
Tunesien hat nach der Auslosung der WM-Qualifikation in Rio de Janeiro gute Chancen, sich zum fünften Mal für eine FIFA Fussball-Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Die Nordafrikaner wurden in eine Gruppe mit Kap Verde, Sierra Leone und dem Sieger des Vorausscheidungsduells zwischen Äquatorial-Guinea und Madagaskar gelost. In der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ waren die Tunesier denkbar knapp gescheitert, woraufhin ein Umbruch in der Mannschaft stattgefunden hat.
Kap Verde hat aus seinen Spielern, die in allen Teilen der Welt unter Vertrag stehen, eine schlagkräftige Truppe mit Spielern aus Europa – vor allem aus Portugal – und den USA zusammengestellt und liegt derzeit gut im Rennen um einen Platz bei der nächsten Endrunde des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals und somit die erste Teilnahme an einem großen Turnier. Sierra Leone ist seit jeher für jede Spitzenmannschaft ein unangenehmer Gegner, erwies sich jedoch bisher stets als zu unbeständig.
Die Favoriten
Tunesien hatte zwar im vergangenen Jahr in der Qualifikation für den Afrikanischen Nationen-Pokal Probleme und auch die heimische Meisterschaft wurde aufgrund der politischen Revolution im Land unterbrochen, doch die Nordafrikaner sind bei WM-Qualifikationen seit 1962 eine feste Größe. Sami Trabelsi, der bereits vierte Nationaltrainer seit dem enttäuschenden Ausscheiden in der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika, wurde nun damit betraut, eine neue Generation aufzubauen.
Die Außenseiter
Kap Verde: Die Mannschaft der Inselgruppe entwickelte sich in den letzten Jahren von einem Punktelieferanten zu einem Favoritenschreck. Der junge Trainer Lucio Antunes kündigte für nächstes Jahr seinen Rücktritt an, wird seinem Nachfolger jedoch eine starke Mannschaft hinterlassen.
Sierra Leone: Die Mannschaft, deren Spieler überwiegend bei skandinavischen und osteuropäischen Klubs unter Vertrag stehen, konnte im Vorjahr unter anderem mit einem Auswärts-Unentschieden in Ägypten ihr Potenzial zeigen.
Die Stars
Dady, Marco Soares (CPV), Javier Balboa (EQG), Pascal Razakanantenaina (MAD), Mohamed Bangura, Rodney Strasser (SLE), Aymen Abdennour, Sami Allagui, Oussama Darragi (TUN).
Das Topspiel
Die Reise nach Freetown, wo man auf Gastgeber Sierra Leone trifft, wird vermutlich die größte Herausforderung für den Gruppenfavoriten Tunesien sein. Es wird der erste Besuch der Nordafrikaner in der Hauptstadt Sierra Leones sein, denn beide Teams trafen bisher nur ein einziges Mal aufeinander, nämlich 1996 im tunesischen Sousse. Das National-Stadion in Freetown gleicht einem Hexenkessel und die sengende Hitze kann jedem Gegner zum Verhängnis werden.
Historisches
Mexiko – Tunesien 1:3, 2. Juni 1978, Rosario
Tunesien machte einen 0:1-Rückstand wett und feierte am Ende den allerersten Sieg einer afrikanischen Mannschaft bei einer FIFA WM‑Endrunde – ein Ergebnis, an das die Nordafrikaner noch heute gerne zurückdenken. Mittelfeldstratege Tarek Dhiab avancierte mit zwei Treffern in den letzten zehn Minuten zum Mann der zweiten Halbzeit und läutete somit eine psychologische Revolution im afrikanischen Fussball ein.
Statistik
1 - Die Anzahl der torlosen Unentschieden des Teams von Kap Verde in 20 Qualifikationsspielen. Dieses Resultat kam bei der Premiere gegen Algerien im Jahr 2000 zustande.
Wussten Sie schon?
Sierra Leone bekam in der Qualifikation für die WM 1998 eine zweite Chance, nachdem man in der ersten K.o.-Runde gegen Burundi ausgeschieden war. Die Mannschaft erreichte schließlich doch noch die nächste Runde, da sich Burundi aus der Qualifikation zurückzog.
Ihre Meinung zählt
Kann Tunesien an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen und sich wieder für die WM-Endrunde qualifizieren?




