
Selbst im Fussball ist Geschichte die endlose Wiederkehr des ewig Gleichen. Portugal und Russland, die bereits in der Qualifikation für Deutschland 2006 in derselben Gruppe um den Einzug in die Endrunde kämpften, treffen als Favoriten in Gruppe F auf dem Weg zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ erneut aufeinander.
Daneben dürfte Israel als einziges Team das Potenzial für eine Überraschung haben, während Nordirland höchstens wieder in die Rolle des Favoritenschrecks schlüpfen können wird. Aserbaidschan und Luxemburg schließlich werden insbesondere vor eigenem Publikum den einen oder anderen Erfolg suchen.
Die Favoriten
Die Nationalmannschaft Portugals befindet sich auf einer Mission. Sie wollte sich nicht mehr mit der bloßen Erinnerung an den dritten Platz von 1966 begnügen, und nach dem vierten Rang in Deutschland 2006 dachte man, wieder zum illustren Kreis der Großen zu gehören. 2010 bei der fünften Endrundenteilnahme gelang trotz schwerer Gruppengegner die Qualifikation für die nächste Runde, unter anderem durch ein 0:0 gegen Brasilien. Im Achtelfinale indes musste sich Portugal trotz ehrenvoller Leistung dem späteren Weltmeister Spanien geschlagen geben (0:1). Im Anschluss konnte das Team unter dem neuen Trainer Paulo Bento weiter reifen.
Russland wiederum hat nach wie vor an dem spektakulären Scheitern in der WM-Qualifikation für Südafrika 2010 zu knabbern, als es aufgrund der Auswärtstorregel knapp an Slowenien scheiterte (2:1, 0:1). Guus Hiddinks Abschied hat eine schmerzliche Lücke hinterlassen, doch sein Nachfolger Dick Advocaat hat es mit der erfolgreichen EM-Qualifikation geschafft, die Osteuropäer wieder auf den Erfolgsweg zurückzuführen.
Die Außenseiter
Israel scheiterte in der Qualifikation für Südafrika 2010 in erster Linie auch an sich selbst, da es gegen schlagbare Gegner viele wichtige Punkte liegen ließ. Der neue Trainer Luis Fernandez, der 2010 das Amt übernahm, führte einen neuen Stil ein, dennoch musste er nach der verpassten UEFA EURO 2012 seinen Hut nehmen. Nordirland sucht seit 24 Jahren erfolglos nach einem Rezept für die WM-Teilnahme. Aber die Nordiren sind stets ein unangenehmer Gegner, der selbst gegen die besten Mannschaften für eine Überraschung gut ist. In der Qualifikation für Deutschland 2006 etwa gelang ein 1:0-Sieg gegen England.
Die Stars
Bei den Portugiesen sind Cristiano Ronaldo und Nani in der Offensive, João Moutinho im Mittelfeld sowie Bruno Alves und Pepe in der Verteidigung die prägenden Figuren des Teams. Auch Russland kann mit klangvollen Namen aufwarten, wie etwa Torhüter Igor Akinfeev, Verteidiger Alexander Anyukov, Mittelfeldspieler Yuri Zhirkov oder die beiden Stürmer Roman Pavlyuchenko und Andrei Arshavin. Bei den Israelis ruhen die Hoffnungen vor allem auf Kapitän Yossi Benayoun, Dreh- und Angelpunkt des Spiels, und bei den Nordiren ist David Healy für die entscheidenden Tore zuständig.
Das Topspiel
Im Kampf um den Gruppensieg werden neben den direkten Duellen zwischen Portugal und Russland vor allem die Leistungen dieser beiden Teams in den Auswärtspartien in Israel und Nordirland ausschlaggebend sein.
Historisches
Am 28. Juli 1966 in London feierte Portugal nach einem 2:1-Sieg gegen die UdSSR das Erreichen des dritten Platzes und den bisher größten WM-Erfolg seiner Geschichte. Die Tore erzielten Eusebio und Jose Torres für Portugal und Eduard Malofeev für die UdSSR. Die schwarze Spinne Lev Yashin hatte seine Mannschaft mit seinen Paraden lange Zeit im Spiel gehalten.
Statistik
7 – so viele Tore erzielte Portugal gegen Russland in der Hinspielpartie der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 (7:1, 0:0).
Wussten Sie schon?
Dick Advocaat wandelt auf den Spuren von Weltenbummler Bora Milutinovic. Nach Trainerstationen in den Niederlande, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Korea Republik und Belgien ist dies sein fünftes Land als Nationaltrainer.
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