Jackson: "Wir sind genau da, wo wir sein wollen"
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"Wenn man uns vor Beginn des Wettbewerbs gefragt hätte, dann hätten wir uns dafür wohl die Hand abgebissen", meinte Stürmer Simeon Jackson zur aktuellen Position Kanadas in der CONCACAF-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™. Den Kanadiern fehlt vor dem letzten Spieltag nur noch ein Punkt zum Erreichen der abschließenden Sechser-Runde. "Wir sind genau da, wo wir sein wollen."

Jackson weiß genau, wie man hinkommt, wo man sein will. Er wurde im sonnigen Kingston auf Jamaika geboren, zog allerdings schon im Alter von drei Jahren mit seiner Familie nach Toronto. Im Fussball glänzte er von kleinauf. Bei seinen ersten Probetrainings bei unterklassigen englischen Klubs konnte er sich allerdings nicht durchsetzen. Doch davon ließ sich Jackson nicht abschrecken. Im Gegenteil, es stärkte nur seine Entschlossenheit. Er zog zu seiner Großmutter in den Süden Londons und spielte sich dann durch alle Spielklassen nach oben, bis ihn seine Hartnäckigkeit am Ende doch noch in die englische Premier League führte, wo er nun für Norwich City spielt.

"Ich habe ganz klein angefangen, ganz unten, das kann ich Ihnen sagen", so Jackson, ein agiler Angreifer, der als echter Mittelstürmer oder auch als hängende Spitze eingesetzt werden kann, gegenüber FIFA.com. "Ich habe mir meinen Weg nach oben hart erarbeitet." Dabei schwingen indes keinerlei Allüren mit, sondern nur Bescheidenheit und Stolz. Daher will er auch nicht im Detail über diesen langen, beschwerlichen Weg sprechen. "Ich bin sehr stolz darauf, wo ich am Ende gelandet bin und es war ein langer, harter Weg.

Ich war mehrmals an einem Punkt, an dem ich bereit war, das Handtuch zu werfen und zurück nach Kanada zu gehen. Ich erinnere mich gut an die Situation, als ich von Gillingham freigestellt wurde. Ich hatte nichts und es sah aus, als gäbe es keine Zukunft. Ich war völlig enttäuscht und am Ende, aber meine Familie hat nicht zugelassen, dass ich meinen Traum aufgebe."

Jackson arbeitete eine Zeitlang bei McDonalds in Croydon und versuchte gleichzeitig, sich als Halbprofi über Wasser zu halten. 2008 endlich erhielt er einen Profivertrag von Gillingham, dem gleichen Klub also, der ihm als Teenager die Tür vor der Nase zugeschlagen hatte. Der Stürmer trug mit dazu bei, den Klub zurück in die Football League zu bringen. 2010 unterschrieb der 23-Jährigen dann bei Norwich City, einem Klub mit realistischen Aufstiegsambitionen in die Premier League. Tatsächlich gelang ausgerechnet Jackson am Ende der Treffer, der den Aufstieg besiegelte.

"Mit Worten lässt sich all das kaum beschreiben", meinte er auf die Frage, was es für ein Gefühl sei, nach den harten Anfängen nun an der Anfield Road, im Old Trafford und all den anderen berühmten englischen Fussballkathedralen zu spielen. "Das Rampenlicht, die riesigen Stadien, die Zuschauermassen – all das sorgt dafür, dass Du die vielen kleinen Dinge auf dem Weg nach oben noch mehr schätzen kannst. Ich musste für alles was ich habe arbeiten und ich bin dankbar dafür."

Für Kanada hat Jackson mittlerweile 32 Länderspiele bestritten und sechs Tore erzielt. Nun hofft der lebhafte und umgängliche Spieler, die nächste Stufe erklimmen zu können. "Jetzt will ich auch auf internationaler Bühne den Erfolg", meinte er.

Ein Punkt in San Pedro Sula reicht
Nachdem die Kanadier, die letztmals 1986 bei einer WM dabei waren, sich am Freitag klar mit 3:0 gegen Gruppenschlusslicht Kuba durchgesetzt haben, benötigen sie in ihrem letzten Spiel in Honduras nur noch einen Punkt, um die abschließende Sechser-Runde der CONCACAF-Qualifikation zu erreichen.

"Wir haben unsere jetzige Position durch gute Leistungen erreicht", so Jackson, der 2009 zu Kanadas Spieler des Jahres gewählt wurde. "Wir haben einige schwere Auswärtsspiele bestritten und gute Ergebnisse geholt. Wir müssen nur weiter kämpfen wie bisher, denn deswegen sind wir, wo wir sind."

Die Kanadier haben zwar gute Leistungen gezeigt, doch besonders torgefährlich spielten sie bislang nicht. In den bisherigen fünf Partien in der aktuellen Runde gelangen nur fünf Treffer, von denen drei am vergangenen Wochenende gegen die bereits ausgeschiedenen und entsprechend demoralisierten Kubaner fielen. "Es stimmt, dass wir nicht besonders viele Tore geschossen habe, aber wir haben unsere Chancen genutzt und uns immer wieder in gute Positionen gespielt. Wenn man das schafft, dann läuft es meistens auch wie es soll", so Jackson, der selbst in der Halbfinalrunde bisher noch nicht getroffen hat.

"Wir müssen den Sack jetzt zumachen", so der Stürmer zum Abschluss, wobei sich ein ernster Unterton in seine Stimme mischt. "Wir haben viel Stolz und sind gut in Schwung. Jetzt müssen wir zeigen, dass wir es schaffen können."