
Der Startschuss zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ fällt erst in knapp drei Jahren, und in dieser langen Zeit wird Brasilien noch nicht einmal die Qualifikation bestreiten. Dennoch gibt es einige Aushängeschilder des brasilianischen Fussballs, die bereits einen aktiven Beitrag zur WM 2014 geleistet haben.
Um der feierlichen Vorrundenauslosung, die am Samstag in der Marina da Glória in Rio de Janeiro stattfand, etwas mehr Glanz zu verleihen, wurden Stars der Gegenwart und der Vergangenheit des brasilianischen Fussballs eingeladen, FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke bei der Auslosung der Gruppen als Assistenten zu unterstützen.
FIFA.com unterhielt sich mit einigen dieser Fussballgrößen, die sich alle sehr bewegt zeigten, weil sie die Weltmeisterschaft so hautnah miterleben konnten. Für einige war es die erste, zum Beispiel für die Nachwuchsstars Lucas Piazon, Neymar und Ganso, für andere eine weitere, beispielsweise für die Weltmeister Cafu und Bebeto.
Lucas begreift die Dimensionen
"Ich bin sehr glücklich darüber, bei der Vorrundenauslosung dabei sein zu können. Das ist freut mich natürlich umso mehr, weil sie in meinem Heimatland stattfindet. Ich fühle mich wirklich sehr geehrt", so Neymar nur wenige Augenblicke bevor er an der Seite von Cafu die Bühne betrat, um bei der Gruppenauslosung der Afrika-Zone mitzuwirken.
Zico, der gemeinsam mit Lucas, dem Nachwuchsstar des FC São Paulo, bei der Gruppenauslosung der Asien-Zone assistierte, zeigte sich ebenfalls vollauf begeistert davon, dass Brasilien nun zum zweiten Mal die Chance bekommt, eine WM auszurichten. "Wir hatten die WM 1950 hier, in einer Zeit, in der der Sport noch nicht das war, was er heute ist. Erst nach der damaligen WM ist Brasilien im Fussball zur dem geworden, was es derzeit ist. Wenn es ein Land verdient hat, eine WM auszurichten, dann sicher Brasilien."
Mit gerade einmal 17 Jahren macht Lucas Piazon bereits die ersten großen Schritte im Fussball und hatte vor diesem wichtigen Termin in Rio de Janeiro gerade mit der brasilianischen Auswahl die FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2011 in Mexiko bestritten. Er zeigte sich überrascht, von den gigantischen Ausmaßen der Veranstaltung. "Bisher war mir das noch nicht klar gewesen, aber die Weltmeisterschaft fängt wirklich hier an", meint er. "Natürlich träume ich von der WM 2014. Ich weiß, dass ich noch weit davon entfernt bin: Zunächst einmal muss ich daran denken, mich bei Chelsea durchzusetzen und um einen Stammplatz kämpfen. Wenn das klappt, werde ich sicher meine Chance bekommen", so der Nachwuchsstar des FC São Paulo, der Ende 2011 zum englischen Spitzenklub wechseln wird.
"Wäre zu gern dabei"
Da hat er ganz ähnliche Hoffnungen wie Bebeto, dessen Sohn Mattheus in der Nachwuchsabteilung von Flamengo spielt. Das war übrigens derjenige, dessen Geburt beim zweiten Tor der Brasilianer gegen die Niederlande im Viertelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ 1994 in den USA mit der berühmten Geste gefeiert wurde. "Es ist eine große Freude, die ganze Welt zur Auslosung in unserem Land zu empfangen. Ich bedaure nur, dass ich das alles nicht als Spieler erleben durfte, aber ich träume immer noch davon, dass mein Sohn diesen Traum für mich wahr macht", so Bebeto. "Bis 2014 wird noch viel geschehen: Jedes Jahr schafft ein neuer Spieler den Durchbruch, und wer weiß, vielleicht wird Mattheus ja dabei sein. Ich glaube immer, dass er ausgewählt wurde, als ich damals diese Geste machte, um das Tor zu feiern."
Nachdem der legendäre Zagallo und Fellipe Bastos von Vasco da Gama die Gruppen der Ozeanien-Zone ausgelost hatten, kamen die Bälle, auf die die Fussballwelt mit der größten Spannung gewartet hatte, an die Reihe: Diejenigen, die über das Schicksal der hart umkämpften Europa-Qualifikation entscheiden. Die Assistenten waren Paulo Henrique Ganso vom FC Santos sowie Ronaldo Fenômeno, der auf der Bühne noch Scherze darüber machte, wie toll es wäre, eine fünfte Weltmeisterschaft zu Hause zu bestreiten. "Jetzt ist für mich die Zeit gekommen, die Seleção nur noch von außen anzufeuern", erklärt der WM-Rekordtorschütze, der Anfang des Jahres seinen Rückzug aus dem aktiven Fussball bekannt gegeben hatte. "Ich wäre zu gern bei einer WM in Brasilien dabei, aber ich habe die falsche Zeit erwischt."








