FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Schweiz 1954™

16 Juni - 4 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1954™

Zahlen und Fakten zum "Wunder von Bern"

© Getty Images

Im WM-Finale von Bern 1954 musste Ungarn eine bittere Niederlage hinnehmen. In der Gruppenphase hatten die Osteuropäer sich noch mit einer beeindruckenden Torflut klar mit 8:3 gegen die DFB-Auswahl durchgesetzt. Doch am Finaltag herrschte "Fritz-Walter-Wetter" und im niederprasselnden Regen hatten die Deutschen das bessere Ende für sich. FIFA.com hat einige interessante Zahlen und Fakten rund um den sensationellen Titelgewinn der BR Deutschland bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1954 zusammengestellt.

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Jahre und 10 Monate war Toni Turek alt, als er 1950 sein Debüt in der DFB-Auswahl feierte. Damit blieb er 63 Jahre lang der älteste deutsche Torhüter-Debütant, bis er 2013 von dem 33-jährigen Roman Weidenfeller entthront wurde.

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Länderspiele in Folge war Ungarn unbesiegt geblieben und hatte mit dieser Serie den von 1879 bis 1888 aufgestellten schottischen Rekord von 22 Länderspielen ohne Niederlage weit übertroffen. Die Rekordserie der Ungarn endete ausgerechnet im WM-Finale von 1954. 1950 hatte Ungarn in Wien ein Spiel gegen Österreich mit 3:5 verloren. Die Erfolgsserie der 'magischen Magyaren' hatte als Weltrekord Bestand, bis Diego Simeone, Fernando Redondo und Gabriel Batistuta nach dem verlorenen WM-Finale von 1990 bis zu einer 1:2-Niederlage gegen Kolumbien 1993 sogar 31 Mal in Folge ungeschlagen blieben.

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Spieler haben bei mehreren WM-Endrunden mehr als vier Tore erzielt. Der erste davon war Helmut Rahn. Sein Siegtor im Endspiel von Bern war sein vierter Turniertreffer. Die anderen sind Vava, Pelé, Gerd Müller, Teofilo Cubillas, Gary Lineker, Gabriel Batistuta, Ronaldo, Christian Vieri, Miroslav Klose und Thomas Müller.

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Nicht-Brasilianer rangieren in der Liste der 100 besten Spieler der WM-Geschichte des brasilianischen Fussballmagazins Placar lediglich vor Fritz Walter, nämlich Diego Maradona, Franz Beckenbauer, Johan Cruyff, Ferenc Puskas, Zinédine Zidane, Eusebio, Lothar Matthäus, Gordon Banks, Just Fontaine, Obdulio Varela und Michel Platini. Damit landete Walter, ein ehemaliger Kriegsgefangener, der in Sibirien nur knapp dem Tod entronnen war, vor Legenden wie Mario Kempes, Gerd Müller, Giuseppe Meazza, Bobby Charlton und Dino Zoff.

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Filme wurden im Jahr 2003 mit der prestigeträchtigen Goldenen Leinwand ausgezeichnet, weil sie in den ersten 18 Monaten nach Kinostart mehr als drei Millionen Zuschauer in die Kinos in Deutschland lockten. Der Film "Das Wunder von Bern" war einer davon. Die anderen waren: Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs, Findet Nemo, The Matrix Reloaded, Fluch der Karibik, Good Bye, Lenin!, Bruce Almighty, Johnny English und Catch Me If You Can. Die Darsteller der westdeutschen und ungarischen Fussballer in dem Film "Das Wunder von Bern" waren allesamt Amateurfussballer aus unteren Ligen.

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Sekunden dauerte die Pause, die Radioreporter Herbert Zimmermann während seiner legendären Schilderung des Siegtors für Deutschland im Finale machte. "Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen… Rahn schießt… Tor! Tor! Tor! Torl!", rief er aus, bevor er verstummte, um selbst erfassen zu können, was gerade geschehen war. Nachdem er die Fassung wiedergefunden hatte, fuhr Zimmermann fort: "Tor für Deutschland! Deutschland führt mit 3:2. Halten Sie mich für verrückt, halten Sie mich für übergeschnappt!" Kicker, Gazzetta dello Sport und Guardian bezeichnen diese Schilderung als die kultigste Fussballreportage aller Zeiten.

