Navas hofft auf das große Comeback der "Ticos"
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Costa Rica sucht die Revanche. Nachdem die Tricolor 2002 und 2006 bei zwei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ in Folge vertreten gewesen war, gelang es dem Team nicht, das Ticket für Südafrika 2010 zu lösen. Die Costa-Ricaner mussten sich in einer spannenden Playoff-Runde gegen Uruguay geschlagen geben. Seitdem warten die Spieler auf die Gelegenheit, Wiedergutmachung zu leisten und auf die größte Fussballbühne der Welt zurückzukehren.

Jetzt ist der große Augenblick endlich gekommen. Am 6. Februar startet die mittlerweile von Jorge Luis Pinto trainierte Auswahl in die letzte Etappe der Qualifikation für die WM-Endrunde 2014 in Brasilien. Gegner ist der Nachbar aus Panama, die Partie findet in der panamaischen Hauptstadt statt. Keylor Navas, auf Vereinsebene Schlussmann des spanischen Klubs UD Levante und einer der Leistungsträger der Ticos, freut sich schon auf die Partie und unterhielt sich in einem Exklusiv-Interview mit FIFA.com.

Mittelamerika-Meister aus der Ferne
Einige Tage vor dem Start der sechs Teams umfassenden letzten Qualifikationsrunde hat Costa Rica seine Vorbereitung auf bestmögliche Weise abgeschlossen. Das Team konnte sich im Finale des UNCAF Nationen-Pokals mit 1:0 gegen Honduras durchsetzen und ist damit Mittelamerika-Meister. Navas konnte zwar nicht am Turnier teilnehmen, weil er mit seinem Verein Verpflichtungen in Europa wahrnahm, feierte den Titel aber trotzdem: "'Das ist der Beweis dafür, dass wir unsere Sache gut machen, und das macht mich sehr zufrieden, weil die Ergebnisse stimmen. Ich bin immer mit meinen Mannschaftskameraden in Kontakt und habe mich sehr über den Triumph gefreut."

Auch wenn er Augenblicke wie diesen verpasst, gibt es für den Torwart keinen Zweifel daran, dass er den richtigen Weg gegangen ist, als er sich für einen Wechsel nach Spanien entschied. "In Europa zu spielen ist wichtig, das hilft schon bei der Entwicklung. Man macht hier sehr gute Erfahrungen, die vorher in Costa Rica nicht möglich waren und die einen mental und spielerisch weiterbringen. Ich persönlich bin zwar in der Liga kein Stammspieler, habe aber in der Europa League und in der Copa del Rey gespielt. Ich habe meine Sache dort gut gemacht, und in der Nationalmannschaft auch. Deshalb bin ich sehr gelassen", meint er.

Dank dieser Erfahrungen ist Navas in der Nationalmannschaft seines Landes mittlerweile zu einer festen Größe avanciert. Sein Debüt feierte er 2008. In der Qualifikation für Südafrika 2010 war er Stammtorhüter und hält das Turnier für sich und seine Mitspieler für eine nützliche Erfahrung, auch wenn man das WM-Ticket am Ende nicht lösen konnte. "Ich habe viel Vertrauen in die Nationalmannschaft. Wir spielen schon ziemlich viele Jahre zusammen. Wir kennen uns sehr gut und können deshalb bessere Leistungen bringen", so der Schlussmann.

Motivation und Talent
Dennoch hatte Costa Rica zu Beginn der Qualifikation für Brasilien 2014 zunächst mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Das Team musste in einer kniffligen Gruppe unter anderem gegen Mexiko und El Salvador antreten und brauchte einen Auswärtssieg gegen die Salvadorianer, um den Einzug in die nächste Runde zu schaffen. Laut Navas haben diese schwierigen Augenblicke das Team jedoch noch stärker gemacht. "Ich glaube, wir haben uns weiterentwickelt, weil wir uns anfangs tatsächlich etwas schwer getan haben. Wir haben nicht wirklich zu unserem Spiel gefunden, aber jetzt fühlen wir uns viel besser. Wir haben mit dieser Mannschaft bereits viele Spiele bestritten, wir wissen, was auf dem Spiel steht, und das wird uns in der Runde der letzten Sechs sicherlich weiterhelfen."

Die erste Hürde heißt Panama. Die Panamaer gehören zu den Teams, die in der Region den größten Sprung nach vorn gemacht haben und von den Costa-Ricanern keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden sollten. "Sie haben gute Spieler, die ihr Niveau ganz schön steigern konnten. Wir dürfen dort keine Fehler machen und uns nicht verrückt machen lassen. Ein Unentschieden wäre zwar nicht ideal, denn es wird wichtig sein, auswärts Punkte zu holen. Aber auf jeden Fall muss klar sein, dass man dieses Spiel nicht in den ersten 10 oder 20 Minuten gewinnen muss, sondern über die ganze Spielzeit hinweg. Wir dürfen weder von unserer Spielweise abrücken noch die Ruhe verlieren", meint Navas.

"Wollen uns unbedingt qualifizieren"
Besagte Spielweise haben die Costa-Ricaner im Laufe der letzten beiden Jahre weiter ausgefeilt. Der Torhüter erklärt, wie sie im Einzelnen aussieht. "Wir sind eine junge Mannschaft, die das ganze Spiel hindurch viel Laufarbeit leistet und um jeden Ball kämpft. Wenn wir in Ballbesitz sind, nehmen wir gern das Heft in die Hand. Wir versuchen immer, die Räume auf den Flanken auszunutzen, die der Gegner uns lässt. Wir verfügen über schnelle und konterstarke Spieler."

Zum Abschluss möchte Keylor Navas der Fangemeinde der Ticos, die schon ungeduldig auf den Beginn der letzten Qualifikationsrunde wartet, noch eine optimistische Botschaft übermitteln. "Wir gehen mit einer sehr positiven Einstellung an die Sache heran und wollen uns unbedingt für die WM qualifizieren. Beim letzten Qualifikationswettbewerb hatten wir dieses Glück leider nicht, aber dadurch wird die Hoffnung nur doppelt so groß und wir konzentrieren uns nun voll und ganz darauf, unser Ziel zu erreichen."