Mehr als fünf Monate sind vergangen, seitdem Argentinien im Finale gegen Nigeria unter der sengenden Mittagssonne im Vogelnest-Stadion von Peking die zweite Olympische Goldmedaille in Folge erobert hat. Zahlreiche U-23-Stars konnten die Olympischen Spiele in Fernost als Sprungbrett für eine erfolgreiche Vereinskarriere nutzen. FIFA.com wirft einen Blick auf einige Youngster und deren Entwicklung nach den Olympischen Spielen.

Die vom ehemaligen Publikumsliebling Samson Siasia trainierte nigerianische Olympia-Mannschaft brachte viel Elan und Spielfreude nach Peking. Einer der Silbermedaillen-Gewinner, Chinedu Ogbuke Obasi, sorgt zurzeit mit seinen Toren für den überraschenden Tabellenführer der deutschen Bundesliga, 1899 Hoffenheim, für Aufsehen. Der wieselflinke Angreifer, der auch als Flügelspieler im Mittelfeld eingesetzt werden kann, ist mit sechs Treffern der zweitbeste Torschütze seiner Mannschaft. Er hat ebenso wie Victor Obinna, der bei den Olympischen Spielen drei Treffer erzielte und vor kurzem innerhalb der Serie A von Chievo Verona zu Tabellenführer Inter Mailand wechselte, einen Stammplatz in der nigerianischen Nationalmannschaft.

Nigeria war jedoch nicht die einzige afrikanische Mannschaft, die bei der Endrunde in China für Furore sorgte. In den Reihen der Elfenbeinküste, die im Viertelfinale an Nigeria scheiterte, stand unter anderem Solomon Kalou, der für den englischen Spitzenklub FC Chelsea auf Torejagd geht. In Frankreich konnte sich Gervinho als antrittsschneller Flügelspieler bei UC Le Mans durchsetzen und bislang vier Tore erzielen, und auch Franck Dja Djedje konnte sich bei Ligue 1-Aufsteiger Grenoble Foot einen Stammplatz erkämpfen, wechselte jedoch in der Winterpause zu Racing Straßburg. Zudem konnten auch einige Spieler der kamerunischen Olympia-Mannschaft in der höchsten Spielklasse Frankreichs Fuß fassen: Nikolas Nkoulou hat eine großartige Zukunft beim AS Monaco vor sich. Der beeindruckendste Karrieresprung aller Unzähmbaren Löwen, die im vergangenen Jahr in Peking mit dabei waren, gelang jedoch Alexandre Song. Der Neffe von Rigobert, einer Ikone des kamerunischen Fussballs, zieht nun im Mittelfeld von Arsenal London die Fäden, nachdem Arsène Wenger zahlreiche verletzte Spieler ersetzen muss.

Belgien, dessen internationales Ansehen seit den Erfolgen von Enzo Scifo und Jean Marie Paff in den 80er Jahren stark abgenommen hat, zählte in Peking zu den großen Überraschungen. Der kopfballstarke Marouane Fellaini ist nun beim FC Everton in der englischen Premier League unter Vertrag, obwohl er gleich im ersten Spiel der Belgier vom Platz gestellt wurde und bis zum Halbfinaleinzug seiner Mannschaft keine einzige Partie mehr bestritt. Vincent Kompany erging es ähnlich: Nach seiner roten Karte im Auftaktspiel gegen Brasilien wurde er vom Hamburger SV zurück beordert. Vor kurzem wechselte er zum englischen Klub Manchester City, wo er die Fäden im Mittelfeld ziehen soll. Moussa Dembele, der im Viertelfinal-Krimi gegen Italien zwei Treffer zum 3:2-Sieg der Belgier beisteuerte, soll Gerüchten zufolge ebenfalls vor einem Wechsel nach England stehen. Im Moment ist er ebenso wie sein Mannschaftskamerad Maarten Martens in der niederländischen Eredivisie bei AZ Alkmaar unter Vertag.

Auch die Italiener hatten in Peking einige viel versprechende Talente hervorgebracht, die später den Sprung in die Serie A schafften. Der kleingewachsene Spielmacher Sebastian Giovinco steht nun bei Juventus Turin unter Vertrag (nach einer Ausleihe an den FC Empoli), während Giuseppe Rossi in Spanien für den FC Villarreal Tore am Fließband erzielt.

Obwohl die USA den Einzug in die K.o.-Runde verpassten, wurde Jozy Altidore zum ersten U.S.-amerikanischen Spieler in der spanischen Primera División, wo er gemeinsam mit Rossi Tore für Villarreal erzielen soll. Sasha Kljestan, der sich in Peking ebenfalls in die Torschützenliste eintragen und mit starken Leistungen im Mittelfeld überzeugen konnte, ist ein Wunschspieler von Celtic Glasgow. Maurice Edu hingegen trägt das Trikot von Celtics Stadtrivalen, den Glasgow Rangers. Michael Bradley, der auch in der A-Nationalmannschaft einen Stammplatz hat, ist nach einem erfolgreichen Gastspiel in den Niederlanden nunmehr fester Bestandteil der Mannschaft von Borussia Mönchengladbach.

Zu jenen Teams, die bei den Olympischen Spielen 2008 maßgeblichen Anteil am Vorrunden-Aus der USA hatten, zählten auch die Niederlande. Von dieser hoch talentierten Mannschaft, die im Viertelfinale an Argentinien gescheitert war, schafften Hedwiges Maduro (FC Valencia) und Royston Drenthe (Real Madrid) den Sprung in die spanische Primera División, während Ryan Babel weiterhin eine wichtige Rolle in Rafael Benitez' Rotationsprinzip beim FC Liverpool spielt.

Obwohl auch andere Mannschaften mit zahlreichen Talenten nach Peking angereist waren, verfügten die südamerikanischen Vertreter mit Abstand über die meisten Stars. Der Brasilianer Anderson hatte vor seiner Verletzung einen Stammplatz im Mittelfeld von Manchester United, während seine Mannschaftskameraden Jo und Lucas ebenfalls den Sprung in die Premier League (zu Manchester City bzw. zum FC Liverpool) schafften.

Am beeindruckendsten waren jedoch die Leistungen der Talente von Olympiasieger Argentinien. Lionel Messi ist nach wie vor in Spanien beim überlegenen Tabellenführer FC Barcelona unter Vertrag, wo er zurzeit in der Form seines Lebens spielt und die Auszeichnung zum FIFA-Weltfussballer des Jahres 2008 nur knapp verpasste. In der spanischen Hauptstadt ist Sergio Agüero, der in Peking zwei Mal getroffen hatte, der mit Abstand beste Torschütze von Atlético Madrid. Gago hingegen konnte sich unter Juande Ramos bei Real Madrid als Stammspieler etablieren.

Argentinische Legionäre findet man jedoch nicht nur in Spanien: Man denke nur an Ezequiel Lavezzi, der beim SSC Neapel im Moment der unumstrittene Publikumsliebling ist. Seit seiner Rückkehr von den Olympischen Spielen in Peking erzielte er für den süditalienischen Traditionsklub bereits fünf Treffer.

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