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Mannschaften konnten bisher in WM-Spielen einen Rückstand von mehr als einem Tor wettmachen. Die DFB-Auswahl von 1954 ist bis heute die einzige, der dies in einem WM-Finale gelang. Die anderen waren die Schweiz gegen Deutschland und Brasilien gegen Schweden 1938, Österreich gegen die Schweiz 1954, Portugal gegen die DVR Korea 1966, Peru gegen Bulgarien und die BR Deutschland gegen England 1970 sowie die Elfenbeinküste gegen Serbien und Montenegro 2006.

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Tore Vorsprung hatte die DFB-Auswahl am Ende der Halbfinalpartie gegen Österreich mit Stars wie Ernst Happel, Gerhard Hanappi, Ernst Ocwirk und Karl Koller. Die Deutschen hatten seit dem ersten Aufeinandertreffen mit Österreich 46 Jahre zuvor noch nie ein Nachbarschaftsduell mit mehr als zwei Treffern Differenz gewonnnen, wohl aber eine 0:6-Niederlage kassiert. Der 6:1-Sieg für Deutschland ist bis heute der höchste Sieg der DFB-Auswahl gegen das südliche Nachbarland.

4,2

Tore pro Spiel erzielte die DFB-Auswahl rein rechnerisch bei der WM-Endrunde 1954. Das sind mehr, als je eine andere Weltmeister-Mannschaft geschossen hat. In der Schweiz gab es hingegen ein Team, das es sogar auf unglaubliche 5,4 Tore pro Spiel brachte – nämlich Ungarn. Spanien brachte es beim Titelgewinn 2010 in Südafrika hingegen lediglich auf einen mageren Schnitt von 1,1 Treffern je Spiel.

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Brüder haben bei WM-Endrunden Tore erzielt. Die ersten waren Fritz und Ottmar Walter. Es folgten Rene und Willy van de Kerkhof, Socrates und Rai sowie Michael und Brian Laudrup. Die Walter-Brüder sind eines von nur zwei Gebrüderpaaren, die Weltmeister wurden. Die anderen sind Jacky und Bobby Charlton.

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Mannschaften haben in einem WM-Endrundenspiel noch mehr Gegentore kassiert als die BR Deutschland beim 3:8 in der Gruppenphase 1954 gegen Ungarn, nämlich die Republik Korea gegen Ungarn (0:9, ebenfalls 1954, Zaire gegen Jugoslawien (1974, 0:9) und El Salvador gegen Ungarn (1982, 1:10). Herberger Schützlinge ließen auf dem Weg zum Titelgewinn insgesamt 14 Gegentore zu und damit genau doppelt so viele wie das Weltmeisterteam mit den zweitmeisten Gegentoren (Brasilien kassierte 1970 sieben Gegentreffer).

1,2

lautet die Torquote von Max Morlock, der in seinen fünf WM-Spielen auf schweizerischem Boden sechs Tore erzielte. Dies ist die höchste Quote, die je ein Deutscher Spieler bei einer WM-Endrunde erreichte. Auf den legendären Mann aus Nürnberg folgen Gerd Müller (1,08), Helmut Rahn (1,0), Edmund Conen (1,0), Karl Hohmann (1,0), Ottmar Walter (0,8), Thomas Müller (0,77), Miroslav Klose (0,67), Helmut Haller (0,67) und Jürgen Klinsmann (0,65). Spieler, die nur einen WM-Einsatz absolvierten, sind in dieser Aufstellung nicht berücksichtigt.

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Mannschaften fuhren 1954 aus der Schweiz ab, ohne eine Niederlage kassiert zu haben. Dies hat es bislang in der WM-Geschichte nur dieses eine Mal gegeben. 2006 in Deutschland hingegen blieben gleich fünf Mannschaften (abgesehen von Elfmeterschießen) unbesiegt, nämlich die Schweiz, Argentinien, England, Frankreich und Italien.

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Länderspiele absolvierte Paul Mebus nach seinem Einsatz beim 3:8-Niederlage gegen Ungarn in Gruppe 2 noch. Trainer Sepp Herberger war so entsetzt, dass Mebus trotz der herben Klatsche unter der Dusche gesungen hatte, dass er ihn nie wieder in einem Länderspiel einsetzte.

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