Das Ende der Sommerferien und die damit einhergehende Rückkehr in die Schule ist für Kinder in Russland ein großer Moment. Denn der 1. September ist in Russland der Tag des Wissens. Dieses Jahr stand er obendrein ganz im Zeichen des Fussballs. In den elf Austragungsorten waren einzelne Unterrichtsstunden ganz der bevorstehenden FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ gewidmet.

Im Rahmen dessen veranstalteten vom Lokalen Organisationskomitee (LOK) Russland 2018 ausgewählte und geschulte Volunteers eine interaktive Präsentation mit dem Titel: "Eine Fussball-Lektion: Vorfreude auf Russland 2018". Viele berühmte Gäste gaben sich dabei die Ehre: ehemalige Sportler, Fussballer und Botschafter der Spielorte nahmen an Freundschaftsspielen teil und leiteten vorübergehend im ganzen Land den Unterricht.

In der Hauptstadt Moskau fanden die Fussball-Stunden in mehreren Bildungseinrichtungen zeitgleich statt. Die Schülerinnen und Schüler der Abteilung Sport und Tourismus im Moskauer Tschertanowo-Zentrum für Sport und Erziehung kamen in den Genuss einer besonderen Überraschung: Der ehemalige russische Nationalmannschaftskapitän und FIFA-WM-Botschafter Alexey Smertin und Denis Davydov von Spartak Moskau sahen bei ihrer Präsentation vorbei.

Danach gab es ein Freundschaftsspiel mit gemischten Mannschaften aus Jungen und Mädchen, ehe die Jugendlichen Gelegenheit bekamen, Fotos mit Zabivaka, dem Offiziellen Maskottchen für Russland 2018, zu machen. Der LOK-Vorsitzende Alexey Sorokin war ebenfalls zugegen. Er stellte mit der russischen Popsängerin Zara die jüngste FIFA-WM-Botschafterin vor.

"Ich hoffe, ich kann die Offenheit und Vielfalt unseres Landes in all ihrer Pracht zeigen", hat sich Zara vorgenommen. Die Organisatoren der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft kümmern sich sehr um Menschen mit Behinderungen, was mir sehr wichtig ist, da ich als UNESCO-Künstlerin für den Frieden in diesem Bereich tätig war. Ich bin sehr zufrieden, dass alle russischen WM-Stadien barrierefrei sein werden."

In Sporthalle Nr. 1554 hatten sich unterdessen mit Sergey Belogolovtsev und Pavel Zanozin gleich zwei Botschafter für Russland 2018 eingefunden. Auch der Spartak-Mittelfeldmann und russische Nationalspieler Roman Zobnin sowie der Leiter der Moskauer Abteilung für Sport und Tourismus, Nikolay Gulyaev, waren mit von der Partie. Und auch hier durfte ein Fussballspiel aus gegebenem Anlass natürlich nicht fehlen. Diesmal traten die Volunteers der Stadt gegen die Schülerinnen und Schüler der Schule an.

An anderen Austragungsorten der WM 2018 in Russland, etwa in Sotschi und Samara, fand der Sonderunterricht sogar zeitgleich in mehreren Schulen statt. Die beeindruckendste Leistung erbrachten dabei vielleicht die Volunteers in Samara. Sie unterrichteten an 160 Schulen und 20 weiterführenden Einrichtungen. Ehrengäste in Samara waren Legenden und aktuelle Spieler des FC Krylia Sovetov. Der ehemalige Krylia-Stürmer und heutige Fernsehmoderator Evgeny Savin richtete sich in einer Videobotschaft an die Schülerinnen und Schüler. Die WM-Botschafter Dmitry Cheryshev, Darya Shkurikhina, Aleksandr Nikitin und Natalya Ishchenko besuchten den Unterricht in Nischni-Nowgorod, Wolgograd und Kaliningrad.

"Ich sehe unheimlich gern Fussball!", schwärmte etwa der Viertklässler Lev Karasenko nach einer Stunde in Jekaterinburg. "Ich kann die Weltmeisterschaft kaum erwarten und will, dass Russland gewinnt!"

In diesem akademischen Jahr, da die Weltmeisterschaft immer mehr ihre Schatten vorauswirft, sind noch sehr viel mehr Fussball-Stunden an russischen Schulen und Universitäten geplant. Denn die Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, die jetzt etwas über das Turnier lernen, sind im kommenden Jahr die, die am meisten Stimmung in den Stadien der WM 2018 machen werden.