
Der dritte Spieltag der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ in der Europa-Zone hält vielleicht keines der großen Duelle bereit, aber eine Reihe von Begegnungen, die bereits entscheidend für den Gruppensieg sein könnten.
In den zwei Spitzenspielen des Tages treffen Russland und Portugal in der Gruppe F aufeinander, während sich Griechenland gegen die Offensivstärke Bosnien-Herzegowinas bewähren muss.
Das Topspiel
Russland – Portugal, Gruppe F, Luzhniki-Stadion, Moskau
Ohne große Umwälzungen vorgenommen zu haben, tritt die Handschrift von Fabio Capello im Spiel der russischen Nationalmannschaft immer deutlicher hervor. Russland hat die ersten beiden WM-Qualifikationsspiele gewonnen und erzielte dabei sechs Tore bei nur einem Gegentreffer. Der Italiener stützt sich dabei insbesondere auf einen Stamm von Akteuren von Zenit St. Petersburg, der mit einem Block von sechs Spielern vertreten ist, darunter Torjäger Aleksandr Kerzhakov. Portugal hat sich nach dem mühevollen Auftakt gegen Luxemburg (2:1) wieder gefangen, ohne indes gegen Aserbaidschan (3:0) vollständig überzeugen zu können. Die Südeuropäer scheinen mehr denn je von der Tagesform von Cristiano Ronaldo abhängig zu sein, der sich gegen den FC Barcelona an der Schulter verletzte. Auch Pepe zog sich eine Blessur zu, dennoch werden beide Akteure wohl einsatzbereit sein.
Die anderen Spiele
Gruppe A
Wales – Schottland
Serbien – Belgien
EJR Mazedonien – Kroatien
Der belgische Trainer Marc Wilmots, der auf den verletzten Marouane Fellaini verzichten muss, weiß, dass er nach dem 1:1 vor eigenem Publikum gegen Kroatien in dieser sehr ausgeglichenen Gruppe bereits zwei wichtige Punkte aus der Hand gegeben hat. Die Auswärtspartie in Serbien, das zuletzt gegen Schottland ebenfalls nicht über ein 0:0 hinauskam, könnte sich für beide Teams als entscheidend erweisen, wenn Kroatien in Mazedonien den Sieg aus dem Hinspiel (1:0) wiederholt.
Gruppe B
Tschechische Republik – Malta
Armenien – Italien
Bulgarien – Dänemark
Marco Verratti (Paris Saint-Germain) und Stephan El Shaarawy (AC Mailand), beide 19 Jahre jung, sind die letzten Neuzugänge im Rahmen der Verjüngungskur, die Cesare Prandelli der italienischen Nationalmannschaft verordnet hat. Gegen Armenien muss dafür Antonio Cassano weichen, während der 30-jährige Alberto Gilardino als Ausnahme von der Regel mit Sicherheit eine entscheidende Rolle spielen wird. Interessant dürfte auch das Gastspiel Dänemarks in Bulgarien werden, denn die Bulgaren hielten zuletzt Italien in Schach und gewannen gegen Armenien.
Gruppe C
Färöer – Schweden
Republik Irland – Deutschland
Kasachstan – Österreich
Deutschland visiert in der Republik Irland, das seine erste Partie gewonnen hat, den dritten Sieg in Folge in dieser WM-Qualifikation an. Das Team von Joachim Löw kann für diese knifflige Aufgabe wieder auf Rückkehrer Bastian Schweinsteiger zählen.
Gruppe D
Niederlande – Andorra
Türkei – Rumänien
Estland – Ungarn
Die Niederlande werden gegen Andorra versuchen, ihr Torverhältnis aufzubessern, während die Türkei ein ehrgeiziges Team aus Rumänien empfängt, das mit bisher zwei Siegen und 6:0 Toren mehr als überzeugen konnte. Am 11. August 2010 setzte sich die Türkei in einem Freundschaftsspiel gegen denselben Gegner nur mit größter Mühe mit 2:0 durch.
Gruppe E
Albanien – Island
Schweiz – Norwegen
Slowenien – Zypern
Als einziges ungeschlagenes Team der Gruppe wird die Schweiz versuchen, mit einem Erfolg gegen Norwegen, das überraschend in Island verlor, den Abstand zu den Kontrahenten weiter zu vergrößern. Ein Sieg ist auch für Slowenien gegen Zypern Pflicht, um noch die Chancen auf die Qualifikation zu wahren.
Gruppe F
Luxemburg – Israel
Nach der deutlichen Heimschlappe gegen Russland und einem enttäuschenden Unentschieden gegen Aserbaidschan in Baku reist Israel als Gruppenletzter nach Luxemburg, wo das Team den ersten Sieg anstreben wird.
Gruppe G
Liechtenstein – Litauen
Slowakei – Lettland
Griechenland – Bosnien-Herzegowina
Griechenland hat gegen Bosnien-Herzegowina zwar noch nie verloren, nichtsdestotrotz ist es der härteste Konkurrent um einen direkten Qualifikationsplatz. Zumal die Bosnier in diesem Jahr auf eine furchteinflößende Offensivriege um Edin Dzeko, Zvejzdan Misimović und Vedad Ibisevic zählen können, die in zwei Spielen bereits für elf Tore verantwortlich zeichnete. Ein echter Härtetest für die erfahrene griechische Abwehr.
Gruppe H
England – San Marino
Moldawien – Ukraine
Nach dem Rücktritt von John Terry beginnt für England ein neues Kapitel. In der Partie gegen San Marino wird Nationaltrainer Roy Hodgson aufgrund der Verletzungen von Phil Jones und Chris Smalling wohl wieder auf das Duo Phil Jagielka und Joleon Lescott zurückgreifen.
Gruppe I
Finnland – Georgien
Belarus – Spanien
Der Weltmeister fährt mit einem eingespielten Ensemble nach Belarus, lediglich der Neuzugang von Bayern München, Javi Martinez, wird wohl als Ersatz für den verletzten Gerard Piqué neu in die Startelf rücken. In der Offensive haben die seit 21 Spielen ungeschlagenen Spanier die Qual der Wahl zwischen David Villa, Fernando Torres und Roberto Soldado. Im System von Vicente del Bosque ist indes nur eine Sturmspitze vorgesehen.
Spieler im Fokus
Gabriel Torje, 22 Jahre alt und ehemaliger Kapitän der rumänischen Juniorenauswahl, setzt seinen Höhenflug weiter fort. Er feierte am 3. September 2010 gegen Albanien (1:1) sein Debüt in der A-Nationalmannschaft und bringt es auf inzwischen 21 Länderspiele. Der kleine offensive Mittelfeldspieler (1,67 Meter und 64 Kilogramm) wurde schon bald als "rumänischer Messi" tituliert. Zurzeit glänzt er in der spanischen Liga beim FC Granada, der ihn von Udinese Calcio ausgeliehen hat.
Statistik
2,86 – So viele Tore wurden in den ersten 53 Spielen der europäischen WM-Qualifikation im Durchschnitt pro Partie erzielt (152 Tore). Dies ergab 23 Heimsiege, zwölf Unentschieden und 18 Auswärtserfolge.
Das Zitat
"Wir verfügen über die Qualität, um den Gruppensieg zu erreichen und uns direkt für Brasilien zu qualifizieren."
Safet Susic (Trainer, Bosnien-Herzegowina)
Ihre Meinung zählt
Welche Mannschaft kann in den Duellen zwischen Außenseitern und den "Großen" in Europa am Freitag eine Überraschung landen?
















