• Nigeria verpasst vorzeitige Qualifikation, bleibt aber in idealer Ausgangslage
  • Der amtierende Afrikameister Kamerun ist aus dem Rennen
  • Tunesien und Burkina Faso verteidigen Führung

TAGESRÜCKBLICK - Am vierten Spieltag der Afrika-Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ war Nigeria das einzige Team, das sich vorzeitig hätte qualifizieren können. Die Super Eagles werden sich jedoch noch einen Monat gedulden müssen, da sie gegen Kamerun nicht über ein Unentschieden hinauskamen. Schwerer wiegende Konsequenzen hat dieses Ergebnis für die unzähmbaren Löwen, die nun endgültig aus dem Rennen sind.

Auch Algerien, WM-Teilnehmer von 2014, wird das weltweite Gipfeltreffen verpassen. Ghana, in Brasilien ebenfalls dabei, könnte auf dem Weg nach Russland das gleiche Schicksal ereilen. Ägypten wiederum betrieb Wiedergutmachung für den Ausrutscher in Uganda. Tunesien und Burkina Faso gelang jeweils ein kleines Wunder. FIFA.com fasst das Geschehen des Spieltages zusammen:

Das Topspiel
Kongo DR – Tunesien

Nach der 1:2-Niederlage in Tunesien hatte sich das Team der DR Kongo vorgenommen, die Kräfteverhältnisse vor heimischem Publikum im Stade des Martyrs in Kinshasa wieder auszugleichen. Zunächst schien alles nach Plan zu laufen. Die Leoparden gingen durch einen Treffer von Chancel Mbemba in der Anfangsphase in Führung, im zweiten Durchgang erhöhte Paul José Mpoku.

Doch dann bewahrheitete sich die unter Spielern weit verbreitete Weisheit: "Im Fussball kann es sehr schnell gehen." Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff lenkte Wilfred Moke einen Schuss von Mohamed Amine Ben Amor unglücklich ins eigene Netz. Nur kurz darauf glich Anice Badri per Volleyschuss die Partie aus. Für die Kongolesen ging das alles eindeutig zu schnell. Nun müssen sie damit leben, dass ihr ärgster Rivale die Spitzenposition gefestigt hat.

Die wichtigsten Ereignisse
Gruppe A: Im Schatten des Spitzenduells zwischen den Tunesiern und ihren Verfolgern aus Kongo DR konnte sich Libyen für die Hinspielniederlage in Guinea revanchieren und siegte im Rückspiel 1:0. Für beide Teams aber geht es in den letzten zwei Spieltagen nur noch um den dritten Platz.

Gruppe B: Obgleich Vincent Aboubakar in der Begegnung mit Nigeria die anfängliche Führung durch Moses Simon ausgleichen konnte, muss sich Kamerun endgültig von seinen WM-Träumen verabschieden. In vier Partien gelang kein einziger Sieg. Dadurch eröffnete sich unverhofft Algerien wieder eine neue Chance. Die Nordafrikaner hätten gegen Sambia gewinnen müssen, um noch an ein Wunder glauben zu können. Aber die Fennecs verloren erneut gegen die Chipolopolo (0:1), die damit in Reichweite zum Spitzenreiter Nigeria blieben.

Gruppe C: Drei Tage nach der schweren 0:6-Schlappe in Marokko zeigte sich Mali im Rückrundenspiel vor eigenem Publikum von einer besseren Seite und hielt die Atlaslöwen mit einem torlosen Unentschieden in Schach. In der Schlussphase allerdings vergab Hakim Ziyech für die Gäste einen Strafstoß. Die Männer von Hervé Renard verpassten damit die goldene Gelegenheit, die Tabellenführung zu übernehmen, denn überraschend verlor die Elfenbeinküste 1:2 in Gabun. Noch vor drei Tagen hatten die Elefanten gegen den gleichen Gegner einen ungefährdeten 3:0-Erfolg gefeiert. Sie liegen nur noch einen Punkt vor den Marokkanern.

Gruppe D: Burkina Faso benötigte nach dem Unentschieden in Senegal im Rückspiel ebenfalls nur eine Punkteteilung, um die Führung in der Gruppe zu verteidigen. Dieses Ziel schien in weite Ferne zu rücken, als Sadio Mané zehn Minuten vor dem Schlusspfiff für die Gäste die 2:1-Führung erzielte und diese in Unterzahl zu Ende spielen mussten. Doch ein Eigentor von Pape Seydou N’Diaye in der Schlussphase sorgte dafür, dass die Burkiner den Platz an der Sonne behalten konnten. Gleichzeitig rutschte Senegal auf Rang drei ab. Denn am gleichen Tag setzte sich Kap Verde 2:1 in Südafrika durch. Dank des zweiten Erfolgs gegen die Bafana Bafana innerhalb von drei Tagen schwammen die Blauen Haie auf Rang zwei.

Gruppe E: Die 0:1-Niederlage in Uganda hatte Ägypten nicht nur die Tabellenführung gekostet, sondern auch den Hoffnungen auf eine Rückkehr auf die weltweite Bühne einen herben Dämpfer verpasst. In der Rückrundenpartie nahmen die Pharaonen dank eines frühen Treffers durch Mohamed Salah erfolgreich Revanche, eroberten die Spitzenposition zurück und können nun weiter träumen. Ghana hoffte darauf, von den Ergebnissen der direkten Aufeinandertreffen der Spitzenreiter zu profitieren, und tatsächlich wahrten die Black Stars durch den 5:1-Erfolg in Kongo ihre geringe Chance.

Statistik
4 - Der Ghanaer Thomas Partey ist seit Juni 2016 Nationalspieler und hatte bisher noch kein Länderspieltor erzielt. Das ist nicht sehr verwunderlich, da er auf der Position des defensiven Mittelfeldspielers agiert. Doch innerhalb von drei Tagen avancierte er zum Glücksbringer der Black Stars. Beim Heimspiel in Kumasi rettete der Spieler von Atletico Madrid mit seinem Ausgleichstreffer das Unentschieden gegen Kongo, im Rückspiel in Brazzaville gelang ihm sogar ein Dreierpack. Dank dieser vier Treffer hat Ghana rechnerisch wieder Chancen auf die Qualifikation.