
Es war ein schwieriger Sonntag für die Mannschaften im südlichen Afrika. Südafrika und Angola mussten sich vor heimischem Publikum jeweils mit einem enttäuschenden 1:1-Unentschieden begnügen. In beiden Partien fielen kurz vor Spielende noch Tore. Simbabwe unterlag zu Hause gar mit 0:1. Nigeria musste bis kurz vor Schluss ebenfalls zittern, traf dann aber doch noch ins Schwarze und durfte einen Sieg feiern. Benin konnte derweil einen historischen Sieg gegen Mali verbuchen und setzte sich an die Spitze einer ausgeglichenen Gruppe. FIFA.com fasst das Geschehen bei den sieben Partien der Afrika-Zone für Sie zusammen.
Spiel des Tages
Südafrika – Äthiopien 1:1
Tore: Katlego Mphela (77.) für Südafrika; Said Saladin (30.) für Äthiopien
Der südafrikanische Nationaltrainer Pitso Mosimane stand auch vor dieser Partie schon gehörig unter Druck, und seine Situation wird sicherlich nicht einfacher werden, nachdem die Gastgeber sich mit Mühe und Not einen Punkt gegen Äthiopien sichern konnten. Nach nur einem Sieg in neun A-Länderspielen schwankt das Schiff der Bafana Bafana gehörig, aber es hätte noch schlimmer kommen können, denn zunächst sah alles danach aus, als könnten die Ostafrikaner ihre knappe Führung dank Torhüter Sesay Basa über die Zeit bringen. Der quirlige Saladin stellte eine konstante Bedrohung für Südafrikas Abwehr dar und nutzte eine Nachlässigkeit des Gegners, um die Kugel unter die Latte zu setzen. Mphelas später Ausgleichstreffer war ein von außerhalb des Strafraums gefühlvoll hereingedrehter Ball, aber dieses Tor konnte die ohnehin spärlichen Zuschauer in Rustenburg nicht mehr begeistern, auch wenn Südafrika damit die große Katastrophe noch verhindern konnte. Am nächsten Wochenende hat die Bafana Bafana nun die Chance, in Gruppe A wieder in die richtige Spur zu kommen. Dann steht nämlich die wichtige Begegnung mit dem Nachbarn Botswana auf dem Programm. Die an diesem Wochenende beherzt agierenden Äthiopier werden versuchen, an ihren Erfolg anzuknüpfen, wenn sie zu Hause auf die Zentralafrikanische Republik, den überraschenden Spitzenreiter der Gruppe, treffen.
Die anderen Spiele
Tore waren an diesem Spieltag in Afrika Mangelware, so auch in Calabar, wo Nigeria die Abwehr Namibias gehörig unter Druck setzte, aber bis zehn Minuten vor Schluss auf den erlösenden Treffer warten musste. Ike Uche hatte eine Reihe guter Chancen und erzielte schließlich auch den alles entscheidenden Siegtreffer, nachdem er den Ball vorher mustergültig unter Kontrolle gebracht und einen gegnerischen Verteidiger ausgeschaltet hatte. Die Brave Warriors (die tapferen Krieger) machten ihrem Spitznamen mit ihrem kämpferischen Auftritt in der Abwehr alle Ehre, wurden jedoch von den energisch und engagiert auftretenden Gastgebern mit der Zeit mürbe gemacht. Trainer Stephen Keshi will sich laut eigener Aussage nun jedoch vor allem um die Effizienz seines Teams kümmern, nachdem John Utaka auch einige Chancen vergab. "Die Teams legen immer noch eine Schippe drauf, wenn sie gegen Nigeria spielen", erklärte er. "Daher werde ich mich in der Vorbereitung auf das nächste Spiel auf den Angriff konzentrieren."
