
"Es ist leicht, 1.000 Soldaten zu rekrutieren, aber dafür umso schwerer, einen guten General zu finden", lautet ein altes chinesisches Sprichwort, das verdeutlicht, welche Bedeutung einer starken Führungsperson zukommt. Diese Aussage trifft auf viele gesellschaftliche Bereiche zu, und nicht zuletzt auch auf den Fussball. Zahlreiche asiatische Stars haben zuletzt in ihrer Rolle als Kapitän geglänzt, und ihre Mannschaften sicher durch die dritte kontinentale Qualifikationsrunde zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ geführt.
Besonders hervorzuheben ist Server Djeparov, der dank seiner überzeugende Auftritte im usbekischen Nationaltrikot 2011 zum zweiten Mal zu Asiens Fussballer des Jahres gewählt wurde. Der Mittelfeldakteur von Al Shabab aus der saudischen Hauptstadt Riyadh führte sein Land im Januar zum ersten Mal ins Halbfinale des AFC Asien-Pokals, bevor er sich mit Usbekistan bereits zwei Spieltage vor Ende der noch laufenden WM-Qualifikationsrunde einen Platz unter den besten zehn asiatischen Mannschaften sicherte.
Der 29-jährige Akteur, der nach der Übernahme der Kapitänsbinde vom erfahrenen Angreifer Maksim Shatskikh förmlich aufblühte, zeigte sich auch im Exklusivinterview gegenüber FIFA.com voller Tatendrang. "Ich glaube, dass wir uns dieses Mal für die WM 2014 in Brasilien qualifizieren können", so der Usbeke. "Das ist die beste Mannschaft, die wir jemals hatten. Nachdem wir auf dem Weg zur WM 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika noch knapp gescheitert sind, werden wir den WM-Zug nicht ein drittes Mal verpassen."
Eine Vorbildfunktion
Einen genauso überzeugenden Job auf der Position des Kapitäns macht der irakische Hoffnungsträger Younis Mahmoud, der nicht nur im Hinspiel in der VR China sondern auch im Rückspiel den einzigen Treffer erzielte und damit den Einzug in die nächste Runde zu Lasten der Ostasiaten perfekt machte. Der 28-jährige Angreifer, der in den vergangenen Jahren in der Nationalmannschaft auf konstant hohem Niveau gespielt hat, sieht das Geheimnis eines starken Kapitäns in der harten Arbeit sowohl im Training als auch auf dem Platz.
"Ich würde die Kapitänsbinde abgeben, wenn ich es ruhiger angehen wollte", so der Star von Al Wakrah. "Ich verbringe mehr Zeit beim Training und arbeite hart daran, meine Form zu wahren, um auch gegen Mannschaften wie China zu treffen."
Im Iran war das Vertrauen in die Führungsspieler dermaßen groß, dass Trainer Carlos Queiroz nicht nur weiterhin auf Javad Nekounam als Spielführer setzte, sondern auch Routinier Ali Karimi zum Vize-Kapitän berief. Seine Idee, beide kreative Spieler mit Führungsrollen auszustatten, rechtfertigte er dadurch, dass beide Akteure zu den absoluten Leistungsträgern ihrer Mannschaft zählen. Während Nekounam im Mittelfeld die Fäden zieht, sorgt Karimi mit seinen schnellen Vorstößen immer wieder für Gefahr.
Für Queiroz gaben die Erfahrung und die positive Einstellung des Duos den Ausschlag zugunsten der Routiniers. "Beide Spieler verfügen über große internationale Erfahrung, die sie an den Rest der Mannschaft weiterzugeben versuchen", so der ehemalige Trainer von Real Madrid und der portugiesischen Nationalmannschaft vor kurzem gegenüber FIFA.com. "Sie haben eine wichtige Vorbildfunktion für die jungen Spieler."
Das Märchen der zwei Kapitäne
Park Chu-Young übernahm die Kapitänsbinde von Park Ji-Sung, der seine Nationalmannschaftskarriere nach dem AFC Asien-Pokal im Januar beendete. Der Koreaner scheint mit seiner neuen Rolle bestens zurechtzukommen, wie die sechs Tore in der dritten Qualifikationsrunde zur WM eindrucksvoll belegen. Der Stürmer, der im vergangenen August von AS Monaco zum FC Arsenal wechselte, sieht einen Grund für seine ansteigende Formkurve in der Nationalmannschaft auch im Training der Gunners.
"Mit den besten Spieler der Welt zu trainieren, hat mir sehr geholfen", so der Koreaner auf der offiziellen Vereinsseite. "Folglich gehe ich auch mit einem positiven Gefühl in die Qualifikationsspiele. Ich habe mich sehr gefreut, in vier Spielen in Folge zu treffen. Für unsere Mannschaft ist es wichtig, solche Spiele zu gewinnen."
Von seiner Bedeutung für die Mannschaft zeugt auch die Tatsache, dass die letzte Begegnung gegen Libanon ohne ihn mit 1:2 verloren ging. Die Heimmannschaft zu einem überragenden und historischen Sieg führte indes sein Gegenpart Roda Antar, der in den letzten vier Qualifikationsbegegnungen überragend agierte und einen großen Anteil daran hat, dass seine Mannschaft zusammen mit den Südkoreanern mit zehn Punkten die Tabelle anführt. Am letzten Spieltag im Februar reicht schon ein Punkt gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, deren Ausscheiden bereits feststeht, zum Weiterkommen. Der ehemalige Mittelfeldspieler des 1. FC Köln zeigt sich durchaus zuversichtlich, obwohl er im entscheidenden Spiel eine Sperre absitzen muss.
"Der Einzug in die nächste Runde ist greifbar nah. Ich kann das letzte Spiel nicht bestreiten, bin aber zuversichtlich, dass meine Mannschaftskameraden es auch ohne mich schaffen werden. Ich hoffe, dass uns der große Wurf gelingt und wir in die nächste Runde einziehen werden."



