
Obwohl Thailand derzeit mit nur vier Zählern am Tabellenende der Gruppe D liegt, macht man sich durchaus noch Hoffnungen auf das Erreichen des zweiten Platzes hinter Australien, der die Qualifikation für die nächste Runde auf dem erhofften Weg zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ bedeuten würde. Denn ein Sieg in Oman würde ausreichen, wenn gleichzeitig Saudiarabien in der anderen Partie den favorisierten Socceroos unterliegt.
Nachdem er sein Team zu einem beeindruckenden 3:0-Heimsieg im ersten Duell mit Oman geführt hatte, hofft Coach Winfried Schäfer nun, dass seine Spieler am 29. Februar in Muscat zum Abschluss der dritten Qualifikationsrunde der Asien-Zone mit einer ähnlichen Leistung aufwarten werden.
"Natürlich ist das für beide Mannschaften ein ganz wichtiges Spiel", analysierte der 62-jährige deutsche Trainerfuchs kürzlich in einem Exklusiv-Interview mit FIFA.com. "Wir müssen unbedingt gewinnen, es ist eine einmalige Chance. Wir sollten also in Bestform in die Partie gehen und unser Herz in beide Hände nehmen."
Große Verletzungssorgen
Thailands zuletzt beim King's Cup im Januar gezeigte schwache Leistungen legen den Schluss nahe, dass man nur Außenseiterchancen gegen das Team aus Westasien haben dürfte. Schäfers stark ersatzgeschwächtes Team verlor dabei zu Beginn des Jahres gegen die U-23-Auswahl der Republik Korea, eine dänische Ligaauswahl und gegen Norwegen und landete am Ende im eigenen Land ohne einen einzigen Punkt abgeschlagen auf dem letzten Platz.
"Wir hatten gravierende Verletzungsausfälle zu beklagen", so der ehemalige Nationaltrainer Kameruns. "Uns haben nicht weniger als fünf unserer Schlüsselspieler gefehlt, die das Rückgrat der Mannschaft bilden. Insofern hatten wir nur eine Notbesetzung auf dem Platz."
Die Zeit drängt
Der Zeitpunkt des Duells gegen Oman dürfte Schäfer ebenfalls alles andere als gelegen kommen, da die Saison in der thailändischen Premier League erst Ende Januar zu Ende ging und Schäfer somit nur wenig Zeit zur Vorbereitung blieb. "Wir haben nur ungefähr 14 Tage, um uns auf das Spiel gegen Oman vorzubereiten. Das ist sehr wenig Zeit, um dafür zu sorgen, dass unsere Spieler in Bestform in die Partie gehen. Unsere Gegner haben derartige Sorgen nicht, denn ihre Spieler können in der noch laufenden Ligasaison an ihrer Form feilen."
Erschwerend hinzu kommt, dass vier Spieler von Chonburi erst spät zum Kader stoßen, da sie mit ihrem Team am 18. Februar noch im AFC Champions-League-Playoff gegen die Pohang Steelers antreten müssen. Das Quartett, darunter Stammtorhüter Sinthaweechai Hathairattankool, wird Schäfer erst drei Tage vor dem entscheidenden Spiel zur Verfügung stehen. Doch Schäfer möchte das nicht überbewerten und sagt: "Das dürfte eigentlich kein Problem sein, solange die Spieler bei ihren Vereinen trainieren können und noch spielen müssen."
Gefährliches Sturmduo
Schäfer macht sich Sorgen angesichts eines Gegners, der zuletzt sehr stark aufspielte. So besiegte Oman Australien mit 1:0, bevor man Saudiarabien ein torloses Remis abtrotzte und damit nun einen Punkt vor Thailand liegt. Paul Le Guens Mannschaft würde bei einer Niederlage Saudiarabiens ein Unentschieden zum Weiterkommen ausreichen.
"Oman hat mit dem Sieg gegen Australien seine Stärke gezeigt", sagt Schäfer. "Es ist durchaus eine schlagkräftige Mannschaft. Wenn alle unsere Schlüsselspieler dabei sind und wir gut vorbereitet in die Partie gehen können, stehen die Chancen für einen Erfolg bei 50:50."
"In Topform aufspielen"
Die Thailänder sollten sich auf jeden Fall durch den Sieg im Hinspiel ermutigen lassen. Dieser war in erster Linie dem quirligen Angriffsduo Sompong Soleb und Teerasil Dangda zu verdanken. Soleb brach nach 35 Minuten den Bann, und nur sechs Minuten später baute sein Sturmpartner die Führung aus, bevor schließlich Rashid Al Farsi mit einem Eigentor den umjubelten Sieg der Gastgeber endgültig sicherstellte.
Soleb hatte jedoch zuletzt persönliche Probleme und Dangda laboriert an einer hartnäckigen Leistenverletzung. Dennoch glaubt Schäfer, dass beide im entscheidenden Spiel gegen Oman auflaufen können. "Soleb muss sich bei seinem Verein beweisen. Wenn er fit ist, wird er spielen", sagte er. "Was Dangda angeht, so werden wir alles daran setzen, ihn mit einem Spezialtraining wieder aufzubauen. Wir haben keine andere Wahl, als in Topform aufzuspielen, um den Sieg zu holen."



