
Die Gruppe A ist ausgeglichen wie kaum eine andere, schließlich peilen mindestens drei Mannschaften (Kroatien, Serbien und Belgien) den Gruppensieg an, während drei weitere Teams (Schottland, Mazedonien und in geringerem Maße auch Wales) sich durchaus Chancen ausrechnen dürften. "In dieser Gruppe kann jeder jeden schlagen, aber auch gegen jeden Gegner Punkte lassen", fasste der Trainer der Roten Teufel, Georges Leekens, die Ausgangslage zusammen.
Es ist zudem das Aufeinandertreffen dreier ehemaliger jugoslawischer Republiken, die einen technisch sauberen Fussball spielen, sowie zweier britischer Nationen, der eher auf Kick and Rush setzen. Irgendwo dazwischen liegt Belgien, dass sicherlich die individuell stärksten Spieler in seinen Reihen hat.
Die Favoriten
Seit dem FIFA-Beitritt im Jahr 1992 hat Kroatien an drei von vier FIFA Fussball-Weltmeisterschaften teilgenommen (1998, 2002 und 2006) und lediglich 2010 die Qualifikation verpasst. Unter der Führung von Slaven Bilic hat Kroatien nach und nach eine neue Spielergeneration integriert, wobei Dario Srna, Ivica Olic und Mladen Petric weiterhin zum Kreis der Nationalmannschaft zählen. Die Mannschaft stützt sich auf ein technisch versiertes Mittelfeld und verfügt in Person des eingebürgerten Brasilianers Eduardo da Silva zudem über einen immens gefährlichen Torjäger. Das Team ist in allen Mannschaftsteilen stark besetzt und immer für eine Überraschung gut, wie nicht nur der 3:2-Sieg gegen England im Wembley-Stadion während der Qualifikation zur UEFA EURO 2008 belegte.
Die Außenseiter
Serbien hat am 16. August 2006 sein erstes Länderspiel als eigenständige Nation bestritten (3:1-Sieg in der Tschechischen Republik). Danach haben die Serben keine Zeit mehr verloren und sich noch vor Frankreich für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ qualifiziert. Serbien ist eine starke, technisch versierte und in allen Mannschaftsteilen ausgeglichenes Team.
Belgien verfügt zwar über starke Individualisten, konnte bislang aber keine großen Erfolge verbuchen. Die Roten Teufel waren insgesamt bei elf WM-Endrunden dabei - alleine zwischen 1982 und 2002 vier Mal in Folge. Trotz junger Talente wie Eden Hazard oder Romelu Lukaku haben sie allerdings die beiden letzten WM-Turniere verpasst.
Die Stars
Die Kroaten Darijo Srna, Luka Modric und Niko Kranjcar bilden ein Furcht einflößendes Mittelfeld im Dienst von Eduardo da Silva, der nach seiner schweren Verletzung allerdings noch nach seiner Form sucht. Branislav Ivanovic, Neven Subotic und Aleksandar Kolarov bilden das Rückgrat der serbischen Auswahl. Vincent Kompany und Thomas Vermaelen in der Abwehr, Axel Witsel und der äußerst talentierte Eden Hazard im Mittelfeld sowie Romelu Lukaku, Marouane Fellaini und Moussa Dembélé im Angriff sind die wichtigsten Akteure der ambitionierten belgischen Mannschaft. Aber auch Torjäger Goran Pandev für Mazedonien, Kapitän Darren Fletcher (Manchester United) für Schottland und das vielversprechende Talent Aaron Ramsey (Arsenal London) für Wales wissen, sich in Szene zu setzen.
Das Topspiel
In einer dermaßen ausgeglichenen Gruppe kommt den direkten Begegnungen der Favoriten besonders große Bedeutung zu. Als entscheidend könnte sich indes erweisen, welche Mannschaft auch in den schwierigen Auswärtsspielen in Schottland, Mazedonien und Wales punkten kann.
Historisches
Kroatien, Belgien und Schottland haben bereits in der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Korea/Japan 2002™ gegeneinander gespielt. Kroatien und Schottland trennten sich damals zwei Mal unentschieden (0:0; 1:1). Die Kroaten setzten sich allerdings knapp gegen Belgien durch (1:0, 0:0), das gegen Schottland die Oberhand behielt (2:0, 0:0). Am Ende belegte Kroatien (18 Punkte) Platz eins vor Belgien (17) und Schottland (15).
Statistik
Mazedonien sinnt sicherlich auf Revanche für die 0:5-Pleite gegen Belgien vom 7. Juni 1995, die gleichermaßen die höchste Niederlage der ehemaligen jugoslawischen Republik war.
Wussten Sie schon?
In dieser Gruppe erwarten die Zuschauer zwei spektakuläre Klassiker. Nach ihrem FIFA-Beitritt sind Kroatien und Serbien noch nie unter diesen Bezeichnungen aufeinandergetroffen. Im Rahmen der Qualifikation zur UEFA EURO 2000 hatten sich Kroatien und Jugoslawien noch mit 2:2 und 0:0 getrennt.
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Wer ist Favorit in dieser sehr offenen Gruppe?








