• Am heutigen Sonntag, 28. Januar, wird Gianluigi Buffon runde 40 Jahre alt

  • Damit stößt er in den illustren Kreis der über 40-jährigen Torhüter vor

  • Er gehört zu den großen Namen, die bei der FIFA Fussball-WM Russland 2018™ fehlen werden

Alle 40 Kerzen auf seiner Geburtstagstorte mit einem Mal auszublasen, dürfte für Gianluigi Buffon nur Formsache sein. Man könnte sich sogar den Scherz erlauben, gleich noch ein paar mehr auf den Kuchen zu stecken, um gewissermaßen den langen Atem des unverwüstlichen italienischen Torhüters zu testen und herauszufinden, ob er noch ein paar Jahre national und international spielen kann und will. 

Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass dieses Aushängeschild eines der renommiertesten Vereine Europas im Juni tatsächlich die Handschuhe an den Nagel hängen wird. Dann nämlich läuft Buffons Vertrag bei Juventus Turin aus. Buffon war im Oktober der erste Preisträger in der Kategorie The Best – FIFA-Welttorhüter und trotzte 2017 überhaupt der Zeit.

Buffon im Jahr 2017

- Sechste Meisterschaft in Folge in der Serie A mit Juventus Turin
- Finale der UEFA Champions League
- 600 Minuten ohne Gegentor in der europäischen Königsklasse

Aber wie geht es weiter mit der Turiner Ikone? Andere Torhüter haben in diesem symbolträchtigen Alter bereits eine Antwort darauf gefunden. Peter Shiltons Karriereende mit 47 Jahren dürfte kein Thema sein. Dass Buffon länger weitermacht als die Herren Dino Zoff, Thomas Nkono oder Lev Yashin, die alle drei mit 41 aufhörten, ist hingegen nicht ausgeschlossen. 

Für einige bin ich vielleicht der Beste, für andere nicht. In meinem Fall sprechen meine Laufbahn und meine Statistiken für mich. Auf diesem Niveau zählen nur Fakten. Worte sind Schall und Rauch.

Aber für einen wie Gigi, der den Wettkampf liebt, steht Leistung stets vor Rekorden. "Ich werde mich mit dem Präsidenten zusammensetzen und wir werden reden. Ich will das Beste für die Mannschaft. Wenn Juventus denkt, dass ich noch wichtig sein kann, würde ich mir das wünschen. Aber wir müssen die beste Lösung finden. Zusammen werden wir uns etwas überlegen. Ich kann mit Sicherheit nur eines sagen: Dass ich für den Verein und meine Mitspieler keine Belastung werden will", erklärte er kürzlich ganz bescheiden in einem Interview mit der Zeitung La Repubblica

Das Meisterstück 2006
In Sachen Nationalmannschaft hingegen, als Italien in den Playoffs gegen Schweden die WM in Russland 2018 verpasste, hat er ganz klar gesagt: Das war's. Das 0:0 im Rückspiel gegen die Skandinavier war das 175. und letzte Länderspiel des Torhüters und zugleich ein europäischer Rekord für die Ewigkeit. Das Ausscheiden der Squadra Azzura und das damit einhergehende Ende seiner Nationalmannschaftskarriere bedeutete zugleich, dass Buffon nicht der einzige Spieler werden würde, der an sechs FIFA Fussball-Weltmeisterschaften teilgenommen hat (rechnet man Frankreich 1998 hinzu, wo er nicht zum Einsatz kam).

Von den immer noch fünf Weltmeisterschaften, die Buffon bestritten hat, sind nicht alle gleichermaßen gut in Erinnerung geblieben. 1998 etwa war er 20 Jahre alt und verfolgte das Geschehen als Stellvertreter von Gianluca Pagliuca von der Bank aus. 2002 schied Italien bereits im Achtelfinale aus, 2010 und 2014 sogar schon in der Vorrunde. Aber bei einer Weltmeisterschaft genügt ein großer Wurf, um zur Legende zu werden. Ohne Buffons Reflex gegen den Kopfball von Zinédine Zidane im Finale hätte Italien nie das Elfmeterschießen erreicht und folglich auch nicht den vierten Stern auf dem Trikot. Dank dieser Parade und seiner konstant herausragenden Leistungen im gesamten Wettbewerb wurde Buffon am Ende zum besten Torhüter des Turniers gewählt. Er gilt daher bis heute zurecht als einer der Väter des damaligen italienischen Erfolgs.