
Einen guten Monat nachdem sich Guangzhou Yiyao bereits vier Spieltage vor Saisonende den Titel in der chinesischen Super League sicherte, berief Nationaltrainer Jose Camacho nicht weniger als sechs Spieler des Klubs in seinen vorläufigen 26-Mann-Kader für das bevorstehende Spiel gegen Irak im Rahmen der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™.
Mit breiter Brust
Nachdem das Hinspiel gegen Irak im eigenen Land verloren ging, hängt die Hoffnung der Chinesen am seidenen Faden. Die Partie in Doha müssen sie unbedingt gewinnen. Diese Situation ist für die VR China allerdings nichts Neues. In den letzten zwei WM-Qualifikationen verpasste das bevölkerungsreichste Land der Erde jeweils den Einzug in die letzte asiatische Qualifikationsrunde ganz knapp. Dennoch sind viele Fans optimistisch und glauben, dass der formstarke Guangzhou-Block das Ruder jetzt herumreißen kann.
Diese Ansicht teilt auch der ehemalige Nationalverteidiger Li Tie, der einige Jahre beim FC Everton spielte und überzeugt ist, dass Zheng Zhi und seine Klubkameraden die chinesische Nationalmannschaft wieder auf Kurs bringen können. "Zheng Zhi war einer der Schlüsselspieler im Team von Guangzhou, das in dieser Saison zum ersten Mal den Titel in der Super League gewonnen hat", erklärt er kürzlich gegenüber FIFA.com in einem Exklusiv-Interview. "Er ist genau der Spielertyp, der spielentscheidend sein kann, wenn es drauf ankommt. Und mit dem herausragenden Titelgewinn im Rücken können er und seine Teamkameraden auch in der Nationalmannschaft für Furore sorgen."
Entscheidender Einfluss
Diese optimistische Einschätzung durch Li Tie scheint durchaus begründet. Schließlich hat sich Guangzhou in der chinesischen Liga während der gesamten Saison in Topform präsentiert und den Titel völlig ungefährdet von allen Konkurrenten geholt. Zu dem Kontingent vom neuen Meister gehören der Mittelfeldregisseur Zhi, der kleine aber wieselflinke Wu Pingfeng und Zhang Linpeng, der das Spiel mit präzisen, langen Pässen jederzeit öffnen kann. Die Verteidiger Sun Xiang und Feng Xiaoting bilden auch bei Guangzhou eine perfekte Partnerschaft und trugen dazu bei, dass der Klub in 30 Spielen lediglich 23 Gegentore kassierte. Und schließlich ist da noch Torjäger Gao Lin, der mit elf Treffern zweiterfolgreichste Torschütze des Teams.
Der Einfluss dieser sechs Akteure in der Nationalmannschaft ist erwartungsgemäß groß. So spielte beispielsweise Zhi eine entscheidende Rolle im Auftaktspiel gegen Singapur, als er als Einwechselspieler mit dazu beitrug, dass China die Partie nach einem Rückstand noch drehen und mit 2:1 gewinnen konnte. Sun Xiang stand in den letzten drei Spielen der Chinesen in der Startformation und Gao Lin war in der Partie gegen Irak der gefährlichste Akteur, der mehrfach nur ganz knapp scheiterte.
Streben nach Revanche
Sowohl gegen Jordanien wie auch gegen Irak war China eigentlich die dominierende Mannschaft, verlor aber trotzdem beide Partien knapp. "Wir haben nicht schlecht gespielt. Wahrscheinlich hat uns nur das erforderliche Glück zum Sieg gefehlt", meint denn auch der erfahrene Mittelfeldspieler Zhi, der bereits in den WM-Qualifikationsturnieren für Deutschland 2006 und Südafrika 2010 spielte. "Aber es ist noch zu früh, uns abzuschreiben, denn noch sind drei Spiele zu absolvieren. Irak hat uns im eigenen Land geschlagen. Also sollten wir uns für diese Niederlage mit einem Sieg in Doha revanchieren."
Das letzte Wort hat Sun Xiang, der die Entschlossenheit des Guangzhou-Blocks unterstreicht, China im Rennen um einen Platz in Brasilien zu halten. "Wir können unser Ziel erreichen, wenn wir in der Nationalmannschaft eine ähnliche Form wie im Klub abrufen können", sagte er. "Wir haben keine Wahl sondern müssen gegen Irak auf Sieg spielen, ganz egal, welche Stars der Gegner in seinen Reihen hat."



