn es um ihren Lieblingsverein geht. So konnten die Fans von Aston Villa bereits Tom Hanks im Stadion beobachten, wie er mit dem Klubschal um den Hals die Mannschaft der Villans nach vorn peitschte, und Sylvester Stallone wurde schon häufig im Goodison Park von Liverpool, der Spielstätte des FC Everton, in der Fankleidung und mit dem Vereinsschal der Toffees gesichtet. Kevin Costner hingegen verbindet seit dem Jahr 1990, als er sich zu Dreharbeiten in England aufhielt, eine tiefe Zuneigung zum FC Arsenal. Dem Bodyguard aus dem gleichnamigen Hollywood-Film hatte es die Atmosphäre im damaligen Highbury-Stadion angetan. Seither gilt er als bekennender Fan der Gunners. Wie sehr er sich den Londonern verbunden fühlt, zeigt eine Anekdote aus dem Jahr 2004, als Costner der Meinung war, "seine" Mannschaft würde vor eigenem Publikum auf Aston Villa treffen. Stattdessen fand die Partie aber im Villa Park statt! Für Kevin kein Problem: Er mietete kurzerhand einen Hubschrauber, der ihn zum Auswärtsspiel nach Birmingham flog...

Noch etwas weiter geht die Liebe zu "seinem" Verein bei Viggo Mortensen. Denn der Hauptdarsteller aus dem Kinohit Herr der Ringe ist nebenbei auch der "Herr des Nuevo Gasómetro", dem Stadion des argentinischen Erstligisten San Lorenzo. Der U.S.-amerikanische Schauspieler, der in Venezuela und Argentinien aufwuchs, ist seit seiner Kindheit ein eingefleischter Fan des Zyklons, wie San Lorenzo in Argentinien genannt wird. Als Zeichen dafür hat er auf Reisen stets ein Trikot seiner Lieblingsmannschaft dabei. "Ich erinnere mich nicht mehr genau daran, wie es dazu kam, dass ich zum Fan von San Lorenzo wurde. Aber ein Vereinstrikot habe ich heute ständig im Gepäck", so der Leinwandheld und Darsteller des Aragorn aus Herr der Ringe. "Ich informiere mich jeden Tag per Internet über alles, was im Verein passiert, denn ich möchte nichts verpassen. Ich bin verrückt nach diesem Klub!" So verrückt, dass er schon mal zur Oscar-Verleihung mit einer Vereinsfahne erscheint oder ein Asado, das in Argentinien traditionelle Grillfest, veranstaltet, zu dem er alle seine Idole der Blauroten (so die Farbe der Spielkleidung von San Lorenzo) aus seinen Kindheits- und Jugendjahren einlädt!

Ähnlich verhält es sich bei dem mexikanischen Schauspieler Gael García Bernal, dessen Liebe zu UNAM Pumas sogar in seinen Filmen zu spüren ist. Im dem im Jahr 2001 produzierten Streifen Y tu mamá también (Und auch deine Mutter) kamen ein paar giftige Bemerkungen vor, die an die Adresse von América, den Erzrivalen der UNAM Pumas, gerichtet waren. Und im Jahr 2008 verkörperte er in Rudo und Cursi sogar einen Spieler seines Lieblingsklubs. Während einer Drehpause am Set sagte er: "Ich befinde mich an dem Ort, wo die Mannschaft meines Herzens ihr Training absolviert. Die UNAM Pumas sind für mich das Größte!"

"Botafogo für immer"
Als Darsteller von Che Guevara in dem Film Carnets de Voyage (Die Reise des jungen Che) hatte García Bernal in der Person von Regisseur Walter Salles sicher auch einen guten Gesprächspartner in Sachen Fussball. Denn der brasilianische Cineast ist als bedingungsloser Anhänger von Botafogo Rio de Janeiro bekannt, von dem es heißt, dass er sich mitunter lieber ein Spiel seiner Lieblingsmannschaft ansieht als für einen seiner Filme hinter der Kamera zu stehen. "Ich gehöre zu einer Generation, die in Rio de Janeiro zu einer Zeit aufgewachsen ist, als noch Garrincha, Gerson und Jairzinho für Botafogao spielten", so Salles im Rückblick. "Meine erste Partie, die ich unmittelbar im Stadion verfolgt habe, war das Endspiel der Carioca-Meisterschaft (Meisterschaft des Bundesstaats Rio de Janeiro) von 1968 im Maracanã-Stadion. Damals war ich gerade mal zwölf Jahre alt. Das Spiel endete mit einem 4:0-Sieg von Botafogo über Vasco da Gama, und das vor 120.000 begeisterten Zuschauern! Da muss man einfach zum ewigen Fan von Botafogo werden..."

Eine etwas andere Art, ihre Vorliebe zu einem bestimmten Verein Nachdruck zu verleihen, wählten die italienischen Schauspielerinnen Sabrina Ferilli und Sophia Loren. Als bekennende Fans von AS Rom bzw. SSC Neapel hatten beide einen Striptease versprochen, falls die Giallorossi im Jahr die UEFA Champions League gewinnen und die Azzurri im Jahr 2007 in die Serie A aufsteigen würden. Zum Leidwesen der Römer schied AS Rom jedoch bereits im Viertelfinale gegen Manchester United aus dem Wettbewerb aus. Der SSC Neapel dagegen schaffte zwar den Aufstieg, hat seither von dem Versprechen der großen Diva des italienischen Films aber nichts mehr gehört. "Vielleicht ist es auch besser so", sollen einigen Tifosi geäußert haben, denn die schöne Italienerin hat mittlerweile schon das stattliche Alter von 72 Jahren erreicht!

Ihre Meinung zählt
Hat auch Ihr Lieblingsklub prominente Fans? Schreiben Sie uns, welche Stars und Sternchen aus dem Show-Business Ihrem Verein ihr Herz geschenkt haben. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.