"Squadra Azzurra" trotz Sieg in der Kritik
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Bei der UEFA EURO 2012 gefeiert, nach zwei Spielen in der FIFA WM-Qualifikation mit Kritik überhäuft: Vize-Europameister Italien ist zehn Wochen nach den tollen Auftritten in Polen und der Ukraine kaum wiederzuerkennen. "Italien, wo bist du?", fragte die Zeitung Corriere dello Sport nach dem schwachen Auftritt des viermaligen Weltmeisters beim mühevollen 2:0 (1:0)-Erfolg gegen Malta.

Keine Inspiration, kein Spielwitz, keine Laufbereitschaft - nach der frühen Führung durch Mattia Desto in der fünften Minute verwaltete der Favorit den Vorsprung mit seinem ideenlosen Spiel. "In einer Woche ist die Nationalmannschaft in einen Zustand wie vor zwei Jahren zurückversetzt worden. Wie ist das möglich?", fragte der Corriere weiter. Am vergangenen Freitag hatte die Squadra Azzurra in Bulgarien nur ein glanzloses 2:2 erreicht.

Nach den äußerst dürftigen Auftritten in den ersten beiden Begegnungen auf dem Weg nach Brasilien 2014 musste sich auch Trainer Cesare Prandelli Vorwürfe gefallen lassen. "Prandelli hat nicht mehr das gefunden, was er nach dem Match in Bulgarien suchte: Identität und Kampfeslust, die wir bei der Europameisterschaft hatten", schrieb die Gazzetta dello Sport. Es sei ein Rätsel, denn die Spieler seien mehr oder weniger dieselben wie bei der EM in Polen und der Ukraine, ergänzte die Sporttageszeitung. Selbst der geniale Spielgestalter Andrea Pirlo, der mehr wegen eines ungewohnten Vollbartes auffiel, war von seiner Bestform meilenweit entfernt.

Prandelli bleibt aber gelassen, auch wenn er gegen Malta bis zum erlösenden zweiten Treffer von Federico Peluso in der Nachspielzeit (90.+2) zittern musste. "Die Mannschaft glänzt nicht, doch das geschieht oft im September", sagte der 55-Jährige. Man habe zwar auf sechs Punkte gehofft, aber auch die eroberten vier Zähler seien positiv.

Allerdings räumte auch der Coach ein, dass es für die nächste Begegnung im Oktober in Armenien einer Leistungssteigerung bedarf. "Unser Zustand muss sich verbessern. Wir müssen unseren Enthusiasmus und unsere Kampfeslust wiederfinden", sagte Prandelli.

Hoffnung dürfte Prandelli immerhin das gute Nationalmannschafts-Debüt des in der zweiten Halbzeit eingewechselten Lorenzo Insigne vom SSC Neapel machen. Der 21 Jahre alte Stürmer zeigte sehr gute Ansätze. Ein weiterer Italiener war ebenfalls zufrieden: Malta-Coach Pietro Ghedin. "Die Qualität ihres Spiels hat alle Erwartungen übertroffen", schrieb die Gazzetta dello Sport.