
Betrachtet man heute noch einmal die Kaderliste der Republik Korea bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft vor sieben Jahren, so wird deutlich, wie schwer offenbar die Entwicklung vom vielversprechenden Youngster zum gestandenen A‑Nationalspieler ist. Denn nur eine Handvoll Akteure aus dem damaligen Kader haben sich seitdem fest in der A-Nationalmannschaft etabliert, beispielsweise Stürmer Park Chuyoung, Verteidiger Kim Jinkyu und Torhüter Jung Sungryong. Andere hingegen haben zum Erreichen ihres Zenits deutlich mehr Zeit benötigt.
Ganz anders die Entwicklung von Lee Keunho, der 2005 in den Niederlanden nicht einmal eingesetzt wurde, heute aber der wohl torgefährlichste Spieler im Team der Republik Korea ist, das die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ im Visier hat. Seit der Amtsübernahme durch Trainer Choi Kanghee im Dezember hat keiner der Taeguk Warriors mehr Treffer erzielt, nämlich fünf in fünf Partien.
Den ersten davon erziele Lee im Februar beim 2:0-Sieg gegen Kuwait in der dritten Qualifikationsrunde. In der nächsten Runde im Juni traf er beim 4:1 gegen Katar gleich zwei Mal per Kopf. Im folgenden Spiel, einem 3:0-Sieg gegen Libanon, legte er Kim Bokyung dessen erstes Länderspieltor auf. Und im August erzielte er in einem Freundschaftsspiel gegen Sambia erneut zwei Treffer.
Doch der Stürmer von Ulsan Horangi steht nicht zum ersten Mal im Rampenlicht. Schon in der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ hatte Lee entscheidende Tore gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudiarabien erzielt. Danach allerdings rutschte der damals noch für den FC Daegu spielende Stürmer in ein Formtief, nachdem er mehrfach versucht hatte, in Europa Fuß zu fassen und auch in der japanischen J.League die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Er gehörte zwar im Vorfeld des Turniers noch zum ursprünglichen Kader von Trainer Huh Jungmoo, doch am Ende flog das Team ohne ihn nach Südafrika.
Lee hat diese Enttäuschung allerdings abgehakt, sagt er. "Was vorbei ist, ist vorbei. Jetzt freue ich mich auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien", meinte er nach dem Spiel gegen Kuwait. "Wenn ich Südafrika nicht endgültig hinter mir gelassen hätte, wäre ich jetzt nicht hier. Ich habe noch viel Zeit, mich in der abschließenden Runde zu bewähren, und werde hoffentlich in den noch kommenden Partien noch besser spielen."
Lee ist indes nicht nur dabei, sich wieder in der Nationalmannschaft zu etablieren. Auch in seiner Klubkarriere geht es seit seinem Wechsel von Gamba Osaka zu Ulsan Horangi wieder aufwärts. Für seinen neuen Klub hat er in dieser Saison bereits acht Tore erzielt und zwei weitere vorbereitet. Derzeit rangiert er mit dem Team auf Platz vier. Und in der AFC Champions League erzielte Lee den späten Siegtreffer zum 3:2 gegen Kashiwa Reysol, der den Einzug ins Viertelfinale sicherte.
Der agile Stürmer bildet im Klub und in der Nationalmannschaft gemeinsam mit dem großen Stürmer Kim Shinwook ein überaus torgefährliches Angriffsduo. Beim 2:1-Sieg gegen Sambia zeigte Lee zudem, dass er sich auch als Vorbereiter auf der Außenposition wohlfühlt. "Shinwook und Lee Donggook haben im Zentrum nebeneinander gespielt. Mit zwei so durchschlagskräftigen Stürmern ganz vorn konnte ich sehr effizient im Raum hinter ihnen agieren", so Lee. "Dabei ergeben sich natürlich auch für mich immer wieder gute Torchancen."
Den Südkoreanern stehen in den kommenden Monaten zwei schwere Auswärtsspiele in Usbekistan und Iran bevor. Trainer Choi Kanghee will dabei natürlich sein Team wieder in der starken Form sehen, dank der in den letzten zwei Spielen nicht weniger als sieben Treffer gelangen. Und sollte Lee weiterhin derart beeindruckend spielen, stehen die Chancen dafür gar nicht schlecht.








