Khalatbari will seinen Traum verwirklichen
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Wenn die vierte Runde der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ im Juni beginnt, wird der Iran alles daran setzen, sich in der Gruppe A einen der beiden direkten Qualifikationsplätze zu sichern und die Teilnahme an der WM-Endrunde perfekt zu machen.

Die Verantwortung für die Verwirklichung dieses Traums lastet auf den Schultern der jungen Männer, die ihr Land hier repräsentieren werden. Vor allem auf denen des 28-jährigen Stürmers Mohammad Reza Khalatbari, der auf Vereinsebene für Al Wasl in den Vereinigten Arabischen Emiraten unter den wachsamen Augen des legendären Trainers Diego Maradona aktiv ist.

Im Interview mit FIFA.com sprach Khalatbari über den Auftritt seines Teams in der Asien-Qualifikation und die Chancen auf ein Ticket für Brasilien.

WM-Teilnahme im Visier
Der Iran galt lange Zeit als einer der Giganten des asiatischen Fussballs und war 1978 in Argentinien zum ersten Mal bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft dabei. Danach musste man allerdings 20 Jahre auf den nächsten WM-Auftritt warten, den es dann 1998 in Frankreich gab. Seitdem war die Bilanz des Landes durchwachsen, für die WM-Endrunden 2002 in Korea/Japan und 2010 in Südafrika qualifizierte man sich nicht.

Den letzten Auftritt auf der Weltbühne feierten die Iraner 2006 in Deutschland, und sie sind entschlossen, dieses Mal auf jeden Fall wieder dabei zu sein. Das Motto lautet: "Qualifikation um jeden Preis", und zumindest auf dem Papier stehen die Chancen nicht schlecht. Der Kader ist eine Mischung aus aufstrebenden Talenten aus der heimischen Liga und erfahrenen, im Ausland aktiven Profis, die ihre Fähigkeiten bereits ausgiebig unter Beweis gestellt haben.

Und genau diese Erfahrung ist in einem Hochdruck-Umfeld wichtig, in dem jeder Punkt mit Gold aufgewogen wird. "Wir haben das Turnier in Südafrika verpasst", erklärt Khalatbari. "Ich erinnere mich noch, dass wir die Qualifikation für die Endrunde oder die Chance auf die Teilnahme an den asiatischen Playoffs nur um einen Punkt verpassten."

Dieser Misserfolg war zwar schwer zu verdauen, erfüllte jedoch letztendlich auch einen Zweck: "Wir haben unsere Lektion jetzt gelernt, und unsere höchste Priorität liegt auf der direkten Qualifikation für Brasilien 2014 über die Gruppe A. Wir haben eine Chance bekommen, und wir werden sie nicht ungenutzt verstreichen lassen. Wir werden in jedem einzelnen Spiel kämpfen - zu Hause und auswärts - und wir werden außerdem positiv bleiben. Der Fussball ist ein komisches Spiel, und manchmal kann er hart sein für diejenigen, die in wichtigen Spielen kein Glück haben."

Zuversicht und Vorsicht
Der Iran hat sich den Platz in der Gruppe A an der Seite der Republik Korea, Usbekistans, Katars und Libanons redlich verdient. Nun, da sich das Team Melli für die vierte und vermutlich letzte Runde qualifiziert hat, will man die Gegner keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen.

Khalatbari gibt sich realistisch, ist aber dennoch auf der Hut: "Wir wissen, dass die Republik Korea und wir selbst als Favoriten auf den Einzug in die Endrunde gelten, weil wir beide bereits bei vorherigen Weltmeisterschaften dabei waren. Aber letztendlich bedeutet das nach dem Anpfiff nicht viel!"

"Die Geschichte zählt jetzt nicht mehr", fügt er hinzu. "Wenn eine Mannschaft dieses Stadium erreicht, hat sie ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Wir haben Respekt vor all unseren Gegnern. Wir werden einfach versuchen, unsere Stärken auszuspielen, und setzen im Kampf um die Punkte auf unsere Erfahrung und die Unterstützung der Fans. Wenn alles nach Plan geht, werden wir uns für die Endrunde qualifizieren, aber es wird nichts passieren, wenn wir uns nicht richtig ins Zeug legen."

