Alexandre sieht rosige Zeiten für Haiti
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Als Zweiter der Gruppe F in der zweiten Runde der WM-Qualifikation in der CONCACAF-Zone geht es für Haiti am kommenden 11. November gegen Antigua und Barbuda bereits ums Überleben.

Der WM-Traum Haitis ist dabei mehr als bloße Schwärmerei. "In unserem Innersten glauben wir wirklich daran", verriet Jean-Marc Alexandre, Mittelfeldspieler des nordamerikanischen MLS-Klubs Real Salt Lake, im Gespräch mit FIFA.com. "Wenn wir also schon jetzt ausscheiden würden, wäre das eine enorme Enttäuschung", ergänzte der Nationalspieler, der beim 6:0-Erfolg gegen die Amerikanischen Jungferninseln im September zwei Treffer beisteuerte. Doch nach drei souveränen Siegen in Folge mit 17:2 Treffern kam Haiti in der letzten Heimpartie gegen Curaçao nicht über ein Unentschieden hinaus und ließ zwei wichtige Punkte liegen. Ein Ausrutscher, nach dem sich die Männer von Edson Tavares unerwartet mit dem Rücken zur Wand wiederfinden. Denn jetzt darf schon das erste der zwei bevorstehenden Duelle gegen den nun alleinigen Tabellenführer der Gruppe am 11. November in St. John's auf keinen Fall verloren gehen.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen", erklärte Alexandre, Nationalspieler seit 2008. "In diesem Spiel dürfen wir uns keinen Ausrutscher erlauben: Wenn wir verlieren, ist es vorbei. Der Druck ist enorm, doch wir haben die technischen und mentalen Qualitäten, um zu bestehen. Mit der Unterstützung des Publikums wird dann alles anders", sagte der in Verrettes geborene Akteur, der sich mit seinem Klub aus Utah mitten in den Playoffs befindet.

Mehr Ehrgeiz
Der Karibikstaat, der seit 1974 nicht mehr beim weltweiten Kräftemessen vertreten war, hat sich nach der schrecklichen Erdbebenkatastrophe im Januar 2010, bei der die haitianische Fussballfamilie zahlreiche Mitglieder verlor, wieder aufgerichtet. Der Viertelfinalist beim CONCACAF Gold Cup 2009 kann sich zudem über mehrere frische Verstärkungen freuen. Denn der brasilianische Trainer hat offenbar gute Überzeugungsarbeit geleistet und konnte neue Akteure wie den Stürmer Jean-Eudes Maurice vom französischen Klub RC Lens, der auf Anhieb eine tragende Rolle spielt, oder Reginal Goreux, Verteidiger von Standard Lüttich, gewinnen.

"Das Erreichen des Viertelfinales beim Gold Cup hat zwar gezeigt, zu was wir fähig sind, doch der Unterschied selbst zur jüngeren Vergangenheit ist nun, dass viele unserer Spieler heute in ihren Meisterschaften auf höchstem Niveau spielen", hob Jean-Marc Alexandre hervor. "Sie sind ehrgeiziger, um ihrer Karriere willen, aber auch mit der Nationalmannschaft. Sie sind hier, weil sie die Besten der Karibik sein wollen, und nicht nur, um Dienst nach Vorschrift zu leisten und vielleicht eine Prämie abzusahnen." 

Haiti, das mit zehn Punkten aus vier Partien zwei Zähler hinter dem überraschenden Tabellenführer Antigua und Barbuda liegt, hat im bevorstehenden direkten Duell die Gelegenheit, die erfolgreiche Arbeit von Tavares, der 2010 Wagneau Eloi ablöste, weiter zu verlängern. "Wir haben uns in einem Jahr zweifellos weiterentwickelt. Der Trainer hat eine offensive Philosophie eingeführt, die perfekt zu uns passt", erklärte Alexandre. "Seine Botschaft kommt bei uns gut an, und sein System entspricht unseren Qualitäten. Dass jeder in der Nationalmannschaft sein Bestes gibt, ist ihm zu verdanken."

Das Publikum glücklich machen
Doch der erfahrene brasilianische Coach profitiert außerdem von einem Mentalitätswandel innerhalb des Teams, in dem sowohl gesunder Ehrgeiz wie auch Zusammenhalt herrschen. "Zum ersten Mal seit langem liegen wir alle auf derselben Wellenlänge. Wir arbeiten gemeinsam für dasselbe Ziel. Die Mannschaft ist wichtiger als der Einzelne, und das ist im Vergleich zu früher ein enormer Unterschied", sagte der Mittelfeldakteur des MLS-Champions von 2009 erfreut. Nachdem die Qualifikation für den Gold Cup 2010 verpasst wurde, könnten Haiti nun rosige Zeiten bevorstehen. "Die meisten Spieler der Mannschaft sind 25 oder 26 Jahre alt, wir wissen also, dass wir einige Jahre zusammenbleiben werden. Das gibt uns diesen Siegeswillen – zusammen mit dem Stolz, unser Land glücklich zu machen."

Dieses Land fiebert übrigens schon heute einem großen, entscheidenden Duell am 15. November gegen die so genannten Bulldogs entgegen. Alexandre und seine Mitstreiter wissen also genau, was sie vier Tage zuvor in St. John's zu tun haben, damit dieses Aufeinandertreffen auch wirklich zu einem Volksfest wird.