
Tahiti hat in Ozeanien mit einem historischen Titelgewinn aufhorchen lassen und sich damit gleichzeitig das Ticket für den FIFA Konföderationen-Pokal 2013 gesichert. Das Land ist der erste pazifische Inselstaat, dem dies gelingt. Die Tahitianer kamen in Honiara durch Stürmer Steevy Chong Hue bereits früh zu einem Torerfolg und hielten einem Sturmlauf des ebenfalls frankophonen Gegners Neukaledonien in der zweiten Halbzeit stand. Damit sicherten sie sich den lang erwarteten kontinentalen Titel.
Tahiti war bereits zwei Mal zuvor im Finale des Wettbewerbs vertreten (1973, 1980 und 1996) musste allerdings immer mit dem zweiten Platz Vorlieb nehmen. Jetzt sicherte man sich zum ersten Mal den Titelgewinn gegen einen Gegner, der erst 2004 Mitglied der FIFA wurde und erstmals im Finale eines OFC Nationen-Pokals stand. Der Sieg war für Tahiti in diesem acht Nationen umfassenden Wettbewerb der fünfte in Folge. Nach dem Titelgewinn wird zum ersten Mal ein anderes Land als Australien oder Neuseeland die Ozeanien-Zone beim FIFA Konföderationen-Pokal vertreten.
Neuseeland belegte nach einem 4:3-Sieg gegen den Gastgeber von den Salomon-Inseln den dritten Platz. Alle vier Halbfinalisten nehmen an der dritten und letzten Runde der Ozeanien-Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ teil, die noch in diesem Jahr beginnt.
Entscheidender Auftakt
Der entscheidende Moment dieses Finales kam in der zehnten Spielminute, als Jonathan Tehau die Hereingabe seines jüngeren Bruders Lorenzo Tehau auf Steevy Chong Hue verlängerte, der genügend Zeit hatte, den Ball von der Brust abtropfen zu lassen und anschließend im unteren Toreck zu versenken.
Neukaledonien war nach diesem frühen Rückstand zunächst geschockt, kämpfte sich aber langsam wieder zurück in die Partie. Die beste Chance der ersten Halbzeit hatte jedoch Tahiti. Rocky Nyikeine wehrte einen Schuss von Alvin Tehau sowie den folgenden Nachschuss ab, endgültig klären konnte dann aber erst Verteidiger Emile Bearune mit einer hervorragenden Abwehrleistung.
Lorenzo Tehau versenkte den Ball dann kurz nach der Pause in den Maschen, der Treffer wurde allerdings aufgrund einer Abseitssituation nicht anerkannt. Dann kam Neukaledonien wieder richtig in Fahrt und drängte auf den Ausgleich. In einer sehr intensiv geführten Phase des Spiels Mitte der zweiten Halbzeit warfen Les Cagous alles nach vorn, ein Tor wollte jedoch nicht gelingen.
Bertrand Kai brachte mit einer schönen Chance Schwung in die Partie, rutschte jedoch im entscheidenden Moment weg. Nur wenige Minuten später legte er für Jacques Haeko auf, dessen Schuss jedoch über die Latte strich. George Gope-Fenepej traf mit einem Gewaltschuss nur das Außennetz und vergab anschließend nach Haekos Hereingabe freistehend am langen Pfosten.
Am Ende sollte sich aber Tahiti in einer Partie durchsetzen, die von zahlreichen vergebenen Chancen gekennzeichnet war. Damit sicherte sich die Inselnation nach acht vorherigen Versuchen in einem Zeitraum von 39 Jahren zum ersten Mal den Titelgewinn in Ozeanien.
Trostpflaster für Neuseeland
Neuseeland konnte sich mit einem 4:3-Sieg gegen die gastgebenden Salomon-Inseln nach einer spannenden Partie zumindest ein wenig über die vorherige Niederlage hinwegtrösten. Die All Whites hatten sich am Freitag überraschend gegen Neukaledonien geschlagen geben müssen (0:2), versuchten jedoch mit einem fulminanten Auftakt, diese Enttäuschung sofort abzuschütteln.
Neuseelands Chris Wood erzielte innerhalb der ersten halben Stunde einen Hattrick, aber dann forderte die mittägliche Hitze ihren Tribut, und die Salomon-Inseln kämpften sich noch einmal heran. Zur großen Freude der Zuschauer im wie immer gut gefüllten Lawson-Tama-Stadion glichen die Gastgeber drei Minuten vor Schluss aus. Torschütze war Benjamin Totori, der bereits zuvor getroffen hatte. Das 1:3 hatte Himson Teleda gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit erzielt. In der zweiten Minute der Nachspielzeit markierte Neuseelands torgefährlicher Stürmer dann jedoch den Siegtreffer und sicherte seinem Team damit den dritten Platz.