Khalatbari ist der Ansicht, die Tatsache, dass Usbekistan, Libanon und Katar sich bisher noch nie für eine WM-Endrunde qualifizieren konnten, sei kaum von Bedeutung. "Alle Mannschaften haben sich in letzter Zeit verändert", erklärt er. "In Asien hat es einen großen Qualitätssprung gegeben, und die Mannschaften erzielen Ergebnisse, von denen sie vorher nie zu träumen gewagt hätten."

Die dritte Runde der Asien-Qualifikation ist das beste Beispiel: "Es gab in dieser Runde ein paar richtige Überraschungen. Das hat uns gezeigt, dass wir auf der Hut sein müssen und nie denken dürfen, dass es leichte Spiele gibt."

Stetige Verbesserung
In dem ständigen Bestreben, Irans Status als eine der führenden Fussballmächte Asiens aufrechtzuerhalten, hat der Fussballverband des Landes für die Qualifikation erneut einen europäischen Trainer verpflichtet.

Bei den letzten beiden erfolgreichen WM-Qualifikationen waren jeweils Kroaten am Ruder. Tomislav Ivic führte das Team Melli zur WM 1998 in Frankreich, und Branko Ivankovic war in der Qualifikation für Deutschland 2006 verantwortlich. Dieses Mal ist der äußerst erfahrene Portugiese Carlos Queiroz Cheftrainer, der zuvor bereits Manchester United, Real Madrid und die portugiesische Nationalmannschaft trainiert hat. Die hervorragenden Ergebnisse der Auswahl in der dritten Runde deuten darauf hin, dass sich die Verpflichtung auszahlt.

Khalatbari, der bereits Erfahrung mit Trainerlegenden sammeln konnte, ist voll des Lobes. "Queiroz muss von mir nicht vorgestellt werden", so der Stürmer, der bei Al Wasl unter Diego Maradona spielt. "Er ist sehr erfahren und meiner Meinung nach einer der besten Trainer überhaupt. Seit seiner Amtsübernahme hat er neue Trainingsmethoden eingeführt und die Leistung des Teams verbessert."

"Die Spieler arbeiten hart, um von ihm zu lernen", fährt Khalatbari fort. "Wir versuchen, seine Pläne auf dem Platz umzusetzen und glauben, dass unsere bisherigen Ergebnisse zeigen, dass wir besser werden. In den acht Qualifikationsspielen, die wir bisher bestritten haben, haben wir 22 Tore erzielt und mussten nur fünf Gegentreffer hinnehmen. Das ist eine hervorragende Bilanz und ich hoffe, wir können in der vierten Runde an diese Form anknüpfen."

Die Verwirklichung des Traums
Die Teilnahme an der Endrunde einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ ist der Traum jedes Fussballers, und Khalatbari und seine Mannschaftskameraden bilden da keine Ausnahme. Der 28-Jährige gehörte 2006 in Deutschland nicht zum WM-Kader, jetzt hat er jedoch die Chance, seinen Traum zu verwirklichen.

"Jeder will bei einer Weltmeisterschaft dabei sein", meint Khalatbari, "und das könnte meine einzige Chance sein. Gemeinsam mit meinen Mannschaftskameraden werde ich alles daran setzen, den Traum Realität werden zu lassen. Es ist eine große Ehre, sein Land beim größten Fussballturnier überhaupt zu vertreten."

Der Stürmer spielt in Queiroz' Plänen definitiv eine zentrale Rolle. Er stand unter dem Portugiesen bisher bei jedem einzelnen Spiel auf dem Platz, entweder in der Startelf oder als Einwechselspieler. Daher hat er es auch mehr als die meisten anderen selbst in der Hand, ob er 2014 in Brasilien dabei sein darf oder nicht.