
Mit dem Beginn der Gruppenphase in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ greifen nun auch die Hochkaräter Afrikas ins Geschehen ein. Ab jetzt zählt somit jeder Punkt auf dem Weg nach Brasilien.
Es geht gleich mit Volldampf zur Sache, denn schon am ersten Wochenende stehen insgesamt 20 Begegnungen auf dem Programm - zwei in jeder der zehn Gruppen, aus denen sich in den kommenden 15 Monaten zehn Teams den Einzug in die nächste Runde verdienen werden.
Das Topspiel
Kamerun - Kongo DR
2. Juni
Stade Omnisports Ahmadou-Ahidjo
Yaounde
15:30 Uhr (Ortszeit)
Die Unzähmbaren Löwen aus Kamerun sind die erfolgreichste Mannschaft in der Afrika-Qualifikation. Sie haben die WM-Endrunde in den vergangenen 30 Jahren sechs Mal erreicht. Doch die Anhänger des Teams sind aus mehreren Gründen besorgt: Da wäre zum ersten die schwere Gruppe I mit den Konkurrenten DR Kongo, Libyen und Togo, zum zweiten die lange Sperre von Kapitän Samuel Eto'o und zum dritten natürlich das katastrophale Scheitern in der Qualifikation für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2012.
Von den bislang sechs Spielen unter dem neuen Nationaltrainer Denis Lavagne verlor die verjüngte Truppe eines. Der Trainer bittet das anspruchsvolle Publikum schon vor dem Spiel am Samstag um mehr Geduld. Aus früheren WM-Qualifikationsturnieren haben beide Teams eine recht ausgeglichene Bilanz gegeneinander vorzuweisen. Im Duell vor etwas weniger als zwei Jahren im Rahmen des Afrikanischen Nationen-Pokals holten die Gäste, die mittlerweile vom erfahrenen Trainerfuchs Claude Le Roy betreut werden, ein 1:1-Unentschieden.
Die anderen Spiele
Afrika ist seit jeher für hohen "Verschleiß" an Trainern bekannt, und so wird man auch in diesem Monat wieder zahlreiche neue Gesichter an den Seitenlinien sehen. Eines davon gehört dem Franzosen Sabri Lamouchi, der gerade erst die Mannschaft der Elfenbeinküste übernommen hat. Sein Team bereitet sich zurzeit auf das Heimspiel gegen Tansania in Gruppe C vor. Am kommenden Wochenende reist das Team der Elfenbeinküste dann zum Spiel gegen Marokko nach Marrakesh. Die Marokkaner ihrerseits starten mit einem Auswärtsspiel in Gambia in den Wettbewerb. Die Elfenbeinküste strebt danach, sich als viertes afrikanisches Team zum dritten Mal in Folge für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ zu qualifizieren.
Dies kann auch Ghana gelingen, das in der Gruppe D beim Heimspiel gegen Lesotho hoch favorisiert ist. Im anderen Spiel dieser Gruppe ist der amtierende Afrikameister Sambia beim starken Sudan zu Gast und empfängt am kommenden Wochenende Ghana. Tunesien rechnet mit Ex-Nationalspieler Sami Trabelsi als Trainer in der Gruppe B fest mit einem Heimsieg gegen Äquatorial-Guinea.
Der U.S.-Amerikaner Bob Bradley hat selbst bereits an der WM teilgenommen. Nun sitzt er erstmals als Trainer Ägyptens bei einem WM-Qualifikationsspiel auf der Bank, wenn die Nordafrikaner am Freitag in der Gruppe G gegen Mosambik antreten. Ägypten hatte 1990 letztmals an einer FIFA WM-Endrunde teilgenommen. Seitdem hat das Team nicht weniger als vier Mal den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal gewonnen. Die Erwartungen im fussballbegeisterten Land am Nil sind entsprechend hoch. In der kommenden Woche geht es dann zum schweren Auswärtsspiel in Conakry gegen Guinea, das zum Auftakt in Simbabwe gastiert.
Zwei westafrikanische Länder mit ähnlich hohen Erwartungen und neuen Trainern sind Nigeria und Senegal. Die Super Eagles wollen sich im heimischen Calabar gegen Namibia durchsetzen und damit gleich zu Beginn an die Spitze der Gruppe F setzen, in der außerdem Malawi und Kenia stehen. Bei Senegal sitzt Interimstrainer Josephe Koto auf der Bank. Seine Schützlinge starten in der Gruppe J in der Hauptstadt Dakar gegen Liberia mit Trainerneuling Kaetu Smith in den Wettbewerb. Angola und Uganda treffen am Sonntag in Luanda aufeinander. Beide Teams hoffen darauf, die Löwen von Teranga unter Druck setzen zu können.
Mali, das beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal das Halbfinale erreicht hatte, muss zunächst in Benin antreten. Favorit in der Gruppe H ist Algerien, das am Samstag Ruanda empfängt. Bei Mali hat mit Amadou Pathe Diallo ebenso ein neuer Trainer das Ruder übernommen, wie bei Benin mit dem Franzosen Manuel Amoros. Die Gruppe E ist möglicherweise die ausgeglichenste Staffel. Hier empfängt Niger in der Hauptstadt Niamey zum Auftakt das Team von Gabun. Kongo wird unterdessen versuchen, etwas Zählbares aus Burkina Faso mitzubringen.
Hätten Sie's gewusst?
Südafrika empfängt am Sonntag in der Gruppe A zum Auftakt das Team von Äthiopien in Rustenburg. Die Südafrikaner haben neun Monate lang kein Länderspiel gewonnen. Sollte der Start in der Gruppe A, in der auch Botsuana und die Zentralafrikanische Republik stehen, misslingen, stünde der Ausrichter der letzten FIFA WM-Endrunde sofort unter großem Druck.
Der Spieler im Fokus
Ghana steht in einer schweren Gruppe und muss zudem ohne Stürmer Asamoah Gyan auskommen, der seine internationale Karriere beendet hat. Daneben fehlen noch weitere wichtige Akteure. Veteran Sulley Muntari, der seiner Karriere beim AC Mailand wieder neuen Schwung verliehen hat, will die Lücke füllen. Der erfahrene Mittelfeldspieler, der bereits sieben WM-Spiele absolviert hat, wird die Kapitänsbinde tragen.
Das Zitat
"Benin hat noch nie gegen Mali gewonnen, doch wir treten an, um diese Bilanz auszulöschen."
Manuel Amoros (Trainer, Benin), der mit Frankreich bei der FIFA WM 1982 Vierter und 1986 Dritter wurde.
Die Spiele
1. Juni
Ghana - Lesotho
Ägypten - Mosambik
2. Juni
Zentralafrikanische Republik - Botsuana
Kamerun - Kongo DR
Kenia - Malawi
Sierra Leone - Kap Verde
Gambia - Marokko
Elfenbeinküste - Tansania
Tunesien - Äquatorial-Guinea
Burkina Faso - Kongo
Senegal - Liberia
Sudan - Sambia
Algerien - Ruanda
3. Juni
Südafrika - Äthiopien
Simbabwe - Guinea
Togo - Libyen
Niger - Gabun
Nigeria - Namibia
Benin - Mali
Angola - Uganda
