Auch in Gruppe E wollte es mit dem Toreschießen nicht so recht klappen. Niger und Gabun trennten sich nach einer spannenden Partie mit einem torlosen Unentschieden, dem gestern in Ouagadougou schon ein überraschendes 0:0 zwischen Burkina Faso und Kongo vorausgegangen war. Auch ein Punkt gilt gegen die Nigrer in Niamy gemeinhin schon als Erfolg, die Gäste dürften also kaum enttäuscht sein, obwohl ihnen Anfang des Jahres schon einmal ein Sieg gegen die Mena gelungen war. Ebenfalls frustriert war das Team aus Simbabwe nach der Heimniederlage gegen Guinea. In Harare unterlag man mit 0:1. Ibrahima Traoré avancierte zum Helden für die Gäste, als er das Leder in der 25. Minute per Freistoß im oberen Toreck versenkte. Allerdings vergaben die Gastgeber auch zahlreiche Chancen. Der in Deutschland bei der TSG 1899 Hoffenheim unter Vertrag stehende Knowledge Musona hatte nicht seinen besten Tag. Er vergab zwei Chancen nach schnellen Vorstößen, wobei Torhüter Naby Yattara ein Mal mit einer Glanzparade rettete. Bei einer weiteren Gelegenheit wurde sein Schuss auf der Linie abgewehrt. Guinea ist im Aufwind, seit das Team Nigeria auf dem Weg zur letzten Auflage des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals hinter sich ließ. Die Auswahl hält in Gruppe G mit Ägypten Schritt, gegen das sie am nächsten Wochenende zu Hause antreten muss.
Angola und Togo waren bei ihren Heimspielen ebenfalls glücklos. Djalma Campos erzielte in Luanda gegen Uganda schon früh den Führungstreffer für Angola, und das Team brachte den Vorsprung bis zu 87. Minute über die Zeit. Dann verließ die Angolaner jedoch das Glück, denn Emmanuel Okwi markierte den Ausgleichstreffer. Togos Kalen Damessi traf in der achten Spielminute, aber Libyen reagierte postwendend durch Ahmed Zouay. Anschließend trachteten die Togolesen vergeblich nach einer erneuten Führung. Benin konnte zu Hause hingegen einen Erfolg verbuchen. Dank Razak Omotoyossis Treffer in der ersten Halbzeit fuhr das Team in der Partie der Gruppe H einen wichtigen 1:0-Sieg gegen Mali ein. Spitzenreiter dieser Gruppe ist derzeit Algerien aufgrund der besseren Tordifferenz.
Spieler des Tages
Razak Omotoyossi (Benin)
Benin ist in den letzten drei Jahrzehnten zwölf Mal in offiziellen Begegnungen gegen Mali angetreten, ohne einen einzigen Sieg verbuchen zu können. In der 13. Partie war das Glück den Beninern dann jedoch endlich hold. Omotoyossi schaltete die Abseitsfalle aus, ließ einen Verteidiger stehen und ließ Torhüter Soumaila Diakité keine Chance – zur großen Freude des Publikums im Stade de l'Amitie von Cotonou. Der Stürmer von Zamalek gehörte im Qualifikationswettbewerb für Südafrika 2010 mit acht Treffern zu den besten Torschützen und knüpfte direkt an seine guten Leistungen von damals an – und das, obwohl er lange Zeit auf Vereinsebene nicht aktiv sein konnte. Die ägyptische Liga war über einen langen Zeitraum ausgesetzt und auf kontinentaler Ebene konnte er aufgrund einer Sperre nicht antreten.
Statistik
9 – Die Anzahl der Tore, die am Sonntag in insgesamt sieben Spielen fielen. Die gleiche Anzahl wurde im Übrigen am Freitag in zwei Partien erzielt. Am Samstag gab es in elf Partien 24 Treffer zu vermelden.
Zitat
"Die Fans sollten nicht enttäuscht sein, dass wir nicht mit einem höheren Ergebnis gewonnen haben, aber wir werden ihnen im nächsten Spiel in Malawi Grund zum Jubeln geben."
Vincent Enyeama (Torhüter, Nigeria)
Die Spiele/Ergebnisse der Afrika-Qualifikation des Wochenendes im Überblick:
1. Juni
Ghana - Lesotho 7:0
Ägypten - Mosambik 2:0
2. Juni
Zentralafrikanische Republik - Botsuana 2:0
Kamerun - Kongo DR 1:0
Kenia - Malawi 0:0
Sierra Leone - Kap Verde 2:1
Gambia - Marokko 1:1
Elfenbeinküste - Tansania 2:0
Tunesien - Äquatorial-Guinea 3:1
Burkina Faso - Kongo 0:0
Senegal - Liberia 3:1
Sudan - Sambia 2:0
Algerien - Ruanda 4:0
3. Juni
Südafrika - Äthiopien 1:1
Simbabwe - Guinea 0:1
Togo - Libyen 1:1
Niger - Gabun 0:0
Nigeria - Namibia 1:0
Benin - Mali 1:0
Angola - Uganda 1:1