
Die Teams aus Südostasien sind entschlossen, einen besseren Eindruck zu hinterlassen als bei der letzten Qualifikation vor vier Jahren, wenn am Donnerstag die entscheidenden Rückspiele in der zweiten Runde der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ auf dem Programm stehen.
In der Qualifikation für Südafrika 2010 gelang es nur Thailand und Singapur, die dritte Runde zu erreichen. Dieses Mal könnte es jedoch gut sein, dass Südostasien stärker vertreten ist, denn der Sieger des Duells Malaysia gegen Singapur kommt ohnehin aus dieser Region, Thailand reist mit einem 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel nach Palästina und Indonesien tritt mit dem Polster eines 3:0-Auswärtssiegs zu Hause gegen Turkmenistan an.
Nachdem die zehn jeweils höher in der Rangliste platzierten Teams aus Westasien ihre Heimspiele allesamt gewonnen haben, könnte es einen glatten Durchmarsch geben. Die meisten gehen mit einem recht bequemen Polster ins Rückspiel, doch Syrien muss auf der Hut sein, denn Tadschikistan konnte beim 1:2 ein wertvolles Auswärtstor erzielen. FIFA.com befasst sich mit diesen und anderen mit Spannung erwarteten Duellen.
Spitzenspiel
Indonesien -Turkmenistan
Unter allen Teams, die sich in der zweiten Runde duellieren, weisen diese beiden Mannschaften in der Rangliste den geringsten Abstand zueinander auf, denn Indonesien rangiert gerade einmal elf Plätze vor Turkmenistan. Das konnte man auch im Hinspiel sehen. Hier egalisierte Mittelfeldspieler Muhammad Ilham nach 60 Minuten den Führungstreffer der Hausherren durch Vyacheslav Krendelev zum 1:1-Endstand in Ashgabat. Damit steht es nach wie vor unentschieden im Duell beider Teams, denn in der Qualifikation für Deutschland 2006 gewannen jeweils beide ihre Heimspiele mit 3:1. Der Sieger des Rückspiels wird also nicht nur das Ticket für die dritte Runde lösen, sondern auch die Gesamtbilanz zu seinen Gunsten verändern.
Das Remis in Turkmenistan war ein guter Auftakt für den neuen Trainer der Indonesier, Wilhelmus Rijsbergen, der eine Woche vor der Partie am vergangenen Samstag den Österreicher Alfred Riedl ersetzte. Vor eigenem Publikum würde der südostasiatischen Mannschaft dank der Auswärtstorregelung bereits ein torloses Remis für das Erreichen der dritten Runde genügen. Die Spieler von Trainer Yazguly Hojageldiyev hoffen auf eine ähnlich engagierte Leistung wir vor vier Jahren, als man mit einem Heimsieg die dritte Runde der Qualifikation erreichte. Am Ende blieb dann nur der letzte Platz hinter den Mannschaften der Republik Korea, der DVR Korea und Jordaniens.
Weitere interessante Duelle
Thailands neuer deutscher Trainer Winfried Schäfer beklagte sich nach der Partie über die vielen vergebenen Chancen und räumte ein, dass sein Team in Palästina eine sehr schwere Aufgabe erwarte. Trotz des Vorsprungs von einem Tor wird seine Mannschaft nicht nur die beschwerliche Anreise verdauen müssen, sondern bekommt es auf dem Kunstrasenplatz in Al Ram auch mit den leidenschaftlichen heimischen Fans und einer entschlossenen palästinensischen Auswahl zu tun. Sollte man jedoch ähnlich stark wie im Hinspiel auftreten, dürfte die thailändische Auswahl erfahren genug sein, um sich die zweite Qualifikation in Folge für die dritte Runde nicht mehr nehmen zu lassen.
Nach der 3:5-Niederlage in Singapur hat Malaysia noch eine kleine Chance. Dafür ist aber der erste Sieg über den Nachbarn seit 2004 erforderlich. Mit dem Zwei-Tore-Polster und der makellosen Bilanz der letzten Jahre geht Singapur jedoch mit einem klaren mentalen Vorteil in die Auswärtspartie. Dennoch sollte man sich vor der Heimstärke der Malaysier hüten, denn erst im Dezember besiegte man im Finale der AFF-Meisterschaft die Auswahl Indonesiens mit 3:0 und holte schließlich mit einem 4:1 aus Hin- und Rückspiel die Trophäe.
Eine weitere knappe Angelegenheit dürfte das Duell zwischen Tadschikistan und Syrien werden. Der 2:1-Heimsieg war dabei der vierte Sieg in Folge gegen die zentralasiatische Mannschaft. Vor vier Jahren erreichte Syrien durch ein 11:1 gegen Indonesien aus Hin- und Rückspiel die dritte Runde der Qualifikation. Trotz des knappen Heimsieges gehen die Syrer als favorisiertes Team ins Rückspiel.
Indiens Hoffnungen auf das erstmalige Erreichen der dritten Runde erhielten im Hinspiel einen doppelten Dämpfer, denn man unterlag in den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht nur mit 0:3, sondern muss im Rückspiel noch auf zwei gesperrte Spieler verzichten, nachdem in der ersten Partie Verteidiger Debabrata Roy und Torhüter Subrata Pal des Feldes verwiesen wurden.
Da es nach hohen Hinspiel-Niederlagen kaum noch eine Chance für Nepal und Laos gibt, ist das Rückspiel gegen Jordanien beziehungsweise China VR in erster Linie eine Sache der Ehre. Das gilt wohl auch für die Auswahlmannschaften Hongkongs, der Philippinen und Vietnams, die jeweils nach einem 0:3 im Hinspiel im Rückspiel zumindest zeigen wollen, dass sie weitere Fortschritte gemacht haben.
Spieler im Fokus
Vietnams Le Cong Vinh führt zwar die Torschützenliste mit sieben Treffern an, doch in den Rückspielen der zweiten Runde bietet sich dem Chinesen Yang Xu (drei Tore) die Chance, Boden gut zu machen.
Zitat
"Thailand hat eine starke Mannschaft. Wir haben nicht gut angefangen, sind jedoch zufrieden, dass wir nur 0:1 verloren haben. Ich glaube nach wie vor, dass wir Thailand schlagen und uns für die nächste Runde qualifizieren können."
(Moussa Bezaz, Trainer Palästina)
Rückspiele, 2. Runde, AFC-Qualifikation FIFA WM 2014:
Myanmar - Oman
Nepal - Jordanien
Tadschikistan - Syrien
Kirgisistan - Usbekistan
Laos - China VR
Bangladesch - Libanon
Palästina - Thailand
Philippinen - Kuwait
Indonesien - Turkmenistan
Indien - Verein. Arab. Emirate
Vietnam - Katar
Hong Kong - Saudiarabien
Jemen - Irak
Malaysia - Singapur
Malediven - Iran



