Kein Favorit in Gruppe E
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Aufgrund einer solchen Konstellation, bei der sich mit Norwegen, der Schweiz und Slowenien gleich drei Teams berechtigte Hoffnungen auf den Gruppensieg machen können, scheint es müßig, einem von ihnen von vorn herein die Favoritenrolle zuzuschreiben.

Da die Skandinavier in der aktuellen Wertungsliste nicht gerade meilenweit vor den Slowenen rangieren, zeichnet sich vor allem zwischen diesen beiden Mannschaften ein Kampf um Platz eins in der Gruppe ab. Doch auch die Schweiz ist durchaus in der Lage, in das Rennen um den Gruppensieg einzugreifen, zumal die Eidgenossen von jedem noch so kleinen Patzer ihrer Konkurrenten profitieren könnten.

Die Favoriten
Nach dem erfrischenden Auftritt bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™, woran auch das Aus nach der Gruppenphase, bedingt durch einen Treffer der USA in letzter Minute gegen Algerien, nichts änderte, stellte Slowenien in der Qualifikation für die UEFA EURO 2012 teilweise unter Beweis, dass es über das erforderliche Potenzial verfügt, um international auf hohem Niveau zu spielen. Das EM-Ticket verpasste das Team um Torjäger Tim Matavz, der in der niederländischen Eredivisie eine überragende Saison 2010/11 gespielt hat, dennoch. Im Nationalteam harmoniert der Angreifer mit seinen Sturmpartnern Valter Birsa und Zlatko Dedic ebenfalls bestens.

Norwegen hingegen, das gegen die Südosteuropäer in bislang zwei EM- bzw. WM-Qualifikationsspielen (2004 und 2006) die Oberhand behalten und dabei sechs Treffer erzielt hatte, läuft seiner großartigen Vorstellung von der WM 1998 in Frankreich noch immer hinterher. Die beiden Routiniers John Carew und Steven Iversen spielen nach wie vor für ihr Nationalteam, ebenso wie die Brüder Riise. Sie alle genießen das Vertrauen von Egil Olsen, der Norwegen bereits 1994 und 1998 als Nationalcoach betreut hatte und diesen Posten im Januar 2009 erneut übernahm – und diesen trotz des Scheiterns in der WM-Qualifikation für Südafrika 2010 (Gruppenzweiter hinter den Niederlanden) behielt.

Die Außenseiter
Nachdem die Schweiz in Deutschland 2006 das Achtelfinale erreicht hatte und dort erst im Elfmeterschießen gegen die Ukraine ausgeschieden war, ging es mit der Nati seit der UEFA EURO 2008 nicht stetig bergauf. In Südafrika 2010 musste das Team bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten. Ottmar Hitzfeld ist es trotzdem gelungen, eine taktisch diszipliniert spielende Abwehrreihe zu formen, deren gute Arbeit jedoch mitunter durch die mangelnde Effizienz der Offensivabteilung geschwächt wird. So verpassten die Eidgenossen die Qualifikation zur UEFA EURO 2012 hinter England und Montenegro. Überdies muss der deutsche Trainer den Abgang solch wichtiger Spieler wie Alexander Frei, Stéphane Grichting und Marco Streller kompensieren, die alle ihre Nationalmannschaftskarriere beendet haben. Falls die Schweiz, die in Nigeria 2009 U‑17‑Weltmeister wurde, bis September 2012 nicht deutlich an Biss zulegt, könnte sie erneut Probleme bekommen.

Albanien um seinen Topspieler Lorik Cana hat sich in jüngster Zeit ebenfalls weiterentwickelt und könnte daher zu einer Art Schreckgespenst in dieser Gruppe werden. Ihr bisher bestes Abschneiden gelang den Südosteuropäern in der Qualifikation für Deutschland 2006. Eine Leistung, die sie auch im Vorfeld von Südafrika 2010 dank zweier Siege über Portugal und Schweden bestätigen konnten.

Die Stars
John Carew, Mohammed Abdellaoue; Brede Hangeland, John Arne Riise (NOR); Tim Matavz, Valter Birsa, Zlatko Dedic, Milivoje Novakovic, Josip Ilicic (SLO); Eren Derdiyok, Gökhan Inler, Stephan Lichsteiner (SUI); Lorik Cana, Hamdi Salihi (ALB); Johann Gudmundsson, Kolbeinn Sigthórsson (ISL)

Das Topspiel
SlowenienNorwegen. Die vor heimischem Publikum häufig souveränen Norweger werden in Slowenien sicher alles daran setzen, um ihren 3:2-Auswärtserfolg beim WM-Qualifikationsspiel aus dem Jahr 2005 zu wiederholen. Demnach ist es durchaus möglich, dass die Entscheidung über das WM-Ticket nach Brasilien in dieser Partie fällt.

Historisches
Am 10. September 1997 landete Norwegen in Oslo beim WM-Qualifikationsspiel für Frankreich 1998 einen 5:0-Kantersieg gegen die Schweiz. Nachdem es zur Halbzeit noch 0:0 gestanden hatte, ging die Nati in der zweiten Hälfte regelrecht unter und setzte damit ihre Negativbilanz bei WM‑Qualifikationsspielen gegen skandinavische Länder nahtlos fort. Beide Mannschaften standen sich bislang acht Mal im Rahmen einer WM-Qualifikation gegenüber. Dabei ging die Schweiz zwei Mal als Sieger vom Platz, vier Mal unterlag sie. Gegen Slowenien gab es bislang eine Niederlage und ein Unentschieden.

Statistik
3 –
So viele Mannschaften dieser Gruppe sind derzeit unter den besten 30 der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste platziert. Damit stellt diese Gruppe eine Ausnahme in der Europa-Zone dar.

Wussten Sie schon?
Die Schweiz muss künftig ohne Alexander Frei, einen seiner erfolgreichsten Torjäger bei WM-Qualifikationen, auskommen. Der Ex-Profi von Stade Rennes erzielte im Verlauf von drei WM-Qualifikationen 17 Treffer. Wenn man bedenkt, dass der Ukrainer Andriy Shevchenko mit insgesamt 26 Toren die Rekordmarke hält, ist dies eine beachtliche Leistung.

Ihre Meinung zählt!
Holt die Schweiz vielleicht als einzige Mannschaft aus Lostopf 3 am Ende einen Gruppensieg?