
"Den besten Stahl nimmt man für die Messerklinge", lautet ein chinesisches Sprichwort, das unterstreicht, wie wichtig die Leistungselite sein kann. Demnach sind die besten Torjäger des asiatischen Kontinents gefordert, die Gelegenheit zu nutzen und ihren jeweiligen Teams am letzten Spieltag der dritten Runde der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ zum Erfolg zu verhelfen. Vier Plätze in der abschließenden Runde sind noch zu vergeben, und acht Mannschaften sind noch im Rennen. Sie alle zählen in erster Linie auf ihre Torjäger, die für den Einzug in die nächste Runde sorgen sollen.
Der König der Löwen ist wieder da
Die Anhänger der Republik Korea sehen in der Rückkehr von Stürmer Lee Dong-Gook, der den Spitznamen König der Löwen trägt, ein Zeichen der Entschlossenheit des neu ernannten Trainers Choi Kang-Hee. Nach der völlig überraschenden 1:2-Niederlage gegen Libanon, die seinen Vorgänger Cho Kwang-Rae den Job kostete, brauchen die Taeguk Warriors nun im Heimspiel gegen Kuwait mindestens ein Unentschieden, um sich für die nächste Runde zu qualifizieren.
Der neue Coach Choi, der bisher den K-League-Klub Jeonbuk Motors trainiert hat, will bei seinem so wichtigen Pflichtspieldebüt keinerlei Risiken eingehen und verlässt sich daher auf die Spieler, die er am besten kennt. Lee, der in den vergangenen drei Jahren unter Choi zwei Mal die koreanische Meisterschaft gewonnen hat, bekommt daher den Vorzug vor Koo Ja-Cheol vom FC Augsburg und Ji Dong-Won vom AFC Sunderland.
Die Bilanz des mittlerweile 32-Jährigen in den letzten Jahren bei Jeonbuk kann sich mehr als sehen lassen. Er ist nicht nur stets in der Torjägerliste der K-League ganz vorn zu finden, sondern auch auf kontinentaler Ebene. So war er im vergangenen Jahr mit neun Treffern erfolgreichster Torschütze in der AFC Champions League, in der sein Team den Titelgewinn nur knapp verpasste. "Lee ist im Moment bei mir erste Wahl", so Choi. "In den vergangenen drei Spielzeiten wurde er unter mir zwei Mal zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt."
Für Lee ist es erst die dritte Berufung in die Nationalmannschaft seit der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™. Gemeinsam mit Park Chu-Young wird er ein starkes Angriffsduo bilden. Er selbst sieht seine Rückkehr ins Team als große Chance, sich wieder fest auf internationaler Ebene zu etablieren. "Ich denke, dass Choi von mir eine ähnliche Spielweise wie bei Jeonbuk erwartet," so seine Einschätzung. "Aber ich bin bereit, mich auch dann zu beweisen, wenn er mir andere Anweisungen gibt."
Der Scharfschütze will treffen
Auch der langjährige saudiarabische Torjäger Yasser Al Qahtani will seinem Ruf gerecht werden. Die Saudis müssen bei den bereits qualifizierten Australiern gewinnen, um sich den zweiten Platz in der Gruppe zu sichern. Der 29-Jährige, von Fans und Medien gern als Scharfschütze bezeichnet, hat allerdings in der bisherigen Qualifikation für Brasilien 2014, in der die Saudis bisher nur einen Sieg und drei Unentschieden schafften, noch kein einziges Mal getroffen. Doch bei seinem Klub Al Ain beweist Al Qahtani, dass er durchaus noch weiß, wie man Tore schießt.
Denn in den 14 Spielen seit seinem Wechsel zu dem Klub in den Vereinigten Arabischen Emiraten Ende des vergangenen Jahres hat er bereits sieben Mal getroffen und damit dazu beigetragen, dass sein Team mit fünf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze steht. Natürlich hofft und erwartet er, dass in der Partie gegen die Socceroos der Knoten endlich platzt und er seinem Team zum Weiterkommen verhelfen kann. "Wir müssen gegen Australien gewinnen", so die knappe Einschätzung des Torjägers. "Wir müssen die volle Punktzahl holen, damit wir nicht vom Ergebnis des Spiels zwischen Oman und Thailand abhängig sind."
Der libanesische Stürmer Mahmoud El Ali, der den einzigen Treffer beim Auswärtssieg in Kuwait erzielte, hofft seinerseits, gegen die bereits ausgeschiedenen Vereinigten Arabischen Emirate erneut zu treffen. Mit sieben Toren belegt er in der Torjägerwertung der Liga derzeit Platz drei. Der formstarke Stürmer von Al Ahed ist zuversichtlich, mit seinem Team die für den überraschenden Einzug in die letzte Runde nötigen drei Punkte holen zu können. Er sagte: "Wir werden erst zufrieden sein, wenn wir das Ziel der Qualifikation erreicht haben. Wir werden unser Bestes geben, um unsere Fans zu begeistern und das libanesische Volk durch unsere Leistung zu einen."



