• Sami Al Jaber zählt zu den besten Angreifern der saudiarabischen Fussballgeschichte
  • Er war bei allen vier WM-Teilnahmen Saudiarabiens Stammspieler
  • "Die aktuelle Generation hat die Qualifikation verdient"

Am Abend des 23. Juni 2006 hat Sami Al Jaber seine erfolgreiche Länderspielkarriere mit Saudiarabien beendet. Sein Team war bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 nach der zweiten Niederlage ausgeschieden. Nach dem Misserfolg gegen Spanien bildeten die Saudis schließlich das Tabellenschlusslicht in Gruppe H.

Die Partie war nicht nur die letzte Al Jabers im Trikot der Falken, sondern auch das vorerst letzte WM-Spiel der saudiarabischen Nationalmannschaft. Im Anschluss verpasste das Team nämlich zwei Auflagen in Folge, bevor man sich im letzten Jahr erfolgreich für Russland 2018 qualifizierte.

Elf Jahre nach seinem ersten Tor auf der Weltbühne denkt Sami Al Jaber am Mikrofon von FIFA.com an seine WM-Erlebnisse zurück und erklärt, was Russland 2018 für die Spieler seines Landes bedeutet.

Sami Al Jaber, Sie waren bei vier Weltmeisterschaften dabei. Welche Erinnerungen haben Sie noch daran?

Ich erinnere mich noch an alles, was seit 1994 passiert ist. Es erfüllt mich mit Stolz, vier Auflagen in Folge bestritten zu haben. Eine WM zu spielen ist eine einzigartige Erfahrung, weil dieses Ereignis von Millionen von Menschen verfolgt wird. Wenn Sie 1994 die Amerikaner gebeten hätten, etwas über das Königreich Saudiarabien zu erzählen, hätten sie nicht gewusst, was sie sagen sollen. Der Fussball ist ein Instrument, über das man sehr schnell Bekanntheit erlangen kann.

Die nachfolgenden Auflagen waren großartig. Ich hatte die Chance, bei mehreren Weltmeisterschaften Tore zu erzielen und dadurch in Saudiarabien zu einer Spielerlegende zu werden. Es gibt in meinem Land viele talentierte Fussballer, aber WM-Tore sind noch immer eine Seltenheit. Ich erinnere noch sehr gut an jedes einzelne dieser Turniere.

Welches Spiel war besonders entscheidend für Ihre Karriere?
Das Spiel, bei dem ich den Ball 2006 in der Allianz Arena in München gegen Tunesien in die Maschen gejagt habe. Damit erzielte ich zwölf Jahre nach meiner ersten WM-Teilnahme einen Treffer. Gott hatte mir ein wunderschönes Geschenk gemacht und mir erlaubt, den Erfolg zum Abschluss meiner Karriere zu wiederholen.

Als ich mich allein vor dem Torhüter wiederfand, ist mein Fussballerleben noch einmal an mir vorbeigezogen. Dieses Tor hat es mir ermöglicht, meine Laufbahn zu krönen, bevor ich meinen Rücktritt ankündige.

(Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Sami Al Jaber! Wie wird Saudiarabien sich nächstes Jahr bei der WM in Russland schlagen?)

Nach ihrem letzten Länderspiel für Saudiarabien im Jahr 2006 musste das Land bis letztes Jahr auf eine erneute WM-Qualifikation warten. Wie erklären Sie sich das?
Ich glaube, wir haben nach 2006 unter dem Generationswechsel und der Instabilität gelitten. Die aktuelle Generation hat die Qualifikation verdient, und ich glaube, die Hälfte der Spieler wird zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei sein.

Der Altersdurchschnitt liegt bei gut 28 Jahren, und ich glaube nicht, dass diese Generation sich für die nächste WM qualifizieren wird. Einige junge Spieler werden Gelegenheit haben, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und sich vielleicht einen Transfer nach Europa zu sichern. Mohammed Salah hat für Spieler arabischer Mannschaften, die bei der WM dabei sind, die Tür zu den europäischen Ligen aufgestoßen.

Die Länderspielkarriere von Sami Al Jaber in drei Stichpunkten:

  • Er bestritt mit Saudiarabien 156 Länderspiele und erzielte 46 Tore.
  • Seine Länderspielkarriere dauerte 13 Jahre und 285 Tage.
  • Er nahm an vier Weltmeisterschaften teil, in deren Verlauf er drei Tore erzielen konnte (das erste 1994 gegen Marokko).

Glauben Sie, dass der Trainerwechsel sich auf das Team auswirken wird? Wie bewerten Sie die Nominierung von Juan Antonio Pizzi?
Das ist ein toller Mensch und ein guter Trainer. Er hat mit Chile bei der Copa América und beim Konföderationen-Pokal im letzten Jahr fundierte Erfahrungen gesammelt. In Saudiarabien verfügen wir nicht über Spieler wie Alexis Sánchez, Arturo Vidal und Co. Der Wettbewerb ist bei der WM viel härter als in unserer nationalen Liga.

Pizzi bringt einen hervorragenden Fitnesstrainer mit, der bereits in Valencia gearbeitet hat. Die Spieler dürften so das erforderliche Niveau erreichen, denn die Landesmeisterschaft reicht nicht aus, um sich physisch auf die WM vorzubereiten. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Was halten Sie von der Gruppe, in der Saudiarabien antreten wird?
Wir haben viel Glück gehabt, denn wir dürfen zum ersten Mal das Eröffnungsspiel der WM bestreiten. Millionen von Menschen werden den Auftritt Saudiarabiens nach der langjährigen Abwesenheit von der Weltbühne verfolgen. Bei diesem Spiel würde ich zu gern selbst auf dem Platz stehen!

Es wird nicht leicht werden, in Moskau gegen Russland anzutreten, und zwar in Anwesenheit des Präsidenten und zahlreicher Fans, aber es ist ein einzigartiges Ereignis. Dieses Spiel kann ein erster Schritt in Richtung Qualifikation für die nächste Runde sein oder einfach nur eine unvergessliche Erinnerung

(Russland – Saudiarabien: So beginnt die WM im Luschniki-Stadion in Moskau! 14. Juni 2018 wir kommen!)

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