
Trotz seiner Wahl zu Asiens Fussballer des Jahres hat Lee Keunho nach eigenem Bekunden noch große Ziele. Der Stürmer von Ulsan Hyundai wurde jüngst als erster koreanischer Spieler zu Asiens Spieler des Jahres gewählt, nachdem er 2012 im Verein und in der Nationalmannschaft beeindruckende Leistungen gezeigt hatte.
In der AFC Champions League spielte der 27-Jährige groß auf und erzielte bei Ulsans erstmaligem Titelgewinn vier Treffer. Darüber hinaus wählte man ihn zum wertvollsten Spieler des Wettbewerbs. Auch in der koreanischen Auswahl wusste er zu beeindrucken und erzielte fünf Tore, darunter ein Doppelpack beim 4:1-Sieg gegen Katar in der abschließenden Qualifikationsrunde Asiens für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™.
Der Lohn für diese Leistungen kam also nicht ganz überraschend, und so setzte sich Keunho bei der AFC-Gala gegen Irans Star Ali Karimi und den Spielführer der Nationalmannschaft der VR China Zheng Zhi durch und sicherte sich die höchste Auszeichnung auf dem Kontinent.
"Es war wirklich ein ganz wichtiges Jahr für mich", gestand Keunho FIFA.com in einem Exklusiv-Interview direkt nach der Gala. "Ich habe wieder einen Platz im Nationalteam erobert und mit Ulsan die AFC Champions League gewonnen. Es ist für mich eine ganz besondere Ehre, dass ich zu Asiens Spieler des Jahres gewählt wurde."
Großer Auftritt auf Asiens Bühne
Lee Keunho ist im asiatischen Fussball keineswegs ein Unbekannter, denn er war bereits in der Qualifikation für Südafrika 2010 dabei. Doch erst die Spiele der AFC Champions League in diesem Jahr boten ihm die ideale Bühne, um sich auf dem Kontinent zu zeigen.
Bei seinem Debüt mit Ulsan fehlte der bewegliche Spieler in keinem Gruppenspiel. Obwohl er in dieser Phase kein Tor erzielte, war er doch ein ständiger Unruheherd für die gegnerischen Mannschaften, die am Ende mit ansehen mussten, wie sich Kim Hogons Team ungeschlagen in der Gruppe durchsetzte.
Sein erstes Tor erzielte er im Achtelfinale gegen den japanischen Meister Kashiwa Reysol, als ihm zwei Minuten vor dem Abpfiff der entscheidende Treffer gelang. In der folgenden Viertelfinalpartie war Keunho beim 4:0-Erfolg im Rückspiel gegen Saudi-Arabiens Spitzenklub Al Hilal erneut erfolgreich. Ins Schwarze traf er auch in beiden Halbfinalpartien gegen Bunyodkor und trug mit dazu bei, dass sich Ulsan nach Hin- und Rückspiel klar mit 5:1 durchsetzte.
Goalgetter und Vorbereiter
Doch Keunho beeindruckte den Kontinent nicht nur mit dynamischen Sturmläufen und seinem Torinstinkt, sondern erwies sich auch als ein hervorragender Torvorbereiter. So setzte er Rafinha hervorragend in Szene, der Buyodkors Führung durch Jovlon Ibrokhimov egalisierte. Am Ende setzte sich Ulsan mit 3:1 bei Bunyodkor durch. Gegen Al Ahli spielte er eine perfekte Flanke auf Kim Seungyong, der den entscheidenden Treffer zum 3:0-Sieg erzielte.
"Das habe ich alles nur der Mannschaft zu verdanken", erklärte Keunho, als er über das für ihn besonders erfolgreiche Jahr sprach. "Wir hatten einen tollen Lauf in der Champions League und haben am Ende den Titel geholt. Ohne das Team und meinen Trainer wäre das alles nicht möglich gewesen. Es war schon etwas ganz Besonderes, denn es war mein erster Titel als Spieler, und dann auch noch bei meinem Debüt in der Champions League. Ich habe fast alle Ziele erreicht, die ich mir dieses Jahr gesetzt hatte."
Natürlich gibt es aber auch für einen ehrgeizigen Spieler wie Keunho noch Träume, die er verwirklichen möchte, und so richtet er nun sein ganzes Augenmerk auf die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft. Das letzte Qualifikationsspiel hat die Republik Korea mit 0:1 gegen Iran verloren. Damit musste man die Tabellenführung an Usbekistan abgeben. Trotz dieser Enttäuschung ist Keunho überzeugt, dass sein Team noch gute Chancen hat, seinem Ruf als erfolgreichste Mannschaft Asiens in der Qualifikation für die FIFA WM gerecht zu werden.
"Es war ein Jammer, dass wir das Spiel gegen Iran verloren haben. Dennoch bin ich guter Hoffnung, dass wir alle gemeinsam - der Trainerstab, meine Mitspieler und ich - uns in der Qualifikation durchsetzen werden. Von den letzten vier Partien sind drei Heimspiele. Es gibt also noch genügend Möglichkeiten, uns durchzusetzen", erklärte er. "Wir sind alle überzeugt, dass wir in Brasilien 2014 dabei sein werden."



