Auf dem langen und steinigen Weg zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 werden zahlreiche Teams aufeinandertreffen, die sich bereits bestens aus der Vergangenheit kennen (einige haben sogar schon die ersten Duelle hinter sich). Dennoch befinden sich unter den 200 Nationalmannschaften, die an der seit August 2007 laufenden WM-Qualifikation teilnehmen, auch ein paar völlig unerfahrene Neulinge wie die Komoren, Myanmar, Timor Leste und Tuvalu.

Allerdings schaffte es keines der genannten Teams in die Gruppenphase der WM-Qualifikation, so dass sie deren weiteren Verlauf nur noch als Außenstehende verfolgen können. Ganz anders hingegen die Mannschaft aus Montenegro, der auf Anhieb der Sprung in die Hauptrunde der WM-Qualifikation gelang und die daher bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen am Sonntag in Durban vertreten sein wird. FIFA.com berichtet über die bisherige Entwicklung.

Montenegro, das Flaggschiff
Von den fünf neu für die WM-Qualifikation gemeldeten Nationalmannschaften besitzt einzig Montenegro noch eine Chance, bei dem in zweieinhalb Jahren in Südafrika stattfindenden Turnier dabei zu sein. Die südosteuropäische Nation, die aus der nach der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 vollzogenen Trennung von Serbien hervorging, zählt zu jenen Nationalteams, die an diesem Sonntag in Durban bei der Auslosung der WM-Qualifikationsgruppen in den Lostöpfen vertreten sind.

Montenegro wurde erst 2007 FIFA-Mitglied und hofft nun, unter der Leitung seines Nationaltrainers Zoran Filipovic, dem legendären Torjäger der 70er Jahre von Roter Stern Belgrad, möglichst bald im Konzert der großen Fussballnationen mitmischen zu können. Im ersten Länderspiel nach Erlangung der staatlichen Unabhängigkeit, das noch vor dem offiziellen FIFA-Beitritt ausgetragen wurde, landete Montenegro einen 2:1-Sieg gegen Ungarn, der bei den Fans große Hoffnungen weckte. Die restliche Bilanz von einem weiteren Sieg gegen Estland, einem Remis sowie drei Niederlagen fiel indes eher ernüchternd aus.

Einer der auffälligsten Nationalspieler Montenegros ist Mirko Vucinic, der zurzeit beim AS Rom unter Vertrag seht. Trainer Filipovic, der von Beginn an als Nationalcoach tätig ist, begründet den allgemeinen Optimismus wie folgt: "Das Wichtigste ist, dass jeder unserer Spieler das Nationaltrikot aus Leidenschaft und voller Stolz trägt. Wir stehen am Anfang einer großen Herausforderung, die zu meistern alles andere als leicht sein wird. Sich dieser Herausforderung zu stellen, lohnt sich jedoch allemal."

Bis zum nächsten Mal
Die anderen vier Debütanten haben ein weiteres Mal eine altbekannte Regel bestätigt, die da lautet: Sobald es um Punkte geht, spielt die Erfahrung eine entscheidende Rolle. In Afrika fanden die Hoffnungen der Komoren nach den beiden Niederlagen (2:6 und 0:4) gegen Madagaskar ein schnelles Ende. Die Enttäuschung für die rund 710.000 Bewohner des Inselstaates war dennoch ziemlich groß. Andererseits war die Teilnahme an der WM-Qualifikation für Südafrika 2010 wohl eher darauf ausgerichtet, erste Erfahrungen zu sammeln, als konkrete Hoffnungen zu nähren, vor allem wenn man bedenkt, dass die Komoren erst seit 2005 offizielles Mitglied der FIFA sind.

Nicht viel besser erging es Timor Leste auf dem asiatischen Kontinent, das gegen Hongkong in der Gesamtbilanz mit 3:11 das Nachsehen hatte. Im Fall von Myanmar liegen die Dinge indes anders. Die dortige Nationalmannschaft hatte bereits im Jahr 1950, als das Land noch Burma hieß, für die WM-Qualifikation gemeldet, dann jedoch verzichtet, ohne ein einziges Spiel absolviert zu haben. Nachdem sich das Gleiche in den Jahren 1994 und 2002 wiederholt hatte, schloss die FIFA den nationalen Verband des asiatischen Staates von der WM-Qualifikation 2006 aus. In der Ausscheidungsrunde zur WM-Qualifikation für Südafrika 2010 bestritt Myanmar dann zwar endlich die ersten Spiele, hatte jedoch gegen die VR China (0:7 und 0:4) nicht den Hauch einer Chance.

Für Tuvalu in Ozeanien gilt eine Besonderheit. Obgleich der Fussballverband von Tuvalu derzeit kein FIFA-Mitglied ist, nahm dessen Nationalmannschaft am Fussballturnier im Rahmen der Pazifik-Spiele teil, das gleichzeitig als Ausscheidungsrunde zur WM-Qualifikation in der Asien-Zone diente. Allerdings blieb Tuvalu dabei ebenso auf der Strecke wie die anderen drei Neulinge dieser WM-Qualifikation aus Asien und Afrika.