
Der verletzte Arjen Robben und ein Nobody stahlen Klaas-Jan Huntelaar die Show: Nach dem 4:1 der Niederlande in der WM-Qualifikation in Ungarn waren die Sorgen um den Superstar von Bayern München größer als die Freude über den Meilenstein, den der Bundesliga-Torschützenkönig erreichte.
"Das ist ein großer Sieg, aber für mich mit einem faden Beigeschmack", sagte ein frustrierter Robben nach dem Spiel. Der Flügelstürmer verfolgte mit Leistenschmerzen von der Bank aus, wie Huntelaar seinen 33. Treffer im Oranje-Trikot erzielte und mit Oranje-Legende Johan Cruyff gleichzog. Ins Rampenlicht spielte sich aber ein anderer: Robben-Vertreter Jeremain Lens. Der 24 Jahre alte Flügelstürmer von PSV Eindhoven schlug gleich zweimal zu.
Wieder einmal hatte der Körper Arjen Robben gestoppt, wieder einmal ereilte ihn sein persönlicher "Ungarn-Fluch". Bereits vor der FIFA WM 2010 hatte sich der anfällige Techniker in einem Testspiel gegen Ungarn verletzt - eine Blessur, die zu großem Zwist zwischen Bayern München und dem niederländichen Fussballverband KNVB führte. Robben, der bei der WM umstrittenerweise noch zum Einsatz gekommen war, hatte den Bayern danach monatelang gefehlt. Doch so weit soll es diesmal nicht kommen.
"Arjen gab beim Aufwärmen an, dass er seine Leiste spürte. Darum wollte ich kein Risiko eingehen und habe ich ihn aus Vorsorge nicht aufgestellt", sagte Bondscoach Louis van Gaal nach dem zweiten Sieg im zweiten "Quali"-Spiel: "Er ist einer der Pfeiler in meinem Team. Ich habe ihn lieber dabei."
Ähnliches gilt für den FC Bayern, der nun um den Einsatz des Angreifers im Spiel am Samstag gegen den FSV Mainz 05 bangen muss. Robben droht erneut ein Platz auf der Tribüne, oder wie am Dienstag die harte Ersatzbank.
Doch auch ohne den verletzten Außenstürmer lief es für Oranje wie am Schnürchen, was besonders an Robbens Ersatz lag. Der international noch recht unerfahrene Lens traf in seinem sechsten Länderspiel doppelt (3., 53.) und servierte für Huntelaar (74.), der erst nach der Halbzeitpause für den angeschlagenen Robin van Persie ran durfte, uneigennützig zu seinem historischen Treffer.
Der Bundesliga-Torschützenkönig vollstreckte wie gewohnt und stellte sich damit auf eine Stufe mit König Johan und der Elftaal-Ikone Abe Lenstra. "Das ist natürlich sehr gut. Man spielt Fussball, um so viel wie möglich zu scoren", sagte Huntelaar.
In der "ewigen" Oranje-Torschützenliste belegt der Schalker nun gemeinsam mit Cruyff und Lenstra den fünften Rang. Und Platz ein, den Patrick Kluivert mit 40 Toren belegt, ist in Reichweite.



