
Bert van Marwijk machte kein Hehl daraus, dass die "Türkei der größte Konkurrent ist". "Unser größter Gegner sind wir aber selbst", sagte der niederländische Trainer gegenüber FIFA.com.
Ungarn und Rumänien werden hingegen wahre Wunder vollbringen müssen, um nach langer Zeit wieder bei einer WM dabei zu sein. Für Estland und Andorra wird es wohl vornehmlich darum gehen, Erfahrungen zu sammeln und vor eigenem Publikum gute Spiele zu zeigen.
Die Favoriten
Der Vizeweltmeister aus den Niederlanden wurde nach der UEFA EURO 2008 von van Marwijk übernommen und hat seitdem eine wahre Siegermentalität an den Tag gelegt. Hiervon zeugt alleine die Tatsache, dass die Elftal in der Qualifikation zur UEFA EURO 2012 bislang jede Begegnung gewonnen hat. Der Nachfolger von Marco van Basten hat es geschafft, die Niederlage im WM-Finale gegen Spanien vergessen zu machen und vertraut auf die Mannschaft, die schon 2010 in Afrika zu überzeugen wusste. "Die Motivation muss von der Erkenntnis kommen, die man aus diesem knappen Scheitern gewonnen hat", so van Marwijk gegenüber FIFA.com. Seine Botschaft wurde verstanden, und die Niederlande werden alles daran setzen, um 2014 die Revanche in Angriff nehmen zu können.
In den vergangenen Jahren konnte die Türkei nicht mehr an die Leistungen der WM 2002 in Japan/Korea anknüpfen, als das Team bis ins Halbfinale vorstieß. Die neue Generation, die von den Altintop-Brüdern angeführt wird, steckt indes voller Talent und Ehrgeiz muss jedoch das Playoff-Aus in der Qualifikation zur UEFA EURO 2012 gegen Kroatien verarbeiten, das die Entlassung von Trainer Guus Hiddink zur Folge hatte.
Die Außenseiter
Als einer der Spieler einer runderneuerten Auswahl, die sich immer noch im Umbruch befindet, äußerte sich Balázs Dzsudzsák vor einigen Monaten trotz einer 3:5-Niederlage gegen die Niederlande gegenüber FIFA.com durchaus zuversichtlich. "Wenn alle bei einhundert Prozent sind, kann man sehen, dass wir guten Fussball spielen", so der ehemalige Flügelspieler des PSV Eindhoven, der im Zusammenspiel mit Adam Szalai ein Sturmduo bildet, an dem die Ungarn noch so ihre Freude haben dürften. Die Vorgabe ist klar: "Hauptziel ist die WM 2014", so Dzsudzsák.
Das im Umbruch befindliche Team aus Rumänien sucht indes nach einem Spielgestalter und insbesondere nach einer Spielergeneration wie jener, die Gheorghe Hagi 1994 in den USA sensationell bis in das Viertelfinale führte. Der im Juni 2011 für den scheidenden Razvan Lucescu verpflichtete Victor Piţurcă soll die Mannschaft in eine hoffnungsvollere Zukunft führen. Die Rumänen haben sich indes noch nicht ganz von der desaströsen Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika erholt. "Das ist eine schwierige Zeit für Rumänien, und ich muss Risiken eingehen", so Piţurcă bei seiner Rückkehr auf die Trainerbank. Hauptziel ist die Qualifikation zur UEFA EURO 2016. Ganz ohne Druck kann diese Übergangsmannschaft durchaus für den einen oder anderen Überraschungserfolg sorgen.
Die Stars
Wesley Sneijder, Rafael van der Vart, Dirk Kuyt, Arjen Robben, Klaas-Jan Huntelaar, Ruud van Nistelrooy, Gregory van der Wiel (Niederlande); Semih Sentürk, Hamit und Halil Altintop, Servet Cetin (Türkei); Adrian Mutu, Ciprian Marica, Ravzan Rat (Rumänien); Adam Szalai, Balázs Dzsudzsák, Roland Juhasz, Zsolt Laczko (Ungarn).
Das Topspiel
Niederlande – Türkei
Während die Türkei im Rahmen der Qualifikation zu den Weltmeisterschaften 2002 in Japan/Korea und 2006 in Deutschland neun von dreizehn Auswärtsspielen gewinnen konnte, wurde die Teilnahme an der WM 2010 deutlich verfehlt. Ohne einen Punktgewinn gegen die Niederlande dürfte wohl kaum mehr als die Playoff-Runde gegen einen der besten Gruppenzweiten drin sein.
Historisches
Am 30. April 1961 blickte die ganze Welt erstaunt auf die ungarische Nationalmannschaft. Nach dem Ende der "Goldenen Elf" sollte die von Florian Albert angeführte neue Generation an die Glanzzeiten der Magyaren anknüpfen. An diesem Abend erteilten die Ungarn in Rotterdam in der ersten Halbzeit einer in die Jahre gekommenen niederländischen Auswahl eine Lehrstunde, die in die Annalen eingehen sollte. Diese 0:3-Niederlage ist bis heute die höchste Heimpleite der Oranje im Rahmen der WM-Qualifikation.
Statistik
241 Treffer hat die Niederlande bislang in der Qualifikation erzielt. Keine andere europäische Mannschaft war treffsicherer.
Wussten Sie schon?
Die Niederlande sind einer von drei Vize-Weltmeistern, die sich nicht für das darauf folgende WM-Turnier qualifizieren konnten. Nach dem Finaleinzug 1978 in Argentinien verpasste Oranje die WM 1982.
Ihre Meinung zählt
Können die Niederlande, wie schon im Rahmen der Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika, eine weiße Weste wahren und die Qualifikation nur mit Siegen bestreiten?










