Ein denkwürdiger Auftakt
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Einer der Höhepunkte der Saison 2011, die sich nun dem Ende zuneigt, war der Auftakt zur Südamerika-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™. Dieser Wettbewerb, der kurz nach dem Ende der Copa América begonnen hatte, verhieß viel Spannung und Leidenschaft und wurde den hohen Erwartungen bislang durchaus gerecht. Ohne den Gastgeber und fünfmaligen Weltmeister Brasilien waren im Qualifikationsturnier Überraschungen und knappe Partien auf der Tagesordnung. FIFA.com fasst die Höhepunkte zusammen.

Uruguay gibt den Takt vor
Nach vier Spieltagen haben folgende vier Mannschaften die besten Karten für eine erfolgreiche Qualifikation: Uruguay, Argentinien, Venezuela und Ecuador. Bislang hat sich die Celeste als dominierende Mannschaft erwiesen, auch wenn die reinen Zahlen dies nicht so eindeutig erkennen lassen.

Der von Oscar Tabárez betreute Gewinner der Copa América, der nach wie vor mit jenem Spielerstamm antritt, der 2010 in Südafrika den vierten Platz belegt hatte, hat ein Spiel weniger ausgetragen als die anderen Spitzenmannschaften, verfügt über den treffsichersten Angriff und will unbedingt wieder in jenes Land zurückkehren, in dem eines der wichtigsten Kapitel der uruguayischen Fussballgeschichte geschrieben wurde. Gegen Bolivien und Chile gab es jeweils einen Kantersieg, und auch in Asunción, wo man zuletzt fünf Mal in Folge verloren hatte, erreichte man ein Unentschieden gegen Paraguay. Uruguay ist somit auf gutem Weg, sich zum zweiten Mal in Folge für eine FIFA WM-Endrunde zu qualifizieren. Dies war den Uruguayern zuletzt 1986 und 1990 gelungen.

Die Überraschungsmannschaft
Venezuela, das von César Farías betreut wird, konnte mit dem Erreichen des Halbfinales bereits bei der jüngsten Copa América seine enormen Fortschritte unter Beweis stellen. Wenige Monate später steht die Vinotinto – die einzige Mannschaft des Kontinents, die sich noch nie für die Endrunde einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft qualifizieren konnte – mit sieben Punkten da und träumt angesichts von großartigen Ergebnissen, wie etwa dem historischen 1:0-Sieg über Argentinien, bereits von der ersten WM-Teilnahme. "Wir haben uns Respekt verschafft, doch wir wollen noch mehr", sagte der Trainer, der von venezolanischen Journalisten zum Trainer des Jahres 2011 gewählt wurde.

Erkenntnisse
Trotz des Fehlens der automatisch qualifizierten Brasilianer konnte sich Argentinien entgegen den Erwartungen nicht als überlegener Spitzenreiter etablieren. Die von Alejandro Sabella trainierte Albiceleste ist zwar vorne mit dabei, musste jedoch bereits eine Niederlage in Venezuela hinnehmen und kam auch in Buenos Aires nicht über ein Unentschieden gegen Bolivien hinaus, das mit nur einem Zähler auf dem letzten Platz zu finden ist. Ähnliches gilt auch für Chile, das unter der sportlichen Leitung von Claudio Borghi zunächst Probleme abseits des Platzes lösen und in den beiden Auswärtsspielen bittere Niederlagen einstecken musste. Immerhin steht die Mannschaft nun auf dem Relegationsplatz.

Kolumbien legte in La Paz zwar einen guten Start hin, erwies sich zu Hause gegen Venezuela und Argentinien jedoch als nicht stark genug und musste wichtige Punkte abgeben, was den Verband veranlasste, Trainer Leonel Álvarez seines Amtes zu entheben. Paraguay mit Trainer Francisco Arce ist angesichts eines Generationenwechsels noch auf der Suche nach einer Mannschaft, während Peru unter der sportlichen Leitung von Sergio Markarián darauf hofft, dass sich die guten Leistungen der Mannschaft auf dem Platz auch in der Tabelle widerspiegeln. Diese komplexe Ausgangslage macht Prognosen für den weiteren Verlauf der Qualifikation im Jahr 2012 sehr schwer.

Herausragende Spieler
Luis Suárez ist der erfolgreichste Torschütze des Wettbewerbs, was seine aktuelle Formstärke unterstreicht: Er erzielte bereits fünf Treffer, vier davon gegen Chile am 11. November. Aber auch Gonzalo Higuaín konnte mit drei Toren in einem Spiel auf sich aufmerksam machen… und zwar ebenfalls gegen die Roja! Lionel Messi konnte erneut seine Klasse beweisen - diesmal als Kapitän. Apropos Kapitän: Auch der stets solide uruguayische Abwehrspieler Diego Lugano ist eine Erwähnung wert. Der talentierte Verteidiger erzielte gleich zum Auftakt einen Doppelpack gegen Bolivien.

Die Kolumbianer Dorlan Pavón und James Rodríguez sind die bislang größten Entdeckungen, während Paolo Guerrero, Top-Torjäger der Copa América, sowie die Ecuadorianer Cristian Benítez und Edison Méndez die hohen Erwartungen ebenfalls erfüllen konnten. All diese Spieler und viele andere mehr sorgen dafür, dass das Niveau des Wettbewerbs weiterhin hoch bleibt.

Statistik
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so viele Rote Karten wurden in der Südamerika-Qualifikation bisher gezeigt. Der einzige Spieler, der bislang vom Platz gestellt wurde, war der Venezolaner José Manuel Rey, und zwar gegen Ecuador am ersten Spieltag nach einer Gelb-Roten Karte. Insgesamt zückten die Schiedsrichter 65 Mal Gelb, durchschnittlich vier Mal pro Spiel.

Hätten Sie's gewusst?
Mit seinem Treffer gegen Paraguay am zweiten Spieltag avancierte Diego Forlán zum erfolgreichsten Torschützen in der Geschichte der uruguayischen Nationalmannschaft. Der Stürmer von Inter Mailand, der sich nach diesem Treffer verletzte, hat bereits 32 Tore zu Buche stehen und überholte somit den bisherigen Rekordhalter, Weltmeister und Olympiasieger Héctor Scarone (31 Treffer). Forlán ist mit 84 Länderspielen außerdem Rekordnationalspieler der Celeste.

Zitat
"Das war die schwierigste Woche meines Lebens – als Mensch und auch als Trainer. Ich möchte mich nicht in den Mittelpunkt stellen, aber ich denke, dass die Jungs heute für mich gespielt haben. Ich war mir noch nie so sicher - bei keiner einzigen Entscheidung in meinem Leben."
Claudio Borghi (Trainer, Chile) nach dem Sieg über Paraguay, nachdem er fünf Spieler aus disziplinären Gründen aus dem Kader gestrichen hatte