
Das chinesische Sprichwort "Drei und raus" besagt sinngemäß, dass man nach drei Fehlversuchen genauso gut für immer aufgeben kann. Chinas Fussballer werden darauf hoffen, dass es nicht soweit kommt, wenn sie in Asiens dritte Qualifikationsrunde starten. Nachdem sie im Vorfeld der Weltmeisterschaften von 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika noch nicht einmal die letzte Runde erreichten, wollen sie nun unbedingt Wiedergutmachung leisten. Und sollten sie tatsächlich zum dritten Mal in Folge die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ verpassen, dann haben sie das wohl einzig und allein sich selbst zuzuschreiben, denn dieses Mal hat das Los es gut mit ihnen gemeint.
Dennoch sollten die Ostasiaten ihre Gegner natürlich keinesfalls unterschätzen. Irak, WM-Teilnehmer 1986 und Gewinner des AFC Asien-Pokals 2007 wird vermutlich die größte Gefahr darstellen, aber auch Jordanien hat sich in den letzten Jahren zu einem Team entwickelt, das durchaus ein Wörtchen mitreden kann. Singapur wird hingegen schon ein kleines Wunder brauchen, um Geschichte zu schreiben und zum ersten Mal in die Endrunde der Asien-Qualifikation einzuziehen.
Die Favoriten
China kann mit einer WM-Teilnahme (2002 in Korea/Japan), zwei zweiten Plätzen beim Asien-Pokal und dem neuen spanischen Trainer Jose Antonio Camacho aufwarten und verfügt damit über das Potenzial, sich einen der beiden Qualifikationsplätze der Gruppe für die nächste Runde zu sichern. Zwar kamen die Chinesen in der Endrunde des kontinentalen Wettbewerbs im Januar über die Gruppenphase nicht hinaus, aber trotzdem haben sie unter Ex-Trainer Gao Hongbo in den letzten zwei Jahren beachtliche Fortschritte gemacht. Dank ihrer konstanten Leistungen und guten Ergebnisse haben sie in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste den Sprung unter die besten fünf Mannschaften Asiens geschafft.
Die Außenseiter
Unter der Führung von Mannschaftskapitän und Stürmerstar Mahmoud Younis und dem deutschen Trainer Wolfgang Sidka hat Irak sicherlich mehr als gute Chancen auf einen der ersten beiden Plätze. Allerdings müsste die Auswahl dazu ihr altes Problem überwinden und beständiger spielen.
Wenn man nach dem furiosen Auftritt im Viertelfinale des Asien-Pokals 2011 in Katar geht, könnten die Westasiaten im aktuellen Qualifikationswettbewerb durchaus mehr erreichen als vor vier Jahren und zum ersten Mal in die letzte Runde einziehen.
Die Stars
Qu Bo (CHN), Deng Zhuoxiang (CHN), Yang Hao (CHN), NashatAkram (IRQ),Younis Mahmoud (IRQ), Hassan Abdel Fattah (JOR)
Das Topspiel
Jordanien – Irak
Vor ihrem Auftritt beim Asien-Pokal 2004, wo sie gleich bei ihrem Debüt unter die letzten Acht stürmten, galten die Jordanier in den Begegnungen mit Irak immer als Außenseiter. In den sechs Begegnungen der beiden Teams im Rahmen der WM-Qualifikation mussten sie fünf Niederlagen hinnehmen und erreichten ein einziges Remis. In den letzten Jahren hat sich dieser Trend allerdings umgekehrt, und seit 2007 gab es keine Niederlage mehr gegen Irak. Die Tatsache, dass bei Jordanien jetzt Adnan Hamad, der ehemalige Nationaltrainer Iraks, am Ruder ist, könnte auch von Vorteil sein. Auf jeden Fall wird es dem Team nicht an Kenntnissen über den Gegner mangeln, was sich in taktischer Hinsicht positiv auswirken könnte.
Historisches
Das Los bringt Irak und China in der Asien-Qualifikation bereits zum dritten Mal zusammen. Bei den bisherigen vier direkten Aufeinandertreffen hat Irak mit zwei Siegen im Vergleich zu einem Sieg Chinas die Nase vorn. Zum letzten Mal trafen die beiden Teams im Vorfeld der WM 2010 in Südafrika in derselben Runde aufeinander. Damals sicherte sich Irak nach anfänglichem Rückstand noch einen 2:1-Sieg in Tianjin. Vorausgegangen war ein 1:1-Unentschieden in Dubai.
Statistik
32 – So oft sind Irak und Jordanien bereits gegeneinander angetreten.
Wussten Sie schon?
Irak fühlte sich beim Asien-Pokal 2004 schon wie zu Hause und wurde von den einheimischen Fans angefeuert, bis das Team dann im Viertelfinale auf den Gastgeber traf und sich mit 0:3 geschlagen geben musste.
Ihre Meinung zählt
Werden China und Irak für die verpatzte Qualifikation von vor vier Jahren Wiedergutmachung leisten, oder kann Jordanien eine Überraschung landen in die nächste Runde einziehen?
