Penedo: "Wir träumen von der WM-Teilnahme"
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Panama will Geschichte schreiben. Nach dem hervorragenden Start in die WM-Qualifikation träumen die Canaleros nun davon, zum ersten Mal an der Endrunde teilzunehmen. So abwegig scheint das Ganze im Augenblick auch nicht zu sein. Das Team führt seine Gruppe mit zwei Siegen aus zwei Partien an, darunter ein wichtiger Auswärtserfolg in Honduras. Außerdem ist die Abwehr noch immer unbezwungen.

Einer der großen Stützpfeiler der Roja ist zweifellos Torhüter Jaime Penedo. In den beiden bisherigen Partien der vorletzten Runde in der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone hat er seinen Kasten sauber gehalten, und in der ersten Runde musste er in vier Spielen gerade einmal zwei Gegentreffer hinnehmen.

Im Vorfeld der entscheidenden Partien auf dem erhofften Weg zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ gegen Kanada nahm sich die Nummer eins Zeit für ein Exklusiv-Interview mit FIFA.com.

Eingehende Vorbereitung
Jaime Penedo genießt diese Erfolgsphase Panamas mehr als jeder andere. Penedo ist zwar gerade einmal 30 Jahre alt, aber dennoch bereits seit fast zehn Jahren Stammtorhüter der Nationalmannschaft. Die Höhen und Tiefen des Teams in den letzten Jahren hat er hautnah miterlebt. Daher ist er ein kompetenter Ansprechpartner, wenn es darum geht, den hervorragenden Start der Canaleros in die WM-Qualifikation zu analysieren.

"Wir wissen, dass noch ein weiter Weg vor uns liegt", meint er bescheiden. "Aber es stimmt schon, dass wir einen guten Start hingelegt haben. Das schreibe ich der guten Mannschaft zu, die hier auf die Beine gestellt wurde. Julio und Jorge (Anm. de. Red.: Dely Valdés, Trainer und Assistenztrainer Panamas) legen großen Wert auf eine geschlossene und in allen Bereichen starke Mannschaft. Das war entscheidend dafür, dass die Dinge bisher so gut gelaufen sind. Außerdem wissen wir, dass wir die Chance haben, einem ganzen Land viel Freude zu bereiten", so der aktuelle Stammtorhüter von Municipal (Guatemala).

Außerdem hat der panamaische Fussballverband keine Kosten und Mühen gescheut, um der Nationalmannschaft des Landes diesen großen Schritt nach vorn zu ermöglichen. Das wurde auch beim jüngsten Freundschaftsspiel gegen Portugal deutlich, einem der Halbfinalisten der UEFA EURO 2012.

"Wir haben zwar mit 0:2 verloren, konnten nach der Partie aber trotzdem eine sehr positive Bilanz ziehen", so Penedos Analyse. "Wenn man gegen eine so starke Mannschaft antritt, erkennt man, welche Details es im Hinblick auf den Qualifikationswettbewerb noch zu verbessern gilt. Diese Dinge hätte wir vielleicht nicht entdeckt, wenn wir gegen einen anderen Gegner gespielt hätten."

Auf Leid folgt Freude
Obwohl die Mannschaft inzwischen sehr optimistisch eingestellt ist, haben Spieler und Fans das bittere Ausscheiden in der Qualifikation für Südafrika 2010 noch nicht vergessen. Die Roja war gegen El Salvador hoch favorisiert gewesen, musste sich dann nach Hin- und Rückspiel überraschend geschlagen geben und war damit ausgeschieden. Laut Penedo hat diese schlechte Erfahrung die Mannschaft letztendlich gestärkt. "Natürlich war das traurig, aber man muss aus jedem Misserfolg lernen. Wir haben jetzt eine reifere Mannschaft und wissen, was wir wollen. Die Niederlage hat uns im Hinblick auf die große Chance, die wir da haben, verantwortungsbewusster gemacht."

Der nächste Gegner ist Kanada, und gute Ergebnisse gegen die Nation mit dem Ahornblatt auf der Flagge wären ein Riesenschritt in Richtung Runde der letzten Sechs. Dem Torwart ist das sehr wohl bewusst, aber aufgrund der schlechten Erfahrungen der Vergangenheit warnt er das Team vor übersteigertem Selbstbewusstsein. "Ich betone noch einmal, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben. Wir haben bereits wichtige Schritte in die richtige Richtung getan, das Ziel jedoch noch nicht erreicht. Solange das nicht der Fall ist, müssen wir Schritt für Schritt weiterkommen."

Aber wenn man bescheiden bleibt, heißt das noch lange nicht, dass man nicht träumen darf, und der Torhüter ist in Gedanken schon beim großen Ziel: Brasilien 2014. "Wir sind mental darauf eingestellt, alles zu geben und zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft der A-Nationalmannschaften dabei zu sein. Wir werden bis zum Letzten kämpfen, um dieses Ziel zu erreichen. Daran gibt es keinen Zweifel", erklärt er mit Entschlossenheit in der Stimme.

Zum Abschluss fragten wir ihn noch, ob er sich selbst schon im Maracanã-Stadion sieht, wenn in zwei Jahren der Ball rollt. Penedo bejaht die Frage und schlägt abschließend einen sehr positiven Ton an. "Ich träume jeden Tag davon, in Brasilien dabei zu sein. Daher weiß ich, dass ich jeden Tag etwas dafür tun muss, dieses Ziel zu erreichen. Ich möchte dafür kämpfen, dass ich meinem Land diese Freude bereiten kann, und meine Chance nutzen."