Unterschiedliche Vorzeichen in Südamerika
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Von den drei Nationalteams, die den neunten Spieltag der Südamerika-Qualifikation nutzten, um sich an der Tabellenspitze abzusetzen, möchten zwei diesen Weg zum Rückrundenbeginn fortsetzen. Argentinien und Ecuador wollen sich in den anstehenden Auswärtsspielen durchsetzen und der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ in Brasilien damit einen weiteren Schritt näherkommen.

Der Tabellenzweite Kolumbien ist spielfrei. Uruguay und Chile möchten hingegen ihre letzten Auftritte vergessen machen, während Bolivien und Paraguay wieder bei Null anfangen. FIFA.com blickt voraus.

Das Topspiel

Chile - Argentinien
Dienstag, 16. Oktober, 20:05 (Ortszeit)
Estadio Nacional, Santiago

Die eine Seite steht unter Hochdruck, die andere kann ganz entspannt an die Sache herangehen. Chile und Argentinien stehen sich in einem Duell gegenüber, in dem die Albiceleste ihre derzeitige Hochform bestätigen und die Lage für La Roja und deren Trainer Claudio Borghi damit noch komplizierter machen könnte. Der Tabellenführer geht nach dem klaren Sieg gegen Uruguay mit breiter Brust in die Partie und will an die jüngst gute Bilanz mit drei Siegen aus vier Spielen anknüpfen.

Für die Argentinier spricht zudem die Topform von Lionel Messi, der sich mit Riesenschritten an die drei besten Torjäger der ewigen Tabelle annähert. Derzeit hat er 30 Treffer auf dem Konto, nur noch vier weniger als der drittplatzierte Diego Maradona. Auch Ángel di Maria und Sergio Agüero präsentierten sich jüngst in Hochform. Zweifelhaft ist noch der Einsatz von Gonzalo Higuaín, den eine Hüftverletzung plagt.

Die Gastgeber stehen hingegen vor einer schweren Mission. Nach der Niederlage gegen Ecuador ist die Mannschaft zusammengerückt und will die Suppe nun gemeinsam auslöffeln. Die Spieler versprachen vollen Einsatz, um die Situation in einem Wettbewerb zu entschärfen, den das Team im Juni so vielversprechend mit drei Siegen in Folge begonnen hatte. Zu allem Übel sind Arturo Vidal, Osvaldo González und Pablo Contreras auch noch gesperrt. Gary Medel kehrt allerdings ins Team zurück und wird versuchen, den starken gegnerischen Angriff auszubremsen, der beim 4:1-Sieg der Argentinier im Hinspiel zu überzeugen wusste.

Die anderen Spiele

Genauso wie Argentinien kann auch Ecuador, das derzeit 16 Punkte auf dem Konto hat, sich im Falle eines Sieges gegen Venezuela an der Tabellenspitze absetzen. Das Team von Reinaldo Rueda geht nach dem Heimsieg gegen Chile mit viel Selbstbewusstsein in die Partie, muss jedoch noch unter Beweis stellen, dass es auswärts genauso solide Leistungen bringen kann wie in Quito. Die Auswärtsbilanz der Ecuadorianer beläuft sich nämlich auf zwei Niederlagen und ein Unentschieden.

Die Venezolaner vertrauen indes darauf, dass sich diese Negativstatistik fortsetzt und sie vor heimischem Publikum wertvolle Punkte holen können, um den Anschluss an die Spitzengruppe wiederherzustellen. Die Vinotinto war am Freitag spielfrei und geht daher gut ausgeruht in die Partie. Dabei hofft man auf einen weiteren guten Tag von Salomón Rondón. Es gibt allerdings auch einen Wermutstropfen: Andrés Túñez fällt nämlich angeschlagen aus.

Unter den Teams, die noch einmal angreifen wollen, ist Uruguay vielleicht am begierigsten darauf, endlich wieder zu siegen. Die Celeste hat zwei der drei letzten Begegnungen verloren, dabei acht Gegentreffer kassiert und ist in der Tabelle zurückgefallen. Allerdings wird das Team in der entscheidenden Partie gegen Bolivien auf Mannschaftskapitän Diego Lugano sowie auf Diego Godín und Martín Cáceres verzichten müssen.

Die Bolivier rangieren mit sieben Punkten Rückstand auf den letzten Qualifikationsplatz an vorletzter Stelle. Die Auswahl von Xabier Azkargorta träumt nun davon, dem Ganzen noch die Wende zu geben, aber selbst der Trainer weiß, dass dies ein schwieriges Unterfangen werden wird. "Das wird schwer werden, aber wir werden den Kampf um die 24 noch zu vergebenen Punkte nicht aufgeben", meint er.

Paraguay befindet sich in einer ähnlich kniffligen Situation. Das Team ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben und bildet derzeit das Tabellenschlusslicht. Der Viertelfinalist der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ hat bisher noch nicht zu seinem Rhythmus gefunden und bräuchte nach fünf Niederlagen in Folge schon ein kleines Wunder, um sich noch für Brasilien 2014 zu qualifizieren. Im Hinspiel hatten sich die Peruaner mit 2:0 durchgesetzt. Sie haben sich jüngst formstark präsentiert und gehen mit ihrem stärksten Aufgebot unter der Führung von Claudio Pizarro an den Start, nachdem Sergio Markarián beim Unentschieden in Bolivien eine alternative Truppe zusammengestellt hatte.

Der Spieler im Fokus
Marcelo Martins (BOL)
Nachdem er gegen Peru nur die zweite Halbzeit gespielt hat, wird Boliviens Stürmer Marcelo Martins gegen Uruguay in der Startelf stehen. Martins, der in der WM-Qualifikation für Südafrika vor vier Jahren zwei Tore gegen die Celeste erzielte, will an seine starken Leistungen aus der Vergangenheit anknüpfen. "Ich hoffe, dass mir eine Wiederholung von damals gelingt, um Bolivien in der Tabelle nach oben zu verhelfen. Solange wir eine Chance haben, werden wir kämpfen", sagte der Angreifer, der im Alter von 25 Jahren bereits neun Treffer in der WM-Qualifikation erzielt hat.

Hätten Sie's gewusst?

Nach der Partie gegen Uruguay gab Lionel Messi zu, dass er sich bei seinem Freistoßtor von Andrea Pirlo und Ronaldinho inspirieren ließ. Er hatte den Schuss flach auf's Tor gezogen. Der Argentinier mit der Trikotnummer zehn erklärte, dass er letzte Woche die ähnlich ausgeführten Freistöße der Italieners und des Brasilianers gesehen und beschlossen hatte, es auch einmal so zu probieren. "Der Torhüter bewegte sich nicht, und er wusste, dass ich normalerweise gern über die Mauer schieße. Also dachte ich mir, dass er wahrscheinlich hochspringen würde und beschloss, flach auszuführen." Zum dritten Mal innerhalb weniger Tage erwies sich diese Taktik als erfolgreich.

Das Zitat

"Das war eine schwierige Woche und das Ergebnis hat schon weh getan. Schließlich war es ein Klassiker und wir brauchten die drei Punkte. Jetzt ist unsere Lage komplizierter geworden. Jedes Spiel wird wie ein Endspiel sein. Unsere WM-Teilnahme ist jetzt in Gefahr."
Diego Lugano (Kapitän, Uruguay) nach der 0:3-Niederlage gegen Argentinien

Die Partien des zehnten Spieltages im Überblick

Dienstag, 16. Oktober
Bolivien - Uruguay
Venezuela - Ecuador
Paraguay - Peru
Chile - Argentinien
spielfrei: Kolumbien