• Die Republik Korea ist 2018 in Russland zum zehnten Mal bei einer FIFA WM-Endrunde dabei
  • Starke Formschwankungen hätten das Team beinahe die Teilnahme gekostet
  • Der neue Nationaltrainer Shin Taeyong setzt auf Offensivfussball

Die Republik Korea ist in der Geschichte der WM-Qualifikation die erfolgreichste asiatische Mannschaft. Diesen Status untermauerten die Taeguk Warriors auf dem Weg nach Russland ein weiteres Mal. Das Team landete in Gruppe A auf dem zweiten Platz und sicherte sich damit die zehnte Teilnahme an einer FIFA WM-Endrunde.

Allerdings konnten die Taeguk Warriors erst am letzten Spieltag der dritten Qualifikationsrunde jubeln, in der sie nur vier von zehn Spielen gewannen. Die enormen Formschwankungen kosteten Nationaltrainer Uli Stielike den Job. Bis zum letzten Spiel in Tashkent mussten die Südkoreaner sogar noch das Ausscheiden fürchten. Hätten sie verloren und Syrien gleichzeitig einen Sieg gegen Iran gefeiert, hätten die Taeguk Warriors erstmals seit der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Mexiko 1986™ zu Hause bleiben müssen. Das Team hielt unter dem neuen Nationaltrainer Shin Taeyong dem enormen Erfolgsdruck stand und holte den einen noch benötigten Punkt.

Die Koreaner leisteten sich zwar allein in der dritten Runde drei Niederlagen und drei Unentscheiden, doch als es darauf ankam, holten sie die benötigten Resultate und Punkte. Dennoch ist dem neuen Trainer, der erst im vergangenen Monat das Ruder übernahm, völlig klar, dass noch viel Arbeit auf ihn und seine Spieler wartet, bevor sie bei der WM im kommenden gegen einige der besten Teams der Welt antreten.

Der Verlauf der Qualifikation
Unter dem Deutschen Uli Stielike hatte die Republik Korea in der zweiten Qualifikationsrunde keinerlei Mühe und blieb als einziges Team ohne Gegentor. Auch in der Anfangsphase der dritten Runde präsentierten sich die Südkoreaner stark und fuhren Siege gegen die VR China und Katar ein. Die knappe 0:1-Niederlage in Iran war ein erstes Warnsignal. Spätestens nach den Auswärtsniederlagen in China und Katar schrillten dann allerdings bei den Fans die Alarmglocken. Shin steuerte das schlingernde Schiff wieder in ruhigeres Fahrwasser, doch die Taeguk Warriors benötigten danach immer noch zwei torlose Unentschieden, um sich hinter dem mit großem Vorsprung führenden Iran den zweiten direkten Qualifikationsplatz zu sichern.

Die Spieler
Die in Europa aktiven Stars bilden auch weiterhin das Rückgrat der südkoreanischen Mannschaft. Im Sturmzentrum ist Son Heungmin von Tottenham Hotspur die Schlüsselfigur und mit sieben Treffern auch der erfolgreichste Torjäger des Teams. Kapitän Ki Sungyueng ist mindestens ebenso wichtig für die Mannschaft, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass die Taeguk Warriors die letzten beiden Partien, bei denen der Mittelfeldspieler von Swansea City fehlte, nicht gewinnen konnten.

In der Verteidigung sorgt nach längerer Verletzungspause nun wieder Kim Younggwon für Stabilität. Für das entscheidende letzte Spiel gegen Usbekistan nominierte der neue Trainer allerdings auch neun in Asien aktive Spieler und untermauerte damit, dass er bei der Zusammenstellung seines Kaders stärker auf die aktuelle Form als auf die Namen der Akteure achtet.

Raum für Verbesserungen
Insbesondere die Defensive muss verstärkt werden. Dies ist das wichtigste Problem, das Shin angehen muss. Die Südkoreaner waren zwar mit elf Treffern die torgefährlichste Mannschaft in Gruppe A, doch sie ließen auch zehn Gegentreffer zu – fünf Mal so viele wie Gruppensieger Iran.

Zitat
"Wir werden uns sehr gründlich auf die WM vorbereiten. Ich bin ein Verfechter des Offensivfussballs. Bei der WM werden die Menschen die wahre fussballerische Stärke Südkoreas erleben."
Shin Taeyong (Trainer, Republik Korea)

Ambitionen
Die Taeguk Warriors werden mit dem Anspruch nach Russland fahren, besser als 2014 in Brasilien abzuschneiden, wo sie den Sprung aus der Gruppenphase verpassten. Ein erneuter Einzug in die Runde der letzten Vier, wie 2002 im eigenen Land, scheint allerdings kaum realistisch erreichbar. Ganz sicher wollen die Südkoreaner wieder mindestens so gut abschneiden wie 2010 in Südafrika, als sie erstmals außerhalb des eigenen Landes die zweite Runde erreichten.